Inhalt:
Dr. Mabuse (Rudolf Klein-Rogge) ist ein genialer Superverbrecher und ein Meister der Verkleidung. Er manipuliert mit seinen Intrigen die Börse und hat seine eigene professionelle Geldfälscherwerkstatt. Weiterhin verfügt er über die Macht der Hypnose und ist damit in der Lage, Menschen gegen ihren Willen für seine eigenen, finsteren Ziele einzuspannen. Als er jedoch den jungen Millionär Hull (Paul Richter) beim Glücksspiel ausnimmt, heftet sich Staatsanwalt von Wenck (Bernhard Goetzke) an seine Fersen und lässt fortan nicht mehr locker. Dr. Mabuse sieht sich genötigt, mehrere Attentatsversuche gegen den Staatsanwalt einzuleiten, hinterlässt dabei aber auch immer mehr Spuren, die auf seine wahre Identität hindeuten.
Hintergründe und Bewertung:
Der Zweiteiler "Dr. Mabuse - Der Spieler" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Norbert Jacques. Mit dieser Verfilmung traf Fritz Lang exakt den Nerv der Zeit. Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland, die Weimarer Republik, ist gekennzeichnet durch ein enormes Gefälle zwischen unermesslichem Reichtum (Kriegsgewinnler) und totaler Verarmung weiter Bevölkerungsteile, verbunden mit äußerst instabilen Rahmenbedingungen des Staates. Der typische Nachkriegsmensch rafft alles zusammen, was er bekommen kann, die Moral bleibt dabei auf der Strecke und die innere Leere wird mit Drogen und Exzessen betäubt. In dieser Zeit tritt der geniale Verbrecher Dr. Mabuse, ein Übermensch nach Prägung von Nietzsche, auf den Plan. Sein Ziel ist die Herrschaft durch das Verbrechen. Er destabilisiert die Grundfesten des Staates und gewinnt mit zunehmender Anarchie immer stärker an Macht, fixiert nur auf seinen eigenen Wohlstand und seine Leidenschaften. Ein wichtiger Bestandteil des Films sind die Masken und Kostüme des Dr. Mabuse, Zeichen seiner Verwandlungskünste, die es ihm ermöglichen, sich frei zu bewegen und seine Illusionen zu verstärken. Der Film trägt die typischen Züge des deutschen Expressionismus, kontrastreiche Ausleuchtungen, Gegensatz zwischen Innen- und Außenwelt, betont übertriebene Darstellung der Schauspieler, oder auch die Visualisierung surrealer Elemente, z.B. der hypnotischen Befehle des Dr. Mabuse. Neben der Fortsetzung von 1932 und Langs letzter Regiearbeit von 1960 entstanden in den 60er Jahren in Deutschland noch fünf weitere Dr. Mabuse-Filme, allerdings ohne Beteiligung von Fritz Lang.
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