Ich habe in New York City überlebt… Ich kann Vorräte zur Verfügung stellen. Ich kann Unterkünfte zur Verfügung stellen. Ich kann Sicherheit gewährleisten.
Im Mittelpunkt von „I Am Legend“ steht ein Einzelner, der fast übermenschliche Probleme bewältigen muss: Er ist ganz auf sich gestellt – umzingelt von den Infizierten, von wahllos mordenden Monstern. Was noch schlimmer ist: Er weiß, dass die Katastrophe von den Menschen selbst ausgelöst wurde: eine Pandemie, die die Zivilisation ausradiert hat – nur Neville ist übriggeblieben und schwebt in ständiger Lebensgefahr. Vorausgegangen war ein wissenschaftliches Experiment, das zunächst als Durchbruch in der modernen Medizin gefeiert wurde: Ein von Menschen genetisch manipulierter Virus sollte eine der gefährlichsten Krankheiten in den Griff bekommen – den Krebs. Doch der ursprüngliche Erfolg des Retrovirus zeigte bald ungeahnte Nebenwirkungen.
Neville arbeitete als Militär-Virologe in Manhattan und leitete ein von den Behörden eingesetztes Team, das einen Impfstoff gegen die Pandemie entwickeln sollte. Trotz dieser Bemühungen grassierte das Virus – die Stadt wurde unter Quarantäne gestellt: Nur die Nichtinfizierten evakuierte man. Eine Panik brach aus, bei der Nevilles Frau Zoë (Salli Richardson) und Tochter Marley (gespielt von der siebenjährigen Willow Smith in ihrem Debüt neben ihrem Vater) tragisch ums Leben kamen.
Nicht alle Infizierten starben durch das Virus, viele erlitten ein noch schrecklicheres Schicksal: Durch ihren außer Kontrolle geratenen Stoffwechsel verwandelten sie sich in Monster, die im Untergrund der Stadt dahinvegetieren und nur von ihrem unbändigen Hunger getrieben aus ihren Löchern hervorkommen.
Auch Neville ist seit der Katastrophe ein Getriebener, denn er muss unbedingt ein Mittel gegen die verheerende Seuche entwickeln. Aus unbekannten Gründen ist er selbst immun gegen das Virus – daher stehen ihm zwei Waffen zur Verfügung: seine Erfahrung als Wissenschaftler und sein eigenes Blut. „Neville weiß, dass die Monster von einem Virus infiziert sind, bei dem es sich um eine im Labor hergestellte Mutation handelt“, berichtet Smith. „Jetzt ist er der einzige Überlebende, und seiner Meinung nach hat er bei der Rettung der Menschheit versagt.“
Neville richtet seine Existenz in der verlassenen Stadt nach dem aus, was er als Militär-Wissenschaftler gelernt hat. Er erlegt sich selbst strenge Regeln auf – vom rigorosen Fitnesstraining bis zum täglichen Alarm, der exakt die Zeit des Sonnenuntergangs signalisiert. „Neville geht mit höchster Disziplin vor“, kommentiert Lawrence. „Nur so kann er in dieser Situation einen klaren Kopf behalten. Er trifft extreme Entscheidungen, aber wenn er in diesen Gewohnheiten nachlassen würde, könnte er wohl kaum durchhalten.“
Als einziger Gefährte steht ihm sein Hund Sam zur Seite, und so bemüht sich Neville, den Infizierten immer einen Schritt voraus zu sein. Tagsüber durchstöbern er und Sam die Stadt nach Vorräten, Neville arbeitet im Labor und sendet seine tägliche Funkbotschaft in der Hoffnung, weitere Überlebende zu finden. Nachts verbarrikadieren sie sich in einem zur Festung ausgebauten Haus und beobachten die Infizierten, die in den Straßen auf Jagd gehen und ihrer potenziellen Beute nachspüren.

