Story: Mein Name ist Nobody
Jack Beauregard (Henry Fonda) ist ein alternder Revolverheld, der sich langsam in den verdienten Ruhestand begeben will, und zwar im zivilisierten und nicht so bleihaltigen Europa. Auf seiner letzten Reise durch den Wilden Westen zu seinem Schiff nach New Orleans muss er sich dennoch immer wieder gegen Gangster beweisen. Außerdem folgt ihm der rätselhafte Nobody (Terence Hill) auf Schritt und Tritt und möchte seine Nachfolge antreten ...
Nobody ist der Größte
Nobody (Terence Hill) bekommt es mit Major Cabot (Patrick McGoohan) zu tun: dieser tyrannisiert die in seinem Gebiet lebenden Indianer. Zusammen mit Lokomotive (Robert Charlebois) und Lucy (Miou Miou) entwickelt Nobody einen Plan, wie er dem Major 300.000 Dollar für einen nutzlosen Berg, den dieser kaufen soll, abknöpfen kann ..
Meinung zum Film:
1973, als "Mein Name ist Nobody" in die Kinos kam, war es langsam schon vorbei mit dem Erfolg des Italowesterns, dessen Grundstein Sergio Leone 1964 mit "Für eine handvoll Dollar" legte. Dazwischen wurden viele Westerngeschichten aus Italien erzählt (und teilweise in Variationen immer wieder und wieder die gleiche). Was könnte Regisseur Tonino Valerii (und Leone selbst, der bei "Nobody" weit mehr Finger im Spiel hatte, als man denkt) noch für eine Geschichte präsentieren, die noch nicht 100 mal vorher durchgekaut wurde? Richtig, den Abgesang auf die klassischen Helden, die von Charakteren wie Henry Fonda ("Spiel mir das Lied vom Tod") gespielt wurden und den Generationswechsel zu jungen, dynamischen und gewitzten Typen wie Terence Hill ("4 Fäuste für ein Halleluja"). "Nobody" bietet dabei alles, was man von einem typischen Italowestern erwartet: Wortkarge Helden, einen tollen Score von Ennio Morricone - und etwas Humor, der teilweise ins slapstickhafte abdriftet, was dem Sehvergnügen jedoch keinen Abbruch tut. Sonnyboy Nobody ist dabei der aufgeweckte Gegenpart zum alternden, fast schon müden Beauregard, der das Vor-Finale, den Höhepunkt des Filmes, nämlich den Kampf gegen 150(!) Revolvermänner zu bestehen hat und den Film so zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
Ganz anders sieht die Sache aber bei "Nobody ist der Größte" aus. Eigentlich ist dieser zweite Teil überhaupt keine Fortsetzung, sondern erleidete das gleiche Schicksal wie so mancher "Django": nur aus Marketinggründen wurde in Deutschland aus diesem 2 Jahre nach dem Original erschienenem Film einfach ein "Nobody" gemacht, obwohl er weder im Original noch inhaltlich etwas mit der Nobody-Figur zu tun hat. Terence Hills Figur heißt eigentlich "Joe". Regisseur Damiano Damiani, der sich im Genre bereits 1967 mit dem politisch angehauchten "Töte Amigo" einen Namen gemacht hat, hat sich mit diesem Werk keinen großen Gefallen getan. Hier überwiegt der Klamauk, der aber nicht oft zünden möchte. Klaus Kinski ("Nosferatu") reißt hier aber einiges raus, Raimund Harmstorf ("Der Seewolf") gibt sich ein Stelldichein und vor allem Hills Präsenz kann "Nobody ist der Größte" dann doch noch retten. Ein typisches Spaghettiwestern-Ambiente vor allem in der überragenden Anfangssequenz und noch der eine oder andere launige Gag kommen dazu, so dass die sogenannte Fortsetzung dann alles in allem zumindest kein Ärgernis ist, sondern insgesamt durchschnittliche Unterhaltung bietet.
