Das Grab der blutigen Mumie
Story:
Ein Forscherteam unter der Leitung von Professor Julian Fuchs entdeckt das Grab der Königin Tera. Ihr Körper ist innerhalb des Sarkophags noch perfekt erhalten. Die Reliquien von Tera werden auf die verschiedenen Forscher verteilt. Zur gleichen Zeit, als Fuchs Tera findet, stirbt seine Frau und bringt eine Tochter zur Welt. Einige Jahre später rückt der Zeitpunkt für Teras Wiederauferstehung näher und sie bemächtigt sich des Geistes von Margaret. Nach und nach sterben die Expeditionsmitglieder eines grausamen Todes und die Reliquien tauchen alle bei Tera wieder auf.
Meinung und Hintergründe zum Film:
"Das Grab der blutigen Mumie" basiert auf dem Roman "The Jewel of the Seven Stars" (1903) von Bram Stoker. Bereits während der Dreharbeiten zu "Das Grab der blutigen Mumie" traten einige Probleme auf. Ursprünglich war für die Rolle des Julian Fuchs Peter Cushing vorgesehen, seine Frau verstarb jedoch zu dieser Zeit und er sah sich vorläufig außer Stande seiner schauspielerischen Tätigkeit weiter nachzugehen. Während der Dreharbeiten starb dann auch noch der Regisseur Seth Holt ("Ratten im Secret Service") und musste durch Michael Carrerras, der mit Mumienfilmen bereits als Regisseur von "Die Rache des Pharao" Erfahrungen gesammelt hatte, ersetzt werden.
Zunächst handelt es sich bei diesem Film eigentlich trotz seines Titels um keinen Mumienfilm. Tera befindet sich zwar in einem Sarkophag, wurde aber keineswegs einbalsamiert, so kann man trotz des perfekten Zustands ihres Körpers, abgesehen von einer abgehackten Hand, nicht von einer Mumie sprechen. Sowohl Tera, als auch Margaret Fuchs werden von Valerie Leon in einer Doppelrolle gespielt. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Mitwirken in diversen Filmen aus der „Carry On“-Reihe. Während sie in der Rolle der Tera im Grunde nur spärlich bekleidet in ihrem Sarkophag herumliegen muss, gelingt es ihr in der Rolle der Margaret leider nicht den Beweis anzutreten, dass sie neben ihrem attraktiven Äußeren auch schauspielerische Talente besitzt. Ihre Mimik und Ausdrucksfähigkeit ist leider dermaßen beschränkt, dass man sich nie ganz sicher sein kann, ob man momentan Zeuge der echten Margaret wird, oder ob sie gerade unter dem Einfluss von Tera steht. Hinzu kommt, dass bei der ansonsten sehr gelungenen deutschen Synchronisation ihre deutsche Stimme irgendwie ziemlich daneben ist und vor allem durch äußerst seltsame Betonungen auffällt. Leider fehlt dieser Produktion auch an allen Ecken und Enden der ursprünglich eingeplante, großartige Peter Cushing. Andrew Keir ("Königin der Wikinger") in der Rolle des Julian Fuchs liefert eine passive, geradezu leblose Vorstellung und ist nicht in der Lage, die schwache Geschichte mit Leben zu füllen. Die besten Leistungen liefern hier noch James Villiers ("Ekel") in der Rolle des finsteren Corbeck und Mark Edwards ("Turm der lebenden Leichen") als Margarets Geliebter Tod Browning, der jedoch plötzlich ziemlich unmotiviert aus der Geschichte ausscheiden muss.
Die große Schwäche des Films ist aber vor allem die äußerst träge voranschreitende Story, in der niemals so etwas wie Spannung aufkommt. Die Story verläuft so geradlinig wie vorhersehbar und lässt leider den typischen Charme früherer Hammerfilme völlig vermissen. Schnell ist klar, Corbeck verfolgt finstere Ziele, Fuchs ist sein viel zu passiver Gegenspieler, Margaret wird zu Teras Werkzeug und alle anderen Expeditionsteilnehmer müssen, im 10-kleine-Negerlein-Stil, das Zeitliche segnen. Am Ende steht dann das Wiedererweckungsritual mit ungewissem Ausgang. Die Schauspieler scheinen weniger miteinander oder gegeneinander zu agieren, sondern jeder in seiner völlig eigenen Welt. Als z.B. Julian in Margarets Beisein zusammenbricht, verzieht diese keine Miene und durchsucht lieber seinen Keller. Ihr Geliebter Tod, der bis zur Hälfte des Films eine gewichtige Rolle spielt und als potentieller Gegenspieler zu Corbeck aufgebaut wurde, wird aus dem Nichts von Margaret kaltgestellt und kurz danach auf "brutale" Weise vom Drehbuch entsorgt. Jeder Charakter scheint seine ganz eigenen Pläne zu verfolgen, ohne dass diese dem Betrachter offenbart werden. Anders als bei frühen Hammerfilmen wird hier, neben den freizügigeren Szenen von Valerie Leon, auch einiges an blutigeren Elementen integriert. Allerdings geschehen die Morde alle auf rätselhafte Weise im Off und es werden ewig die gleichen Effekte in Form von diversen aufgerissenen, bzw. zerfetzten Kehlen präsentiert. Ansonsten gibt es noch den Armstumpf von Tera, der ab und an anfängt zu bluten, was insgesamt auch nicht gerade überzeugend aussieht.
DVD Aufarbeitung:
Die Bild- und Tonqualität sind für das Alter des Films sehr gelungen und besitzen außer kleineren Defekten und einem leichten Hintergrundrauschen des Bildes keine Schwächen.
Als Extras gibt es lediglich einen Trailer, eine Fotogalerie und Werbeflyer.
Fazit:
"Das Grab der blutigen Mumie" ist wohl einer der schwächsten Hammerfilme überhaupt und lässt all deren typischen Stärken, wie eine atmosphärische Präsentation, gute Schauspieler und einen eindeutigen, sich stetig steigernden Spannungsaufbau vermissen.
Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 1.0
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Englisch: Dolby Digital 1.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Fotogalerie
- Werbeflyer
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Das Grab der blutigen Mumie
Blood from the Mummy`s Tomb
In diesem Film gibt es weder eine Mumie, noch Spannung!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr: Großbritannien, 1971
Regie: Michael Carrerras, Seth Holt
Drehbuch: Christopher Wicking, Bram Stoker
Darsteller: Andrew Keir, Valerie Leon, James Villiers, Hugh Burden, George Coulouris, Mark Edwards
Label : Kinowelt Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 06.10.2006
DVD-Verkaufsstart : 06.10.2006
Vertrieb : Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart : 06.10.2006
DVD-Verkaufsstart : 06.10.2006
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