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Frankensteins Schrecken (1970)
Hammer Horror Box


Frankensteins Schrecken

Story:
Nachdem Victor Frankenstein sich in der Schule völlig unterfordert fühlt, sein Vater ihn aber nicht auf die Universität lassen will, entledigt er sich seiner Person und erbt damit auch das väterliche Schloss, den Titel eines Barons und ein beträchtliches Vermögen. Als aber auch die Universität ihn nicht mehr weiterbringt beschließt er sie zu verlassen und sein eigenes Labor im Schloss aufzubauen, um ungestört seinen Studien über Anatomie und künstliches Leben nachzugehen. Schließlich erweckt er ein furchterregendes Monster, das er aus Leichenteilen zusammengesetzt hat, zu neuem Leben.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Regisseur Jimmy Sangster drehte ein Jahr später den ebenfalls in der Kinowelt-Box enthaltenen "Nur Vampire küssen blutig". "Frankensteins Schrecken" ist jedoch seine erste Regiearbeit überhaupt. Hauptdarsteller Ralph Bates wirkte später ebenfalls in "Nur Vampire küssen blutig" mit und gab sein Debüt in dem Hammer-Film "Wie schmeckt das Blut von Dracula?". Dieser Frankensteinfilm steht übrigens für sich allein und gehört nicht zur sechsteiligen Hammer-Frankensteinreihe mit Peter Cushing. In weiten Teilen ist er jedoch ein Remake des ersten Films der Reihe von 1957 "Der Fluch von Frankenstein". Ralph Bates sollte mit diesem Film wohl zum neuen "jugendlichen" Aushängeschild der Hammer Studios aufgebaut werden, was jedoch misslang.

"Frankensteins Schrecken" versteht sich nicht nur als klassischer Horrorfilm, sondern besitzt auch zahlreiche Komödienelemente, teils eher beiläufig und unterschwellig, teils vordergründig. Das mag auf den ersten Blick sehr problematisch klingen, funktioniert aber anfangs erstaunlich gut. Das liegt einerseits vor allem an Ralph Bates in der Rolle des Viktor Frankenstein, der einen pechschwarzen Humor besitzt und dabei keine Miene verzieht, und andererseits daran, dass diese Elemente nie überhand nehmen. Mit zunehmender Spielzeit tritt der Humor jedoch immer weiter in den Hintergrund, wobei dieser "Rückbau" nicht gerade sehr geschickt vollzogen wird. Highlight dieses eher amüsanten Teils des Films ist Dennis Price ("Draculas Hexenjagd") in der Rolle des Grabräubers, der sich beispielsweise in einer Szene über die wohlfahrtsstaatsbedingte Verknappung von "frischen" Leichen mokiert. Im direkten Vergleich muss sich der Film jedoch den Frankensteinfilmen aus gleichem Hause deutlich geschlagen geben. Ralph Bates Interpretation von Frankenstein ist eine völlig andere als die von Peter Cushing. Wo Peter Cushing eiskalte Autorität ausstrahlt und sich mit alles überstrahlendem Ehrgeiz den Wissenschaften, bzw. dem Fortschritt verschrieben hat, welcher ihn langsam zerfrisst und korrumpiert, ist Ralph Bates vor allem unglaublich arrogant und selbstgefällig. Das genaue Ziel seiner Forschung wird nicht wirklich deutlich. Es scheint so, als wollte er vor allem sich selbst beweisen, was für ein Genie er doch ist. Die Anerkennung anderer Menschen interessiert ihn nicht. Er verachtet sie und es sind nur Schachfiguren in seinem Spiel. Zunächst überzeugt diese Interpretation von Ralph Bates zumindest schauspielerisch. Mit der Zeit wird diese überhebliche Persönlichkeit für den Zuschauer aber immer nervtötender, da Victor alles besser weiß und die anderen Charaktere ihm geistig bei weitem unterlegen sind. Sie wirken so infantil, wie Viktor wohl auch über sie denkt. Auch Wilhelm, sein Helfer, kann anders als in den klassischen Frankensteinteilen weder als moralisches, noch als intellektuelles Gegengewicht zu Viktor gelten.

Leider sieht man dem Film das geringe Budget an, die Laborausstattung ist z.B. im Vergleich zum Original einfach armselig. Auch die spärlichen, blutigeren Effekte in Form von Leichenteilen, sind einfach nur schlecht gemacht. Spätestens wenn das Monster das erste Mal auftritt, geht der Film völlig den Bach hinunter. Die meisten Narben sind nur "aufgemalt" und der "modifizierte" Kopf sieht auch alles andere als überzeugend aus. Ferner wirkt David Prowse, besser bekannt in der Rolle des "Darth Vader", eher wie ein Bodybuilder, denn wie das klassische Monster. Ansonsten wird der Aspekt "Menschlichkeit" in Bezug auf das Monster völlig vernachlässigt. Viktor hat keine besondere Beziehung zu dem Monster, es zeigt auch selbst keine menschlichen Züge und auch sein "Leiden" bzw. sein "Seelenleben" werden nicht thematisiert. Es stampft einfach wie wild durch die Gegend, zerstört und tötet Menschen und das auch noch auf äußerst unspektakuläre Weise.

DVD Aufarbeitung:
Die Bild- und Tonqualität sind wirklich hervorragend gelungen. Erstere ist sogar noch besser als bei "Das Grab der blutigen Mumie". Bei der deutschen Tonspur gibt es jedoch bei der Laufzeit von 22:44 - 22:48 einen kleinen Tonaussetzer. Der Aussetzer bei 50:32 - 50:40 kommt hingegen bei beiden Tonspuren vor und ist wohl als Stilmittel, für die Unaufmerksamkeit von Viktor, gewollt.

Als Extras gibt es erneut lediglich einen Trailer, eine Fotogalerie und Werbeflyer.

Fazit:
"Frankensteins Schrecken" leidet unter einem schwachen Drehbuch, einem geringen Budget und vor allem an einem weder optisch, noch inhaltlich überzeugenden Monster. Weiterhin fehlt es Ralph Bates einfach an der Aura und Autorität eines Peter Cushing und die anderen Charaktere sind so eindimensional, dass sie alle zu Statisten verkommen.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
91:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch:
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • Werbeflyer

Hammer Horror Box
Frankensteins Schrecken
The Horror of Frankenstein

Lennart Reimherr
Der schwächste Frankenstein aus dem Hause Hammer!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1970
Regie:
Jimmy Sangster
Drehbuch:
Jeremy Burnham, Jimmy Sangster
Darsteller:
Ralph Bates, Kate O`Mara, Veronica Carlson, Dennis Price, Jon Finch, Graham James

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
DVD-Verleihstart Deutschland :
06.10.2006
DVD-Verkaufsstart :
06.10.2006

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
DVD-Verleihstart Schweiz :
06.10.2006
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
06.10.2006




Special vom: 23.10.2006
Autor dieses Specials: Lennart Reimherr
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