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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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Dumbledores Armee


DUMBLEDORES ARMEE

Während Professorin Umbridge in Hogwarts immer mehr an Macht gewinnt, gibt es ständig neue und noch strengere Anordnungen, die die Bewegungsfreiheit der Schüler immer mehr einschränken. Fast täglich werden neue Bekanntmachungen an die steinernen Wände von Hogwarts genagelt, mit denen Umbridge jede subversive Regung im Keim ersticken will. Doch alle ihre Pläne erreichen nur das Gegenteil: Ihre eiserne Knute stärkt die Schüler nur in ihrem Willen, sich irgendwie gegen ihre Autorität aufzulehnen. Dazu Yates: „Interessanterweise will sie die Schule total unter ihre Kontrolle bringen – doch letztlich erreicht sie genau das Gegenteil.“

Hermine ergreift als Erste die Initiative und ruft ihre Schulkameraden dazu auf, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Watson stellt fest: „Ihnen ist völlig klar, dass sie sich nicht verteidigen können, wenn sie keine Zaubersprüche lernen. Und während das Ministerium rundweg leugnet, dass Voldemort zurückgekehrt ist, wissen die Schüler es besser. Denn sie glauben Harry. Sie wissen, dass da draußen etwas Unheimliches und Schreckliches vor sich geht. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass Hermine erstmals in ihrem Leben rebelliert. Erstmals begreift sie, dass es nicht immer richtig sein kann, stur die Anweisungen zu befolgen. Die Autoritäten sind nicht unfehlbar – manchmal kann man nur sich selbst trauen.“


Von Hermine und Ron ermutigt, erklärt sich Harry bereit, aktiv zu werden und die verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen, seinen Mitschülern die Zaubersprüche beizubringen, die sie für die Abwehr der dunklen Künste brauchen. Radcliffe berichtet: „Zunächst zögert Harry, aber Hermine überredet ihn – wie üblich findet er sie lästig, aber in diesem Fall hat sie einen guten Grund“, lacht er. „Wir gehen also in den Untergrund und gründen Dumbledores Armee. Harry wird der Ausbilder, der sein Wissen an die Schüler weitergibt – er bringt ihnen die Kampftechniken bei. Denn er sieht den Krieg voraus, die Gefahr steigt ständig. Weil Umbridge uns nicht das Nötige beibringt, haben wir nicht die geringste Chance, wenn wir in den Kampf eintreten.“

David Heyman betont, dass Harry in dieser Phase einen kritischen Moment seiner Entwicklung durchmacht: Er wird vom Mitschüler zum Lehrer. „Anfangs ist Harry eine Art Außenseiter: Er hat den Eindruck, dass ihm die Menschen in seiner Umgebung nicht mehr vertrauen, ihm nicht mehr glauben. Er fühlt sich ausgeschlossen. Doch dann begreift er, dass er durchaus eine wichtige Aufgabe hat. Und nicht nur das: Seine Mitschüler wollen ihm auch folgen. Das ist eine sehr entscheidende, bewegende Erfahrung: Vom isolierten Außenseiter innerhalb seiner Gruppe steigt er zum Anführer dieser Gruppe auf. Außerdem erweist er sich als besserer Ausbilder als mancher seiner Lehrer.“

Zu seiner Gruppe gehört auch die ätherische Luna Lovegood mit ihrer sanften Stimme und etwas eigenartigen Persönlichkeit – sie lässt sich überhaupt nicht davon beeindrucken, was andere über sie denken. Diese Figur taucht in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ erstmals auf, und damit auch die junge Darstellerin Evanna Lynch, die mit der begehrten Rolle ihr Schauspieldebüt gibt.

Weil Luna so einzigartige Fähigkeiten hat, war die Rolle sehr schwierig zu besetzen. Besetzungschefin Fiona Weir ließen Dutzende von Kandidatinnen vorsprechen, aber keine entsprach den Vorstellungen, die sich die Filmemacher von Luna gemacht hatten. Deshalb beschlossen sie, alle Interessentinnen zum freien Vorsprechen einzuladen. Über 15.000 hoffnungsvolle Mädchen aus ganz Großbritannien bildeten lange Schlangen um den ganzen Block – stundenlang mussten sie auf ihre Chance warten. Zu ihnen gehörte auch Harry-Potter-Enthusiastin Evanna Lynch, die sich seit ihrer Lektüre des Romans für Luna begeistert. „Ich mochte sie sofort“, sagt Lynch. „Das Coole an ihr: Sie ist immer aufrichtig – auch zu sich selbst. Sie ist lustig, ein Freigeist, sie schwebt irgendwie durchs Leben. Alle finden, dass sie eine Macke hat und nicht ganz schussecht ist, aber das stimmt nicht. Sie ist nämlich auf ihre Art sehr klug und weise, sie hat den Durchblick.“


