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Verflucht, verdammt und Halleluja
Spaghetti-Western

Verflucht, verdammt und Halleluja

Story:
Der Brite Joseph (Terence Hill) hat einen Vater, den es einst in den Wilden Westen verschlagen hat. Moore senior hat sich damals für eine Schurkenkarriere entschieden, und als er stirbt, reist Sohn Jo ebenfalls in den Wilden Westen und kommt dort in Kontakt mit den 3 früheren Komplizen und Kumpels des Verstorbenen. Diese sollen nun aus dem zwar kultivierten, aber verweichlichten Sohn einen richtigen Mann machen.

Meinung zum Film:
Nach dem Erfolg der Westernkomödie „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ und vor allem dem Nachfolger „4 Fäuste für ein Halleluja“ aus dem Jahr 1971 drehte Regisseur Enzo Barboni, besser bekannt unter seinem Pseudonym „E.B. Clucher“ eine weitere Westernkomödie. Er griff dabei auf den Hauptdarsteller aus den beiden genannten, anderen Klamotten zurück, nämlich auf Terence Hill. Der Legende nach sollte auch bei „Verflucht...“ Bud Spencer mit von der Partie sein, da für diesen aber nur eine der 3 Nebenrollen der Freunde von Moore übrigblieb, soll dieser auf Grund seines inzwischen schon hohen Status abgelehnt haben. Aber auch ohne ihn ist „Verflucht, verdammt und Halleluja“ ein überwiegend überzeugender Film.

Die Zutaten sind stimmig. Ein bestens aufgelegter Terence Hill, Riccardo Pizzuti, der wohl bekannteste Sidekick der Herren Spencer/Hill, der in nahezu jedem Film der beiden Haudraufs sein Fett abbekommen hat und ein eingängiger Soundtrack von Guido und Maurizio de Angelis machen diesen Film zu einem wahren Vergnügen. Die Angelis-Brüder waren Stamm-Komponisten von Spencer/Hill („2 außer Rand und Band“) und haben auch diesen Film wieder eingängig musikalisch untermalt. Der genannte Pizzuti hat als Moores Gegenspieler Morten seine vermutlich größte Rolle. Eigentlich kann hier also gar nichts mehr schief gehen, dennoch gibt es einen zumindest kleinen Wermutstropfen: der Film ist mit seinen 2 Stunden etwas zu lang geworden. Zwar gibt es keinen Handlungsstrang, auf den man hätte komplett verzichten können, dennoch hätte man die eine oder andere Szene gern etwas straffer inszenieren können. Obligatorisch dagegen ist in dieser Art Komödie natürlich ein Running Gag, an den zum Glück auch hier in Form der beiden immer mal wieder auftretenden Kopfgeldjäger gedacht wurde, die zwischendurch wiederholt ihr Fett abbekommen.

Handlungstechnisch ist der Film stets vorhersehbar, wird aber immer solide präsentiert. Natürlich darf sich Joseph in die schöne Candida (Yanti Somer / „4 Fäuste für ein Halleluja“) verlieben und natürlich ist sie die Tochter des reichen Frank Austin (Enzo Fiermonte), der selbstverständlich ein Gegenspieler Josephs ist. Richtig Zoff gibt es, als Morten auf Joseph eifersüchtig wird, da er eigentlich selbst Candida ehelichen wollte – aber natürlich nicht aus Liebe, sondern nur um eines Tages der Nachfolger von Boss Austin zu werden. Selbst beim Lesen dieser Inhaltsangabe kann man sich ausmalen, wie dieser Film endet, doch darauf kommt es gar nicht an. Wichtig ist, dass man als Zuschauer gut unterhalten wird und diese Aufgabe erfüllt „Verflucht, verdammt und Halleluja““ mit Leichtigkeit. Seinerzeit lief dieser Film zwar recht erfolgreich in deutschen Kinos, gehört heute aber leider nicht zu den Hill-Werken, die man auch als Nicht-Fan sofort nennen kann – zu Unrecht!

DVD Aufarbeitung:
Die schlechte Nachricht zuerst: das Bild ist nicht das allerbeste. Gerade zu Beginn gibt es Helligkeitsschwankungen zu sehen, die während des Films immer mal wieder auftreten. Die Schärfe ist auch nicht so gut wie von den anderen Koch-Western gewohnt. Insgesamt ist die Qualität aber mehr als zufriedenstellend, lediglich gemessen an der von Koch bei bisherigen Italowestern selbst hochgelegten Messlatte kann diese DVD nicht ganz mithalten. Der deutsche Ton leistet anständige Arbeit und sorgt für eine gute Dialogverständlichkeit.

An Extras gibt es zunächst das Übliche in Form des deutschen und des US-Trailers und einer Bildergalerie. Sehr gut ist das Interview mit dem italienischen Filmhistoriker Antonio Bruschini, der sich über den Film auslässt. Geradezu sensationell ist dann das ausführliche Interview mit dem Darsteller Riccardo Pizzuti, das frisch produziert wurde und in dem er satte 35 Minuten lang zu Wort kommt. Überraschend ist, dass dabei sowohl Spencer als auch Hill alles andere als gut wegkommen. Die Krönung bietet dann das sage und schreibe 44-seitige Booklet, das so ziemlich alle Aspekte des Films beleuchtet. Bedenkt man, dass die DVD von vornherein im „Nice Price“-Segment plaziert wurde, kann man das Gebotene nur als fantastisch bezeichnen, zumal als Verpackung auch kein billiges Amaray, sondern ein Digipak im Schuber gewählt wurde.

Fazit:
„Verflucht, verdammt und Halleluja“ fristet im Schaffen von Terence Hill eher ein Schattendasein – bis auf ein, zwei Schwächen des Films aber vollkommen unbegründet. Koch würdigt diesen Film in einer hervorragenden Veröffentlichung, bei der lediglich das Bild „nur“ die Note „Gut“ bekommt. Hier kann jeder auch einen Blindkauf wagen!

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
120:04 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Englisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer (deutsch/englisch)
  • Bildergalerie
  • Interview mit Filmhistoriker Antonio Bruschini
  • Interview mit Riccardo Pizzuti
  • 44-seitiges Booklet

 

Spaghetti-Western
Verflucht, verdammt und Halleluja
È poi lo chiamarono il magnifico

Andreas Schultz
Terence Hill macht auch Solo natürlich eine gute Figur
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1972
Regie:
Enzo Barboni
Drehbuch:
Enzo Barboni
Darsteller:
Terence Hill,Gregory Walcott, Yanti Somer, Dominic Barto, Harry Carey Jr., Riccardo Pizzuti

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
21.11.2008
DVD-Verkaufsstart :
21.11.2008

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
21.11.2008
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
21.11.2008


Special vom: 21.11.2008
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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