Splashpages  Home Movies  Specials  Hammer Horror Box  Nur Vampire küssen blutig (1971)
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 33 Specials. Alle Specials anzeigen...

Nur Vampire küssen blutig (1971)
Hammer Horror Box


Nur Vampire küssen blutig

Story:
Der bekannte britische Schriftsteller Richard Lestrange hält sich im Jahr 1830 in dem österreichischen Dorf Styra auf. Er ist auf der Suche nach einer neuen Inspiration für seine Gruselromane. In dem Dorf wird er mit der Legende der Karnsteins konfrontiert, deren ausgestorbenes Geschlecht angeblich alle 40 Jahre wiederbelebt wird und dann in Form von Vampiren ihr Unwesen treibt. Lestrange nimmt das ganze zunächst nicht ernst und ergaunert sich eine Anstellung als Englischlehrer im örtlichen Mädchenpensionat. Es kommt jedoch zu mysteriösen Vorfällen und Lestrange verliebt sich in die geheimnisvolle Mircalla, die aber ausgerechnet irgendwie in diese Vorgänge involviert zu sein scheint.

Meinung und Hintergründe zum Film:
"Nur Vampire küssen blutig" ist der zweite Teil der "Karnstein-Trilogie". Sie begann im Jahre 1970 mit "Gruft der Vampire" und fand 1971 ihren Abschluss mit "Draculas Hexenjagd". Regie führte der schon von "Frankensteins Schrecken" her bekannte Jimmy Sangster. Und auch der als Victor Frankenstein bekannte Ralph Bates ist wieder mit an Bord. Die Filme sind jedoch keine chronologischen Fortsetzungen, sondern jeweils unabhängige Interpretationen der 1872 erschienen Novelle "Carmilla" des irischen Autors Joseph Sheridan Le Fanu. Diese Geschichte hatte großen Einfluss auf Bram Stokers späteren "Dracula".

"Nur Vampire küssen blutig" stellt wiederum einen Versuch der Hammer Studios dar, dem zum damaligen Zeitpunkt darbenden klassischen Horrorfilm neues Leben einzuhauchen. Während man einerseits, wie im besprochenen "Dracula - Nächte des Entsetzens", die Zahl der blutigen Effekte und Grausamkeiten deutlich erhöhte, versuchte man andererseits, wie z.B. in diesem Film, mit freizügigen Szenen zu punkten, die zu dieser Zeit im Kino noch alles andere als alltäglich waren. Insofern bot natürlich die literarische Vorlage mit einem weiblichen und auch noch lesbischen Vampire beste Voraussetzungen für ein "schlüpfriges" Vergnügen. So erinnert denn auch die Location des Mädchenpensionats mit den leicht bekleideten Schülerinnen bei der morgendlichen Gymnastik und reichlich vorhandener entblößter Oberweiten im Verlauf des Films weniger an Hammerproduktionen, als vielmehr an Werke von Jess Franco oder Erwin C. Dietrich. Glücklicherweise vergaßen die Hammer Studios aber auch in diesem Film nicht ihre klassischen Tugenden und besonders das Motiv der lesbischen Vampirin wird stark in den Hintergrund gerückt. Auch die Beziehung von Richard Lestrange, gespielt von Michael Johnson ("The Frighteners"), dient weniger zur plakativen Darstellung von Bettszenen, als vielmehr der Entwicklung einer tragischen Liebesgeschichte zwischen Liebe und vampirischer Lust. Leider kann die Karnstein-Reinkarnation mit Namen Mircalla, gespielt von Yutte Stensgsaard ("Zeta One") schauspielerisch überhaupt nicht überzeugen. Ob sie nun gerade ihren Gelüsten verfällt oder einfach nur ihre menschliche Seite verkörpert, sie wirkt immer seltsam abwesend und von der Mimik her extrem eingeschränkt, ausschlaggebend für ihre Wahl waren aber wohl auch andere "Argumente", die dann auch ständig ins Blickfeld gerückt werden.

Der Film bietet einige sehr atmosphärische Außenaufnahmen und natürlich darf auch das übliche, unheimliche Schloss nicht fehlen. Mit blutigen Effekten wird extrem gegeizt, meist bleibt es bei den üblichen vampirischen Bisswunden, nur gegen Ende gibt es eine sehr blutige Pfählung zu vermelden. Die Story ist in einem positiven Sinne sehr undurchschaubar und zieht daraus ihre Spannung, da sich der Zuschauer nie sicher sein kann, wie sie sich weiterentwickelt. Woran es dem Film ein wenig mangelt ist eine aktive, handelnde Person. Lestrange ist durch seine Verliebtheit zu passiv und zu sehr an Mircalla gebunden. Die Lehrerin Janet Playfair, gespielt von Suzanna Leigh ("Bestien lauern vor Caracas") zeigt Ansätze zu einer solchen, die Aufklärung der Angelegenheit vorantreibenden Kraft. Diese Position verbleibt aber stark ausbaufähig. Die Story verläuft teilweise etwas merkwürdig und sprunghaft, z.B. wenn gegen Ende aus dem Nichts ein Bischof auftaucht und die Dorfbewohner aus dem Stand beschließen, man könnte den Karnsteins ja mal ein wenig "einheizen".

DVD Aufarbeitung:
Bild- und Tonqualität sind insgesamt sehr gut und ohne größere Schwächen. Es gibt jedoch zwischendurch extrem kurze Sequenzen, wie z.B. auch beim Vorspann, die eine deutlich geringere Bildqualität aufweisen und mit starkem Rauschen und vielen Defekten zu kämpfen haben. Aufgrund ihrer Länge fallen diese Sequenzen aber nicht wirklich ins Gewicht.

Erneut gibt es als Extras nur einen Trailer, eine Fotogalerie und Werbeflyer.

Fazit:
Auch wenn der Film teilweise ein wenig am Rande des "Sleaze" wandelt, überzeugt er durch größtenteils starke schauspielerische Leistungen, eine dichte Atmosphäre und eine mysteriöse, undurchschaubare Geschichte, die bis zum Ende fesseln kann, auch wenn einige Fragen offen bleiben. Letztendlich handelt es sich bei diesem Film um einen der gelungensten "Modernisierungsversuche" des klassischen Horrorfilms durch die Hammer Studios.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
91:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • Werbeflyer

Hammer Horror Box
Nur Vampire küssen blutig
Lust for a Vampire

Lennart Reimherr
Das rege Liebesleben der Vampire
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1971
Regie:
Jimmy Sangster
Drehbuch:
Tudor Gates, Sheridan Le Fanu
Darsteller:
Ralph Bates, Barbara Jefford, Suzanna Leigh, Michael Johnson, Yutte Steensgard, Helen Christie

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
06.10.2006
DVD-Verkaufsstart :
06.10.2006

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart Schweiz :
06.10.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
06.10.2006




Special vom: 23.10.2006
Autor dieses Specials: Lennart Reimherr
Weitere Seiten innerhalb dieses Specials können über das seitliche Menü links oben aufgerufen werden.
Zurück zur Hauptseite des Specials