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Dracula - Nächte des Entsetzens (1970)
Hammer Horror Box


Dracula - Nächte des Entsetzens

Story:
Graf Dracula ist zurückgekehrt und terrorisiert die Bewohner eines kleinen Dorfes nahe seines Schlosses. Diese verkriechen sich, nach einem für sie verheerend verlaufenen Angriff auf das Schloss, in ihren Löchern. Als Paul Carson auf unerklärliche Weise in der Nähe des Schlosses verschwindet, machen sich sein Bruder Simon und dessen Freundin Sarah auf die Suche nach ihm, stoßen bei den Dorfbewohnern aber nur auf Ablehnung. Alle Spuren von Paul führen jedoch zum Schloss von Dracula und so machen sich beide allein auf den Weg in die Höhle des Löwen.

Meinung und Hintergründe zum Film:
"Dracula - Nächte des Entsetzens" ist der sechste Teil in der achtteiligen Draculareihe aus den Hammer Studios. Gleichzeitig ist es der letzte Teil, in dem Dracula, verkörpert von Christopher Lee ("Horror-Express") in seiner Paraderolle, im Mittelalter aktiv ist, bevor er mit "Dracula jagt Mini Mädchen" in die damalige Gegenwart der 70er Jahre überwechselt. Regisseur Roy Ward Baker war zuvor bereits mit "Das Grüne Blut der Dämonen" und "Gruft der Vampire" für die Hammer Studios tätig gewesen, ansonsten wurde er vor allem durch seine Kult-Serien "Simon Templar" und "Department S" bekannt. "Dracula -Nächte des Entsetzens" blieb Roy Ward Bakers einziger Beitrag zur Draculareihe.

Der Film besteht aus drei Teilen. Zu Beginn werden die Wiederauferstehung Draculas, sein schändliches Treiben und die vergeblichen Versuche der Dorfbewohner, ihn zu bekämpfen geschildert. Im zweiten Teil folgt der Zuschauer den "Abenteuern" des "Frauenhelden" Paul Carson, die nach seiner halsbrecherischen Flucht vor den Vertretern des Gesetzes, mit seinem Verschwinden auf Schloss Dracula enden. Im dritten und letzten Teil ist die Suche nach eben jenem verschwundenen Paul zentrales Element, die in der finalen Auseinandersetzung mit dem Grafen selbst gipfelt. Dabei weist dieser Teil der Draculareihe einige Besonderheiten auf. Graf Dracula verlässt während des gesamten Films sein Schloss kein einziges Mal. Sein Sarg steht in einem der unteren Gewölbe des Schlosses, für Normalsterbliche beinahe unerreichbar. Dracula ist jedoch in der Lage, senkrecht Wände "hinaufzukrabbeln" und es auf diese Weise zu verlassen und zu betreten. Draculas Opfer verirren sich entweder auf das Schloss, oder sein Diener Klove fährt mit der Kutsche los und sammelt die Opfer ein. Überhaupt ist Dracula stark auf seinen Diener angewiesen, der sich tagsüber um das Schloss kümmern muss, und z.B. auch die Opfer entsorgt. Weiterhin ist Dracula der Herr der Fledermäuse. Sie gehorchen ihm und sind seine Augen in der Außenwelt. Außerdem benutzt er sie auch für Angriffe auf Menschen, da diese Exemplare sehr groß und aggressiv ausgefallen sind. Gegenüber Menschen verfügt der Graf über hypnotische Fähigkeiten, um sie sich gefügig zu machen. Die Rolle des Dieners ist insgesamt sehr undurchsichtig. Er hat etliche tiefe Narben auf seinem Rücken, die auf Misshandlungen seines Herrn hinweisen. Einerseits ist er ihm hörig, andererseits beginnt er zu rebellieren, als er sich in Sarah verliebt. Patrick Troughton ("Königin der Wikinger") spielt den Leidensweg der misshandelten Kreatur zwischen Existenzangst und Hoffnung, bzw. Liebe dabei äußerst mitreißend und ist der heimliche Star des Films. Christopher Lee verkörpert seine Paraderolle erneut sehr überzeugend. Er wirkt hier weniger wie ein übernatürliches Wesen. Vielmehr erscheint er als kühler, sadistischer Feudalherr, der in seinem Blutdurst animalische Züge aufweist.

Dieser Teil der Reihe ist auffallend blutrünstig geraten. So wirken sich z.B. die Attacken der Fledermäuse äußerst verheerend aus und bieten zerfetzte Gesichter und herausgerissene Augäpfel. Während die blutigen Effekte zufriedenstellend umgesetzt wurden, scheinen die Fledermäuse, wie so oft in klassischen Vampirfilmen, eher aus der Augsburger Puppenkiste entflohen zu sein. Von der Atmosphäre her kann der Film aber absolut überzeugen, beispielsweise in den nächtlichen Szenen mit der Kutsche im Wald, oder den dahingemordeten Angehörigen der Dorfbewohner in der Kirche des Ortes. Auch das Schloss ist wieder äußerst finster geraten, das Dorf hingegen umso spärlicher und man sieht davon lediglich die Dorfschenke. Dennis Waterman ("Inzest") als Simon Carlson erweist sich im Verlaufe des Films als würdiger Gegner für Dracula und wächst in der Sorge um seinen Bruder und seine Freundin über sich selbst hinaus. Der Dorfpriester hingegen spielt in diesem Film nur eine sehr untergeordnete Rolle. Einen Großteil seiner Spannung zieht der Film aus der Frage, was tatsächlich mit Paul geschehen ist und ob er eventuell noch am Leben ist oder doch ein Opfer des Grafen geworden ist, was glücklicherweise erst sehr spät aufgelöst wird.

DVD Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist auch hier wieder sehr gut. Es gibt lediglich ein ganz leichtes Rauschen und minimale Defekte. Beide Tonspuren haben keine größeren Schwächen.

Als Extras gibt es nur einen Trailer, eine Fotogalerie und einen Werbeflyer.

Fazit:
Der vorliegende Teil, "Dracula - Nächte des Entsetzens", ist sicherlich nicht der stärkste Film der Reihe. Er kann jedoch in den wichtigsten Bereichen mit seiner sehr atmosphärischen Aufbereitung, den starken schauspielerischen Leistungen und einem überzeugenden Spannungsbogen punkten. Somit kann man ihn trotz budgetbedingter Schwächen und einer etwas spät einsetzenden Haupthandlung Freunden des klassischen Horrors durchaus empfehlen.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
91:07 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • Werbeflyer

Hammer Horror Box
Dracula - Nächte des Entsetzens
Scars of Dracula

Lennart Reimherr
Christopher Lee ist wieder da und diesmal hat er geflügelte Helfer!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1970
Regie:
Roy Ward Baker
Drehbuch:
Anthony Hinds, Bram Stoker
Darsteller:
Christopher Lee, Dennis Waterman, Jenny Hanley, Patrick Troughton, Christopher Matthews, Michael Gwynn

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
06.10.2006
DVD-Verkaufsstart :
06.10.2006

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart Schweiz :
06.10.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
06.10.2006




Special vom: 20.10.2006
Autor dieses Specials: Lennart Reimherr
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