Vergleicht man beide Filme direkt, kann "Nobody ist der Größte" in allen Punkten nur verlieren. Aber ein solcher Vergleich wäre ungerecht. Insgesamt ist "Mein Name ist Nobody" ein großartiger Abgesang auf die alten Helden des Westerns, verpackt in das typische Spaghettiwestern-Ambiente und aufgelockert durch den einen oder anderen Gag. "Nobody ist der Größte" ist dagegen ziemlicher Klamauk und hebt sich von der Stangenware eigentlich nur durch Terence Hill, Raimund Harmstorf und Klaus Kinski hervor. Unterhaltsam ist er aber allemal und wenn man ganz ehrlich ist, gibt man zu, dass es deutlich schlechtere Italowestern gibt als diesen.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild von "Mein Name ist Nobody" ist einfach nur als ganz fantastisch zu bezeichnen, es ist kaum zu glauben, dass der Film schon 30 Jahre alt ist. Bildverschmutzungen oder -defekte sind weit und breit nicht zu entdecken und das Gesamtergebnis kann man fast schon als "plastisch" bezeichnen. Bei "Nobody ist der Größte" ist ebenfalls eine sehr ordentliche Arbeit abgeliefert worden, Alterserscheinungen sind hier ebenfalls Mangelware. Der Ton liegt in beiden Fassungen in Mono, dem Originalformat, vor und erfüllt seinen Zweck.
An Extras gibt es reichlich zu entdecken: Bei "Mein Name ist Nobody" gibt es eine über einstündige Dokumentation über die Entstehung des Films. "Abgestaubt" wirft in 30 Minuten einen Blick auf die Restauration des Films und die Geschichte des Heimkinos allgemein. Abgerundet werden die Extras durch eine Bildergalerie, einen Blick auf seltene Pressebücher zum Film und einen Ausschnitt aus der 8 mm-Fassung von Nobody. Bei "Nobody ist der Größte" gibt es eine rund 30minütige, äußerst kritische Dokumentation zum Film, ein rund 10minütiges Interview mit Terence Hill, eine Bildergalerie mit Aushangfotos und sonstigen Sammlerstücken, eine weitere mit mit dem Presseheft zum Film und Ausschnitte aus der 8 mm-Fassung von "Nobody ist der Größte". Alle Extras befinden sich jeweils auf einer Extra-Disc.
Die beiden "Nobodys" sind entweder in der getesteten Box komplett oder auch als Einzelfassungen in jeweils einer Doppel-DVD erhältlich. Inhaltlich gibt es keinen Unterschied zwischen der Box und den Einzelveröffentlichungen. Komplettisten sei die Box empfohlen, Fans von "Mein Name ist Nobody" können sich die Einzelfassung auch ohne den "zweiten Teil" ins Regal stellen.
Fazit:
Zumindest "Mein Name ist Nobody" darf in keiner ernstzunehmenden Westernsammlung fehlen. "Nobody ist der Größte" kann die Erwartungen, die durch den "ersten" Teil geweckt wurden, leider nicht mehr erfüllen, ist aber zumindest erträglich. Die beiden DVDs sind technisch absolute Spitzenklasse, die Extras können sich ebenfalls sehen lassen - zugreifen!
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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Mein Name ist Nobody 111:47 Minuten
Nobody ist der Größte 118:37 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Englisch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch
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Bonusmaterial:
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- Dokumentation "Nobody' perfect"
- "Nobody" vor und nach der Restauration
- Bildergalerie
- "Seltene Pressebücher"
- Ausschnitte von der 8 mm-Fassung von "Mein Name ist Nobody"
- Dokumentation "Nobody's as half as good as you"
- Interview mit Terence Hill
- Bildergalerie: "Seltene Sammlerstücke"
- Bildergalerie: Presseheft zu "Nobody ist der Größte"
- Ausschnitte von der 8 mm-Fassung von "Nobody ist der Größte"
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Mein Name ist Nobody / Nobody ist der Größte
Mio nome è Nessuno / Un Genio, due compari, un pollo
Ein Klassiker und sein schwacher Nachfolger in einer tollen Box
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien, 1973/1975
Regie: Sergio Leone, Tonino Valerii, Damiano Damiani
Drehbuch: Damiano Damiani, Sergio Leone
Darsteller: Terence Hill, Henry Fonda, Klaus Kinski, Miou Miou
Vertrieb : Paramount Home Entertainment DVD-Verleihstart : 15.08.2005
DVD-Verkaufsstart : 15.08.2005
Vertrieb : Rainbow Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 15.08.2005
DVD-Verkaufsstart : 15.08.2005
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