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Auftaktlesung mit Hannelore Hoger


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19. Kinofest Lünen - Auftaktlesung am 12.11.2008



Das Kinofest in Lünen startet offiziell am Donnerstag, den 13.11.08, doch bereits am Abend zuvor fand ein inoffizieller Auftakt statt. Die bekannte deutsche Schauspielerin Hannelore Hoger ("Rossini - oder die mörderische Frage wer mit wem schlief") griff im Hansesaal in Lünen zum Buche und las Geschichten von E. A. Poe. Dabei wurde sie stimmungsvoll am Piano von Siegfried Gerlich begleitet, der zwischen den Geschichten Stücke von Chopin, Schumann und Debussy souverän spielte. Souverän zumindest, nachdem er sich verbal zweier Fotografen entledigte, die störend-penetrant mit Blitzlicht fotografierten. In den letzten zwei Jahren fanden die Auftaktlesungen im Kino statt, doch das Klavier in den Kinosaal zu stemmen, wäre zu aufwändig gewesen. Die Örtlichkeit zu tauschen tat der Stimmung aber keinen Abbruch, der Hansesaal war gut gefüllt, wenn auch nicht ganz ausverkauft.


Hannelore Hoger ist deutlich mehr als die Verkörperung der Ermittlerin "Bella Block". Die Grimme-Preisträgerin macht alles, was ihr Spaß macht, unter anderem auch Kleinkunst und Regie. So war sie auch bestens gerüstet für die Lesung. Ihre facettenreiche Stimme setzte sie immer wieder passend ein und es entwickelte sich eine Atmosphäre, die dem 1849 verstorbenen Edgar Allan Poe sicherlich gefallen hätte. Eigentlich fehlte nur noch leicht wabernder Nebel und ein krächzender Rabe, der sein schwarzes Gefieder spreizt. Sicherlich sind die Geschichten alt, doch wer sorgsam gewählte Worte mag und nicht immer nur auf den neuesten Trend aufspringen möchte, der findet in diesen Geschichten eine sehr angenehme Unterhaltung. Es gibt sie eben, diese Klassiker in der Literatur, die nahezu zeitlos sind.


Nach einleitenden Worten mit Hintergrundinformationen zum Autor wurden die Geschichten "Das verräterische Herz", "Das vorzeitige Begräbnis" und "Der schwarze Kater" gelesen. Eine schöne Auswahl und auch die gewählte Reihenfolge dieser Geschichten war bedacht, denn es ergab sich eine permanente Steigerung der Spannung. Die Lesung war ein hoch gelungener Auftakt des Kinofestes, den das Publikum begeistert und mit viel Applaus aufnahm. Die Inszenierung war perfekt und mit Hannelore Hoger haben die Veranstalter des Lüner Kinofestes nicht nur eine großartige Schauspielerin gewinnen können, sondern auch eine Stimme, welche die gruseligen Werke des bekannten Literaten stimmungsvoll wiedergeben kann. Sie trug die Werke so gut vor, dass es Reaktionen wie Lacher oder auch Glucksen des Entsetzens unter den Anwesenden gab. Dass sie diese Art der Kleinkunst gerne mal darbietet, konnte auch daran erkannt werden, wie sie sich nicht von Husten, Niesen und zerdepperten Weingläsern aus der Ruhe bringen lies. Wer eine gute Buchlesung erleben möchte, der macht bei Hannelore Hoger keinen Fehler, nein, sie ist sogar eine absolute Empfehlung. Nach der Veranstaltung reiste Frau Hoger gleich zu Dreharbeiten weiter, leider stand sie nicht für Fotoaufnahmen für Internetpublikationen zur Verfügung.


Im Bemühen, sämtliche Aktionen und Attraktionen des Festivals miteinander zu verbinden, wurde mit den Werken Poes eine Brücke gebaut. Denn am Festival-Samstag kommt "Nerves", der neue Film des ebenfalls bei der Lesung anwesenden Lüner Regisseurs Ralf Möllenhoff ("Dead Eyes Open") zu seiner Kino-Premiere und dieser orientiert sich an einer Geschichte Edgar Allan Poes. Welche das ist, das soll sein Publikum selbst erraten.




Special vom: 13.11.2008
Autor dieses Specials: Jörg Hesse
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