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Wettbewerb LÜDIA - Evet, ich will!


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19. Kinofest Lünen - Evet, ich will!



Am späten Samstag Nachmittag ging mit "Evet, ich will!" das Spielfilm-Debüt von Sinan Akkus in das Rennen um die Lüdia. Der Regisseur und Drehbuchautor dürfte vielen ein Begriff aus der Erfolgsserie "Stromberg" sein, wo er den von Bernd Stromberg alles andere als geliebten Kollegen Herrn Turculu spielte. Ob Akkus bei der Comedy-Serie das Gespür für die richtige Pointe und den artgerechten Umgang mit Humor gelernt hat, oder ob er diese schon davor in sich vereinte, kann nicht gesagt werden. Eines ist aber ganz sicher - wer solch einen durchweg unterhaltsamen und mit zahlreichen perfekt gesetzten Lachern versehenen Film auf die Leinwand bringt, hat das notwendige Gespür für gute Unterhaltung.




"Evet, ich will!" erzählt die Geschichten von mehreren multikulturellen Liebesproblemen. Dirk (Oliver Korittke) ist sich mit Özlem (Lale Yavas) einig, dass man heiraten möchte. Doch Özlems Eltern möchte unbedingt einen beschnittenen Moslem als Schwiegersohn, während Dirks Vater Jürgen (Dieter Landuris) und seine Mutter Helga (Ingeborg Westphal) sich große Sorgen darum machen, dass ihnen ihr Sohn entfremdet wird. Salih (Mürtüz Yolcu) muss so schnell wie möglich eine Frau in Deutschland finden, da er ansonsten keine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland bekommt und zurück in sein kleines Dorf in der Türkei muss. Coskun (Tim Seyfi) und Günay (Idil Üner) verhelfen anderen Paaren mit ihrer Radioshow zum großen Glück, können selbst aber nicht offiziell zusammen sein, weil sie eine türkische Alevitin ist und er ein sunnitischer Kurde und ihre Eltern sich alles andere als sympathisch gegenüber stehen. Emrah (Eralp Uzun) hat eigentlich schon die passende, von beiden Familien akzeptierte Braut, allerdings würde er viel lieber mit seinem Freund Tim (Mickey Hardt) zusammen sein. Doch ein schwuler, türkischer Automechaniker würde bei seiner Familie sicherlich eine ganz große Krise auslösen. Sülbiye (Hülya Duyar) wäre froh, wenn sie überhaupt erst einmal an dem Punkt angekommen wäre, wo sie um den Segen der Familie kämpfen muss. Denn sie ist das verschüchterte Mauerblümchen, das offensichtlich niemanden finden kann, der sie liebt.



Regisseur Sinan Akkus hat genau das richtige Maß an spitzer Beobachtung traditioneller Werte und selbst gemachter Probleme gefunden, um durchweg und ohne den kleinsten Hauch von Länge zu unterhalten. Dabei hat er nicht vergessen, das notwendige Maß an Romantik und Herzenswärme in den Film zu bringen, die zwingend benötigt werden, um die Charakter zu akzeptierten Sympathieträgern zu machen, mit denen man als Zuschauer mitleiden und mitfiebern kann. Es bleibt zu hoffen, dass der Film in seiner Kinowertung den Zuspruch erhält, den er sich ohne jeden Zweifel verdient hat. Die Premiere beim Lüner Kinofest ist auf jeden Fall gelungen. Der bis auf den letzten Platz gefüllte Kinosaal war nach dem Abspann mit überschwänglichem, nicht enden wollenden Applaus gefüllt, Regisseur und Ensemble wurden mit Standing Ovations bedacht. Und einen größeren Qualitätsbeweis für den Unterhaltungswert eines Filmes kann es im Grunde doch gar nicht geben.



Special vom: 16.11.2008
Autor dieses Specials: Michael Tomiak
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