Story:
Meisterschütze Ringo (Giuliano Gemma) erschießt in einem Duell 4 Männer, die den Tod ihres Bruders rächen wollen. Dafür wird er prompt ins Gefängnis gesteckt. Gleichzeitig überfällt der Mexikaner Sancho (Fernando Sancho) eine Bank und verschanzt sich in einer nahegelegenen Ranch. Ringo erhält den Auftrag, Sancho und seine Bande festzunehmen.
Meinung zum Film:
„Eine Pistole für Ringo“ wurde 1965 von Duccio Tessari ("Der Mann ohne Gedächtnis") inszeniert, der bereits ein Jahr zuvor am Drehbuch zu „Für eine handvoll Dollar“ von Sergio Leone mitwerkelte, der die Geburt des klassischen Italowestern einläutete. „Ringo“ ist aber noch deutlich dem US-Western verpflichtet, kann durch seine actionreiche Inszenierung aber über die gesamte Laufzeit gut unterhalten. „Ringo“ brachte es aufgrund des Erfolges ein Jahr später noch zur Fortsetzung „Ringo kehrt zurück“, auch dort mit dem bewährten Team Tessari/Gemma – letztgenannter wurde durch die gelungene Reihe zu einer Italowestern-Ikone und einem echten Star.
Der Film beginnt äußerst launig mit 2 Revolverhelden, die sich auf der Straße zunächst vermeintlich feindlich gegenüberstehen, sich dann aber fröhliche Weihnachten wünschen und sich gegenseitig die Hände schütteln. Held Ringo, genannt „Angel Face“ hat noch wenig von den späteren (Anti)helden des Genres, ist stets gut gepflegt, rasiert und immer positiv gestimmt. Obwohl er in einer Szene betont, dass er nichts auf Ehre und Kameradschaft setzt, taugt die Figur durchaus als Sympathieträger beim Publikum. Bevor er sich bereiterklärt, das Geld wiederzubeschaffen und die Geiseln auf der Ranch zu befreien, verlangt er beispielsweise einen Prozess wegen des Duells an den 4 Männern (der innerhalb von wenigen Sekunden mit einem Freispruch endet) und 30 % von der Beute, die ihm natürlich in der Not zugesagt werden. Gleich darauf schleicht er sich in die Bande ein und erschleicht sich das Vertrauen von Sancho. Bemerkenswert ist hierbei, dass Ringo zunächst gänzlich ohne Schusswaffen auskommt, was darin begründet liegt, dass er sich mit einem Revolver am Gürtel nur schlecht als recht in die Bande des Schurken einschleichen kann. Stattdessen wehrt er sich ggfs. mit seinem jugendlichen Gemüt und seiner Faust, was für zusätzliche Unterhaltung beim Publikum sorgt.
Die darstellerischen Leistungen sind hervorragend, Giuliano Gemma („Tex und das Geheimnis der Todeshöhlen“) ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und als sein Gegenspieler überzeugt der ebenfalls legendäre Fernando Sancho („Django - Die Geier stehen Schlange“) als mexikanischer, dickbäuchiger Bandit. Der Soundtrack von Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod") ist ebenfalls wie gewohnt gut und nimmt den Sound der Revolutionswestern, die ein paar Jahre später in Mode kommen sollten, schon teilweise vorweg. Für weitere Unterhaltung sorgt der Wortwitz des Films, der trotz der Thematik für eine leicht heitere Grundstimmung sorgt, von Synchrionisations-Ausmaßen eines Rainer Brandt („Die 2“) aber meilenweit entfernt ist und nie albern wirkt. Alles in allem ist „Eine Pistole für Ringo“ ein durchweg unterhaltsamer (Früh-)Italowestern, der von der ersten bis zur letzten Minute sehr gut unterhalten kann.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild präsentiert sich mit einer angenehmen Schärfe, die nur selten durch einige unscharfe Szenen unterbrochen wird und kräftigen Farben. Bildverschmutzungen und –fehler sind weit und breit nicht zu entdecken. Bei den abgeschnittenen Namen bei den Anfangscredits schleicht sich der Eindruck ein, dass der Film in einem leicht falschen Bildformat präsentiert wird, während des Films selbst bekommt man jedoch nicht das Gefühl, dass Bildinformationen fehlen. Der deutsche Ton in Dolby Digital verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.
Als Extras gibt es die zwanzigminütige Doku „They called him Ringo“, in der sich die Darsteller Giuliano Gemman und Lorella de Luca an die Dreharbeiten erinnern. Weiter geht es mit den deutschen und dem englischen Trailer und einer Bildergalerie mit Werbematerial zum Film. Im Digipak befinden sich auf 3 Seiten weitere Hintergrundinformationen zum Film zum Nachlesen.
Fazit:
„Eine Pistole für Ringo“ bietet mit Regisseur Duccio Tessari, Hauptdarsteller Giuliano Gemma und dem Komponisten Ennio Morricone echte Ikonen des Genres und kann allein deshalb schon kaum danebengehen. Inhaltlich wird eine recht actionreiche Banditenstory geboten, die sich aber noch deutlich an den US-Western anlehnt. Freunde des Genres können unbesorgt zugreifen!
Daten zur DVD:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
94:38 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch: Dolby Digital 2.0
|
Englisch: Dolby Digital 2.0
|
Italienisch: Dolby Digital 2.0
|
|
Untertitel:
|
|
Deutsch
|
|
Bonusmaterial:
|
- Featurette "They called him Ringo"
- Bildergalerie
- deutscher und englischer Trailer
|
|
 |
Eine Pistole für Ringo
Eine Pistole für Ringo
Der Start einer großen Karriere für Giuliano Gemma
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien, 1965
Regie: Duccio Tessari
Drehbuch: Alfonso Balcázar, Duccio Tessari
Darsteller: Giuliano Gemma, Fernando Sancho, Lorella De Luca, Nieves Navarro, Antonio Casas
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 05.12.2008
DVD-Verkaufsstart : 05.12.2008
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 05.12.2008
DVD-Verkaufsstart : 05.12.2008
|