Lynch fühlte sich bei der Lektüre des Buchs sofort mit Luna verbunden. Sie las Lunas Dialoge vor der Videokamera und schickte die Aufnahme an das Auswahlgremium. Kurz darauf erfuhr sie, dass es einen offenen Vorsprechtermin geben würde. „Ich musste da einfach hin … das war meine Bestimmung“, berichtet sie. Sie überredete ihren Vater, mit ihr von ihrem Heimatort im Süden Irlands nach London zu reisen, und stellte sich mit den Tausenden anderen Kandidatinnen an, die alle denselben Ehrgeiz, aber nicht ihr Selbstvertrauen hatten. „Ich war überhaupt nicht nervös, weil Luna mir einfach liegt“, erzählt sie. Darin waren sich die Filmemacher mit ihr einig. David Barron erinnert sich: „Fiona Weir schaute sich alle 15.000 Mädchen an und reduzierte die Auswahl schließlich auf 29, die sie auf DVD filmte – diese Aufnahmen schickte sie uns. Sie erwähnte, wir sollten auf ein Mädchen besonders achten – sagte aber nicht, welches. Ich kam bis Nummer neun, rief Fiona an und sagte: ,Es muss die Neun sein.‘ Ich hatte Recht. Es war Evanna. Sie war absolut fantastisch.“

Heyman bestätigt: „Der Unterschied zwischen Evanna und den übrigen Kandidatinnen ist der: Die anderen können Luna spielen; Evanna Lynch ist Luna.“ Jany Temime fügt hinzu, dass Lynch sogar Lunas Kostüm mitgestaltete. „Auf bestimmte Einzelheiten legt sie besonderen Wert. Ich gestaltete Ohrringe in Form von roten Radieschen für sie, doch sie bestand darauf, dass sie orange sein müssen. So gut kannte sie die Figur. Wir wollten Luna mithilfe der Kostüme als Mädchen mit ganz ausgeprägtem eigenen Geschmack darstellen. Allerdings ist sie nicht so abgehoben, dass sie nicht zu den anderen passen würde.“

Zu Dumbledores Armee gehört auch Neville Longbottom, den Matthew Lewis spielt. Auch er hat eigene Probleme bei der Integration in die Gruppe, darf dann aber zeigen, was in ihm steckt, als er den perfekten Übungsraum für die absolut geheime Ausbildung der Gruppe entdeckt: den Raum der Wünsche. Der Name deutet an, dass der Raum nur für jene vorhanden ist, die ihn benötigen – er passt sich allen Größenerfordernissen an, bleibt aber für Uneingeweihte unsichtbar. Dazu Stuart Craig: „Im neutralen Zustand besteht der Raum der Wünsche aus Spiegelwänden – man kann nicht erkennen, wo der eigentliche Raum endet und die Spiegelung beginnt. Das hielt ich für angemessen, um die Benutzer und ihre Bedürfnisse zu reflektieren. Aber wenn im Raum der Wünsche Bücher, Polster oder Puppen von Todessern benötigt werden, um Kampftechniken zu üben, dann tauchen sie wie im Roman auf.“


Doch als Filmset brachte der Spiegelraum seine ganz eigenen Erfordernisse mit sich. Craig berichtet: „Natürlich machen die Spiegel die Filmaufnahmen extrem schwierig, denn nicht nur die Schauspieler werden gespiegelt, sondern auch die Kamera, das Team, die Scheinwerfer … Für jede Einstellung mussten wir den Winkel der Spiegel verändern, und manchmal sprühten wir ein bestimmtes Spray auf den Spiegel, um bestimmte Stellen stumpf zu machen und so gewisse Reflexionen zu vermeiden.“

Um eines der technischen Probleme von vornherein zu reduzieren, entwickelten Craig und Kameramann Slawomir Idziak ein geniales Beleuchtungssystem im Fußboden – das Set wurde durch ein im Boden eingebautes Gittersystem hindurch beleuchtet. Zunächst sah es so aus, als ob dieses System nicht funktionieren würde, weil die Scheinwerfer die Schuhsohlen der Akteure ganz unpassend zum Leuchten brachten“, erzählt Craig. „Schließlich überzogen wir die Schuhe mit schwarzem Samt. Und wer nicht vor der Kamera auftrat, also die Crew-Mitglieder, mussten blaue Chirurgenschuhe tragen, um zu verhindern, dass Staub in den Fußboden getreten wurde. Denn der musste durchweg schwarz wirken – sonst hätte man die im Boden versteckten Scheinwerfer bemerkt.“

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Special vom: 30.06.2007
Autor dieses Specials: Gastautor
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