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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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Schlachtlinien


SCHLACHTLINIEN

Harrys Selbstvertrauen steigt, als er die Führung der Gruppe übernimmt und offen den Unterrichtsmethoden von Professorin Umbridge trotzt. Doch immer noch plagen ihn Albträume. Was noch fürchterlicher ist: Offenbar träumt er von Vorfällen, die sich dann tatsächlich ereignen. Dumbledore macht sich Sorgen, weil ihm klar wird, dass Harrys Albträume vielleicht gar keine Träume sind, sondern vielmehr Voldemorts Versuch, Harrys Verstand als Waffe gegen den jungen Zauberer einzusetzen. Dumbledore wendet sich an Professor Snape, der Harry die Kunst der Okklumentik beibringen soll – sie versetzt ihn in die Lage, die Angriffe des Dunklen Lords auf seinen Verstand abzuwehren. Die Lektionen sind sehr strapaziös und fördern Dinge zutage, die weder Harry noch Snape vorausgesehen haben, doch von Erfolg sind sie nicht gekrönt. Denn Voldemorts Manipulation ist zu stark, als dass sich der junge Zauberer dagegen wehren könnte.


Harry schreckt aus einem grässlichen Albtraum hoch, in dem er erlebt, wie Sirius hinter einer Tür angegriffen wird, die er von seiner Anhörung im Ministerium wiedererkennt. Er weiß, dass der Albtraum vielleicht eine bewusste Falle darstellt, um ihn ins Ministerium zu locken, aber dieses Risiko muss er eingehen. Denn Sirius ist alles, was ihm von seiner Familie geblieben ist. Harry ist aber nicht ganz auf sich gestellt. Obwohl er zunächst dagegen ist, begleiten ihn fünf mutige Mitglieder aus Dumbledores Armee: Hermine, Ron, Neville, Luna und das jüngste der Weasley-Geschwister, Ginny. Wenn Harry bereit ist, für Sirius alles zu riskieren, dann wagen sie ebenfalls alles, um ihm beizustehen.

In der Mysteriumsabteilung im Zaubereiministerium arbeiten sich die sechs jungen Zauberer in die Halle der Prophezeiung vor – einen scheinbar endlosen Saal voller Prophezeiungen, die jeweils in einer von Myriaden von Glaskugeln eingeschlossen, katalogisiert und auf zahllosen Regalen archiviert sind. Stuart Craig berichtet, dass er ursprünglich „tatsächlich 15.000 Glaskugeln herstellen und sie auf Glasregalen anordnen wollte. Das Ganze sollte ein Kristallpalast werden, der von Spinnweben und Staub überzogen wäre. Doch dann wurde uns klar, dass wir das Zusammenkrachen der Regale nur einmal drehen könnten. Denn es hätte Wochen gedauert, die Glaskugeln zu ersetzen und neu zu arrangieren.“ Der Effekt musste also praktischer gestaltet werden. Deshalb drehte man die gesamte Sequenz vor einer Greenscreen. Die Halle der Prophezeiung ist somit das erste Set in einem „Harry Potter“-Film, das komplett im Computer generiert wurde.

Harry erkennt sofort, dass er schon einmal in der Halle der Prophezeiung gewesen ist, doch als die Zauberer sich durch die Reihen der nummerierten Regale vorarbeiten, ist es Neville, der eine erschreckende Entdeckung macht: Das Etikett einer der Glaskugeln trägt den Namen Harry Potter.


Harry ahnt nicht, dass in dieser Prophezeiung der Schlüssel seiner Verbindung zu Lord Voldemort liegt – er nimmt sie in die Hand … und die Falle schnappt zu. Sofort sind die Teenager von einer Gruppe Todesser umzingelt, die von dem verräterischen Lucius Malfoy angeführt werden. Lucius wird wieder von Jason Isaacs gespielt, der feststellt: „In diesem Moment lässt Lucius seine Maske des Anstands endgültig fallen. Die Schlachtordnung ist aufgestellt – jetzt gibt es keinen Zweifel mehr, auf welcher Seite er steht.“ Zu Lucius’ Verbündeten gehört Sirius’ sadistische Cousine Bellatrix Lestrange, die vor Kurzem aus dem Askaban-Gefängnis entkommen ist und zu den treuesten Gefolgsleuten des Dunklen Lords gehört. Sie war es, die Nevilles Eltern mit dem Cruciatus-Fluch belegt und bis zum Wahnsinn gefoltert hat – Sirius nennt dieses Schicksal „schlimmer als den Tod“. Als sie auftaucht, hat Neville einen neuen Grund, die Mission zu unterstützen. Matthew Lewis hat Neville in allen „Harry Potter“-Filmen gespielt. Sein Kommentar: „Neville ist viel tapferer, als sogar er selbst sich zugetraut hat. Es war einfach unglaublich, seine Charakterentwicklung nachzuvollziehen – vom Kind, dem niemand Kampfgeist zugetraut hätte, schon gar in der Auseinandersetzung mit Todessern, bis zum Erwachsenen, der seine Eltern rächt.“

