Story:
Zwischen den beiden benachbarten Rancherfamilien Mountos und Campos herrscht seit Jahren ein erbitterter Krieg. Eines Tages locken die Campos die Mountos in einen Hinterhalt, um die gesamte Familie auszulöschen, was aber nicht gelingt. Die Sitaution eskaliert und die Tatsache, dass Johnny Mountos (Peter Lee Lawrence) sich in Giulietta Campos (Christina Galbo) verliebt hat, sorgt ebenfalls nicht für eine Beruhigung der Lage.
Meinung zum Film:
Regisseur Gianni Puccini war zeitlebens ein im Filmgeschäft vielbeschäftigter Mann, er drehte zahlreiche Spielfilme und schrieb ebenso viele Drehbücher („Bitterer Reis“). „Glut der Sonne“ war sein einziger Western und sein vorletzter Film. 1968, ein Jahr nach Fertigstellung dieses Westerns starb er als 54-jähriger an einem Herzinfarkt. Sein Beitrag zum Genre zeichnet sich durch eine interessante Story und einer hervorragenden Besetzung aus, so gibt es in der Hauptrolle Genrestar Peter Lee Lawrence („Sando Kid spricht das letzte Halleluja“) zu sehen, des Weiteren geben sich auch andere bekannte Gesichter wie z.B. Pierro Lulli („Töte Django“) die Ehre.
Die Geschichte orientiert sich locker an Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“. Interessant, dass Enzo Castellari mit „Django - Die Totengräber warten schon“ im selben Jahr mit „Hamlet“ ebenfalls ein Shakespearesches Drama in den Wilden Westen transferierte. Die Drehbuchautorin María del Carmen Martínez Román verpackte diese Grundidee in ein einfallsreiches Skript, das teilweise auch nicht mit Skurrilem geizt, wie man besonders am Ende des Films merkt, dem hier jedoch nicht vorgegriffen werden soll. Martinez Román hat diverse Drehbücher für das Italowesterngenre verfasst, unter anderem auch für den bereits genannten „Töte Django“ und kann so in „Glut der Sonne“ aus ihrer Erfahrung schöpfen und Johnnys Freund Lefty in einer interessant montierten Szene beim Schießen lernen einige goldene Regeln eines Revolverhelden in den Mund legen. Auch sonst geht es stets spannend und nie langweilig zu; in der relativ komplexen Geschichte bekämpfen sich die beiden Familien, während Johnny und sein Kumpel eher zwischen den Fronten stehen und der Held außerdem in die Tochter der verfeindeten Familie verliebt ist, die eigentlich dem Sheriff versprochen wurde, der ein Freund der Campos ist.
Aufgelockert wird die eigentlich ernste Story durch einige in die Handlung eingeflochtene Sprüche wie zum Bespiel „Wir beide haben 2 Köpfe und 4 Colts, also sind wir 8“. Die Darsteller sind gut aufgelegt, besonders gilt dies für Peter Lee Lawrence (hier übrigens synchronisiert von Dieter „Sketchup“ Krebs) in seiner Rolle als Johnny, die alles andere als geradlinig ist und einige Ecken und Kanten aufweist, die Lawrence neben seinem jugendlichem Charme sehr gut in seine Figur eingearbeitet hat. Insgesamt ist „Glut der Sonne“ ein mehr als sehenswerter Genrebeitrag, der zu unrecht nur ein Schattendasein führt und laut Booklet seine deutsche Erstaufführung auch erst im Jahre 1972 hatte. Westernfans müssen zugreifen!
DVD Aufarbeitung:
Das Bild kommt ohne Fehl und Tadel daher, die Farben leuchten kräftig, die Schärfe kann ebenfalls überzeugen und altersbedingte Verschmutzungen sind keine zu entdecken. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 hat eine gute Dialogverständlichkeit.
Die Specialfeatures werden eingeleitet durch die Dokumentation „Shakespeare in the west“, in dem Filmhistoriker Antonio Bruschini rund 15 Minuten lang Wissenswertes über den Film zu berichten hat. Weiter geht es mit dem italienischen Trailer und einer Bildergalerie mit Aushangfotos. Das Digipak bietet auf 3 Innenseiten noch weitere interessante Hintergrundinfos zum Nachlesen.
Fazit:
„Glut der Sonne“ nimmt sich Shakespeares „Romeo und Julia“ als Basis und transferiert das Grundgerüst in den Wilden Westen. Der Film geizt nicht mit Action, einfallsreichen Kameraeinstellungen und Schnitten, darüber hinaus kann das Ende einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die DVD ist technisch sehr gut und wurde mit interessanten Extras aufgewertet.
Daten zur DVD:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
84:34 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch: Dolby Digital 2.0
|
Italienisch: Dolby Digital 2.0
|
|
Untertitel:
|
|
Deutsch
|
|
Bonusmaterial:
|
- Feature "Shakespeare in the west"
- italienischer Trailer
- Bildergalerie
- Hintergrundinformationen als Klappentext
|
|
 |
Glut der Sonne
Dove si spara di più
Shakespeare im Wilden Westen
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien, 1967
Regie: Gianni Puccini
Drehbuch: María del Carmen Martínez Román
Darsteller: Peter Lee Lawrence, Cristina Galbó, Paul Naschy, María Cuadra, Andrés Mejuto, Piero Lulli
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 05.12.2008
DVD-Verkaufsstart : 05.12.2008
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 05.12.2008
DVD-Verkaufsstart : 05.12.2008
|