MINISTERIALVERFAHREN
Doch bevor sich Harry auf die Auseinandersetzung mit Voldemort konzentrieren kann, muss er wieder in Hogwarts aufgenommen werden. Harry muss seine Handlungsweise in der Anhörung im Zaubereiministerium rechtfertigen. Der Innenhof des Ministeriums wird laut Produktionsdesigner Stuart Craig „von einem Fudge-Plakat im Sowjet-Stil dominiert“.
Der Designer fügt hinzu, dass die Leute zwar buchstäblich durch die Flure fliegen und Memos mit einer für Zauberer typischen Variante von Luftpost befördert werden, aber dennoch ist „das Ministerium äußerst bürokratisch. In England stammen die Verwaltungsgebäude meist aus dem Viktorianismus des 19. Jahrhunderts, der sehr in Ornamente verliebt war. Außerdem befindet sich das Ministerium unter der Erde, weshalb wir uns als Erstes die ältesten U-Bahn-Stationen in London anschauten, die oft mit dekorativen Kacheln überladen sind. Diesen Aspekt haben wir in das Design eingebracht – wir erfinden eine Unterwelt aus Tunneln, wie sie entstehen, wenn man unter der Erde baut. Verkleidet werden sie mit polierten schwarzen Kacheln, die im Film sehr interessant wirken. Doch Kameramann Slawomir Idziak hatte seine liebe Not damit, weil sie alles spiegeln.“

Der Innenhof des Ministeriums ist das größte Set, das je für die „Harry Potter“-Filme gebaut wurde: über 60 Meter lang, 36 Meter breit und neun Meter hoch. Darin wurden über 30.000 Kacheln verarbeitet – jede musste einzeln per Hand angebracht werden. Auf der Leinwand erscheint das Atrium durch den Einsatz von visuellen Effekten sogar noch größer.
In Begleitung von Mr. Weasley betritt Harry das Ministerium durch den Besuchereingang, der bewusst so aussieht wie eine ordinäre Telefonzelle im Zentrum von London. „Wir fanden es lustig, das Zaubereiministerium direkt unten den Muggel-Ministerien anzusiedeln – wir stellten die Telefonzelle also auf dem Fußweg ganz in der Nähe des Verteidigungsministeriums auf. Die Muggel haben keine Ahnung, dass unter dem britischen Verteidigungsministerium das Zaubereiministerium liegt“, grinst Craig.
Yates bestätigt: „Eines der witzigsten Elemente bei Harry Potter sind die Parallelen, die direkte Nachbarschaft der Zauberwelt und unserer Muggel-Welt. Manchmal befinden sie sich Tür an Tür oder direkt unter unseren Füßen, wenn wir sie nur wahrnehmen würden. Oft genug kommen die Welten sogar in Kontakt, ohne dass wir das begreifen.“
Bei Harrys Anhörung läuft nicht alles so, wie Fudge es geplant hat – dank Dumbledore und einem unerwarteten Augenzeugen. Die Vorwürfe gegen Harry werden fallen gelassen. Doch als er nach der Anhörung mit Dumbledore sprechen will, verschwindet sein geliebter Mentor sofort und vermeidet sogar den Augenkontakt mit dem jungen Zauberer.
Als Albus Dumbledore ist wieder Michael Gambon zu sehen. Er sagt: „Harry empfindet Dumbledore als den Fels, auf dem er steht, doch in diesem Film kommt dieser Fels ein wenig ins Rutschen. Dumbledores Macht ist ernsthaft gefährdet, aber dadurch wird er natürlich viel menschlicher, nicht wahr? Außerdem konnte ich dadurch ganze neue Aspekte der Rolle ausloten – eine sehr interessante Erfahrung.“
Von Dumbledores Zurückweisung verstört, kehrt Harry nach Hogwarts zurück. Dort wird er diesmal zusammen mit seinen Mitschülern auf eine Probe gestellt, die alles Bisherige übertrifft.
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