Als Neuzugang im Harry-Potter-Ensemble stürzte sich Helena Bonham Carter mit Begeisterung auf die Rolle der bösen Bellatrix Lestrange. „Wer gebeten wird, in einem Harry-Potter-Film mitzumachen, würde niemals ablehnen. Und mir hat die Rolle Spaß gemacht. Bellatrix’ Persönlichkeit ist offenbar ernsthaft gestört“, lacht die Schauspielerin. „Sie findet es richtig toll, besonders böse zu sein. Wahrscheinlich ist sie in Lord Voldemort verliebt; immerhin hat sie für ihn 14 Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt ist sie wieder draußen und noch fanatischer als je zuvor.“


Die sechs jungen Zauberer nehmen unerschrocken den Kampf auf, verwenden ihre Zauberstäbe, um jene Zaubersprüche anzuwenden, die sie kürzlich einstudiert haben. Doch den erfahreneren Todessern sind sie nicht gewachsen. Als die Teenager bereits an der Schwelle des Todes stehen, greift der Orden des Phönix ein – Sirius Black führt den Angriff und befiehlt Malfoy: „Lass meinen Patensohn in Ruhe!“ Die Schlacht entbrennt, und trotz der Gefahr – oder vielleicht gerade deswegen – scheint Sirius begeistert in seinem Element zu sein. Dazu Gary Oldman: „Sirius war extrem frustriert, weil er zwölf Jahre im Gefängnis schmachten und sich anschließend am Grimmauldplatz verstecken musste. Ungeduldig hat er auf seine Chance gewartet, um wieder mitzumischen, und jetzt ist seine Stunde gekommen. Ganz wie in alten Tagen.“

Drehbuchautor Michael Goldenberg beschreibt die entscheidende Schlacht zwischen dem Phönix-Orden und den Todessern als seine schwierigste Aufgabe. „Es war eine echte Gratwanderung, das Wesentliche aus der Beschreibung im Buch herauszufiltern und es für die Leinwand aufzubereiten. Es ging uns darum, die ernste Gefahr dieser Situation zu betonen – in diesem Moment ist alles möglich: Wer diesen Kampf überlebt und wer nicht, bleibt zunächst völlig offen. Genau das reißt die Zuschauer von den Sitzen.“ Bei der Inszenierung der Schlachtszenen holte David Yates den Choreografen Paul Harris zu Hilfe, um den Kampf Zauberstab gegen Zauberstab stilistisch ähnlich wie einen Fechtkampf zu gestalten. „David forderte mich auf, Verhaltensregeln für den Kampf mit den Zauberstäben festzulegen, die es in den bisherigen Filmen nicht gab“, erklärt Harris. „Er wollte bestimmte Bewegungsabläufe und Positionen, von denen aus die Zaubersprüche wirksam werden, und sie sollten ganz spezifisch, unverwechselbar auf Harry Potters Welt zugeschnitten sein.“

Harris entwickelte also ein grundsätzliches System für die Bewegungsabläufe und arbeitete dann mit den Schauspielern die individuellen Techniken aus: „Jason Isaacs geht zum Beispiel mit einer sehr förmlichen, klaren Methode vor, während Gary Oldmans Stil viel mehr an einen Straßenkämpfer erinnert, was seiner Figur besser entspricht.“ Auf dem Höhepunkt der Schlacht kommt es zu Triumphen und Tragödien, die in den entscheidenden Showdown zwischen Albus Dumbledore und Lord Voldemort münden. Dazu Yates: „Das Duell zwischen Voldemort und Dumbledore muss epische Ausmaße haben und ganz aus dem Bauch heraus gestaltet werden. Ich möchte die Zuschauer hautnah und unmittelbar am Kampf teilnehmen lassen. Deswegen setzen wir überwiegend Handkameras ein.“


Der Leiter der visuellen Effekte, Tim Burke, behielt ständig im Hinterkopf, dass es sich ja um den Kampf zweier mächtiger Zauberer handelt: „David Yates entwickelte die wunderbare Idee, alle Aspekte auf die Elemente zu beziehen: Feuer, Wasser, Erde … eigentlich ist das ganz logisch, aber gleichzeitig ergeben sich daraus verblüffende Effekte.“ Dazu der Regisseur: „Die große Schlacht zwischen Dumbledore und Voldemort bildet den Höhepunkt aller fünf bisherigen Geschichten. Es war einfach unsere Pflicht, den Kampf zwischen Gut und Böse als die spektakulärste Schlacht überhaupt zu inszenieren – mit Harry mittendrin.“

„Letztlich kämpfen sie ja um Harrys Seele“, bestätigt David Heyman. „Und im Zentrum dieser Auseinandersetzung merkt Harry, der am Anfang der Geschichte völlig isoliert war und sich sogar unter seinen Freunden allein fühlte, dass er durch die Menschen in seinem Leben überreich beschenkt worden ist.“

Daniel Radcliffe fügt hinzu: „Harry begreift, dass Voldemort durch seine Anhänger zwar sehr mächtig ist, aber letztlich fehlt ihm das, was Harry auszeichnet, nämlich die wahre, bedingungslose Treue seiner Freunde.“ Dazu Heyman: „Von seiner Mutter und seinen Freunden hat Harry etwas mitbekommen, was Voldemort nie haben wird – die Gabe der Liebe.“ Und Yates sagt abschließend: „In ,Harry Potter und der Orden des Phönix‘ geht es um recht komplexe und anspruchsvolle Themen, doch alle werden überragt von der Macht der Freundschaft und Loyalität.“


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Special vom: 30.06.2007
Autor dieses Specials: Gastautor
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