Während Neville sich an seine verschiedenen Aktivitäten und Pflichten gewöhnt, erlebt er auch eine neue Art Freiheit. Er macht Vergnügungsfahrten in seinem Ford Mustang Shelby, schlägt Golfbälle von einem Kampfjet, sammelt in seiner Festung ungeheure Schätze an und katalogisiert präzise die in der Stadt vorhandenen immensen Vorräte an Lebensmitteln, Sprit und Medikamenten, über die er frei verfügen kann.
Im surreal anmutenden New York entwickeln sich jene berühmten Gebäude und Plätze, die einst Zentren des Handels, der Kunst und des Entertainments waren, zu Nevilles persönlicher Spielwiese, zu seinem Jagdrevier und Garten.
„Der letzte Mensch in New York kann es sich durchaus gemütlich einrichten, auch wenn er ganz allein ist“, sagt Lawrence. „Wir erleben all diese Aspekte unseres Lebens, die wir für überaus wichtig halten – doch nach der Pandemie ist nichts mehr so, wie es war: Alles, wofür wir ungeheuer viel Zeit, Mühe und Geld aufgewendet haben, verrottet jetzt langsam und ist völlig nutzlos.“
„Neville steht praktisch alles zur freien Verfügung“, kommentiert Smith. „Er weiß, wo er Medikamente und Konserven bekommt, wo sich die Benzinvorräte befinden. Er sieht die gesamte Stadt als seinen persönlichen Besitz an. Gibt es etwas Schöneres, als oben auf einem Flugzeugträger zu stehen und den Golfschläger zu schwingen?“
Doch das Vergnügen hat seine Grenzen. Die atemberaubenden Action-Sequenzen verlangten Smith einiges ab: Sprints durch die verlassenen Straßen, kopfüber sechs Meter hoch in der Luft hängen, temporeiche Jagden in dem Ford Mustang, Sprünge auf rostige Autowracks und Kämpfe mit Stuntleuten in Motion-Capture-Outfits, die die Infizierten darstellen.
Die Choreografie dieser Sequenzen vertrauten die Filmemacher dem erfahrenen Stunt Coordinator Vic Armstrong und seinem fähigen Stuntteam an. Armstrong ist bereits 40 Jahre in der Branche tätig und war zuletzt an Action-Filmen wie „Mission Impossible III“ (Mission Impossible III), „War of the Worlds“ (Krieg der Welten) und „Die Another Day“ (Stirb an einem anderen Tag) beteiligt.

Die Filmemacher wussten, dass Smith sich mit ganzem Körpereinsatz in seine Rollen einbringt – ob er sich auf die Gestaltung seiner Figur oder auf wichtige Action-Sequenzen konzentriert. Also überließ man ihm wieder entscheidende Stunts, die er selbst ausführte. Schon Monate vor den Dreharbeiten unterzog er sich einem Ernährungs- und Fitness-Programm, das seine Muskeln aufbaute und ihn in jeder Hinsicht auf die körperlichen Anforderungen des Drehs vorbereitete. Dabei arbeitete er mit dem erfahrenen Fitness-Trainer Darrell Foster zusammen, der ihn vor Jahren auf seine Oscar-nominierte Titelrolle in „Ali“ getrimmt hatte. Auch diesmal nahm Smith zehn Kilo ab und unterzog sich einem Training, das dem von Neville im Film in nichts nachstand. Dazu Foster: „Wir haben es ihm nicht leicht gemacht: Training in dünner Luft wegen des Sauerstoffentzugs, Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Magerdiät und viele andere schwere Bedingungen. Das hat ihn nicht nur körperlich, sondern auch mental fit gemacht.“
Im Gegensatz dazu erlebte Smith die Einweisung an dem von Neville für seine besonderen Anforderungen umgebauten Gewehr durch den Militär- und Waffenberater Sam Glen als Kinderspiel, denn den Umgang mit Feuerwaffen hatte der Schauspieler schon bei seinen früheren Filmen geübt.
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