„…Und eines muss ich ganz klar sagen, meine lieben amerikanischen Mitbürger: Wir kämpfen um unsere Existenz. Mit großem Bedauern, aber umso entschlossener habe ich heute Abend die Verfügung unterschrieben, die New York City unter Quarantäne stellt. Möge Gott uns beistehen…“
-- Radioansprache des Präsidenten der Vereinigten Staaten
In krassem Kontrast zu den leeren Straßen im Manhattan nach der Katastrophe bevölkerten Tausende von Schauspielern und Statisten die Straßen, um die Panik und das Chaos in der frühen Phase der Quarantäne und während der Evakuierung der Stadt zu zeigen. Drei Monate Vorbereitung waren nötig, um von Dutzenden von Behörden Drehgenehmigungen einzuholen und den umfangreichen Auflagen gerecht zu werden, die mit der Logistik verbunden sind, wenn man etliche Flugzeuge auf einem Filmset im Fluss starten und landen lässt.
Der größte Teil dieser Sequenz spielt auf einem Anleger unter der Brooklyn Bridge. Dieser bedeutende Schauplatz bot Lawrence zwar den gewaltigen Hintergrund des New Yorker Stadtpanoramas, doch an dieser Stelle befindet sich leider kein Anleger. In Zusammenarbeit mit fast einem Dutzend städtischer, staatlicher und Bundesbehörden – vom Flugteam des New York Police Department über das Army Corps of Engineers bis zur Abteilung für Umweltschutz – vertäute das Produktionsteam einen Frachtkahn im Flussbett. Eine Gangway stellte die Verbindung zum Ufer her – schon war ein Anleger geschaffen.
Dann arbeiteten die Beleuchter eine Woche lang daran, die Brooklyn Bridge, den Frachtkahn und die angrenzenden Straßen mit Dutzenden von Scheinwerfen ins rechte Licht zu setzen, denn die Straße unter dem FDR Expressway ist normalerweise nicht beleuchtet.
Etliche Tage vor dem Dreh wurde die militärische Ausrüstung angeliefert, die der für die militärischen Belange und die Waffen verantwortliche Sam Glen arrangierte – er erwies sich dabei als unschätzbarer Mitarbeiter. Die enge Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Militär war dabei eine unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung dieser Sequenz.

Sechs Nächte lang dauerte der Dreh in der Umgebung des Anlegers South Street: Die komplizierte Actionsequenz umfasste den Einsatz von Dutzenden Militärflugzeugen und Fahrzeugen, darunter einen Black Hawk der New York National Guard, H-65-Dolphin-Helikopter der Küstenwache, Humvees und gepanzerte Stryker-Angriffsfahrzeuge (die neueste Errungenschaft unter den US-Militärfahrzeugen). Große und kleine Boote wurden in Partnerschaft mit der US-Army und der Küstenwache zur Verfügung gestellt, spielten allesamt ihren Teil in der Szene und gewährleisteten die Sicherheit von Tausenden Schauspielern, Statisten, Filmemachern und Teammitgliedern, die unter der Brücke im Einsatz waren. Über 150 Soldaten wirkten vor oder hinter der Kamera mit und bedienten die Ausrüstung, die beim Dreh der Sequenz benötigt wurde.
„Alle waren sich einig, dass tatsächliche Truppen zum Einsatz kommen sollten, weil nur echte Experten authentisch wirken“, sagt Glen. „Mit Genehmigung des Verteidigungsministeriums wirkte die berühmte New Yorker 69th Infantry Division mit – wir durften dienstfreie Soldaten als Statisten engagieren. Sie sind dazu ausgebildet, in der Stadt für Ruhe und Ordnung zu sorgen – auch das trägt zum Realismus des Unternehmens bei.“
Lawrence legte zwar Wert darauf, möglichst viele Einstellungen real zu drehen, aber dennoch waren computergenerierte Effekte nötig, um die Panoramen der verlassenen Stadt zu ergänzen und die in ihr herrschenden Infizierten darzustellen. Der Oscar-preisgekrönte Effekte-Experte Janek Sirrs („Matrix“-Trilogie) übernahm die Verantwortung, die Infizierten zu gestalten: einstige Menschen, von denen nur noch blutgierige Körperhüllen übrig sind. Diesen Monstern hauchten Sirrs und sein Team mithilfe digitaler Animation und der Motion-Capture-Technik Leben ein. Die Stuntleute trugen Spezialanzüge mit Sensoren, die eine Übertragung der Bewegungen in den Computer erlaubten. Im Rechner gestaltete man dann die völlig haarlosen Wesen, deren Haut durchsichtig wirkt, sodass man darunter die Muskeln erkennt. Die Infizierten werden vom Alpha-Mann angeführt, den der Schauspieler Dash Mihok darstellt.

Die Kingsbridge Armory, ein ehemaliges Zeughaus der Nationalgarde in der Bronx, bildet die höhlenartige Kulisse für zahlreiche visuelle Effekte, vor allem aber für das Times-Square-Set, das unter einer grünen Wiese kaum noch zu erkennen ist. Auch das 9000 Quadratmeter große Zeughaus an der Marcy Avenue im Williamsburg-Bezirk von Brooklyn nutzte das Filmteam als improvisiertes Studio. Dort entstanden vier Sets, die Nevilles verbarrikadiertes vierstöckiges Haus darstellen, dessen Außenansicht am Washington Square Park gefilmt wurde.
Naomi Shohan lieferte die Idee und das Design zum Bunker, in dem sich Neville, Anna und Ethan verschanzen. Der für die Spezialeffekte zuständige Conrad Brink trug ebenfalls zur Ausstattung dieses Sets bei: Mit hydraulischen Vorrichtungen und Pressluftkanonen erschütterte er den Set buchstäblich in seinen Grundfesten, als es um das Haus herum zu Explosionen kommt.
Doch trotz der aufwändigen Action-Szenen und der innovativen visuellen Effekte dieser Produktion bezeichnet Goldsman gerade die innere Entwicklung der Hauptfigur als den mitreißendsten Aspekt des Films: „Letztlich geht es um Trauerarbeit. Was passiert, wenn wir die Menschen verlieren, die wir lieben? Wir gingen ganz einfach davon aus, dass man sich in einer derartigen Katastrophe so fühlt, als ob die Zeit stillsteht. Um das auf der Leinwand zu demonstrieren, schufen wir eine Welt, die tatsächlich stillsteht. Es geht um einen Neuanfang, um das, was zur Heilung beiträgt. Das mag Science-Fiction sein, aber es ist doch eine Geschichte, die wir alle nachvollziehen können.“
Ähnlich beurteilt Will Smith die beiden Aspekte des Films – einerseits als epischer Science-Fiction-Thriller und andererseits als emotionale Entwicklung eines Menschen: „Das läuft auf verschiedenen Ebenen ab, und wir arbeiten uns von einer Ebene zur anderen vor“, sagt er. „Interessanterweise erreicht man dann irgendwann die vierte oder fünfte Ebene, die das Ganze dann eher geheimnisvoller macht – jeder Zuschauer kann seine eigenen Schlüsse ziehen. Wir hoffen, dass das Publikum den Film als läuternd, befreiend erlebt. Natürlich soll er spannend sein, aber er regt auch zum Nachdenken an. Darum geht es uns bei diesem Film.“
Copyright (c) 2008 by Warner Bros.