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Der Ritt nach Alamo
Spaghetti-Western

Der Ritt nach Alamo

Story:
Bud (Ken Clark) lernt eines Tages Slim (Alberto Cevini) kennen, der ihn mit zu seiner Bande nimmt, die von Carson (Michael Lemoine) geleitet wird. Gemeinsam verkleidet man sich als Norstaatler-Soldaten, um bei einer Bank 150.000 Dollar zu ergaunern. Carson entscheidet sich während der Flucht jedoch, Bud und Slim in der Wüste allein zurückzulassen und die Beute für sich zu behalten. Die beiden Freunde machen sich auf die Jagd nach Carson.

Meinung zum Film:
Regisseur Mario Bava war zeitlebens nicht für seine Western bekannt, sondern tobte sich im Horror- und Giallo-Genre aus und konnte bei den Fans entsprechende Lorbeeren ernten. Wir verdanken ihm Filme wie „Die Stunde, wenn Dracula kommt“, „Blutige Seide“ oder „Hatchet for the honeymoon“. 1964 versuchte er sich auch an einem Western, nämlich den vorliegenden „Der Ritt nach Alamo“. Dieser orientiert sich noch deutlich an amerikanischen Vorbildern und ist meilenweit von den anderen, stilprägenden Western aus italienischer Schmiede entfernt.

Die Handlung ist relativ schnell erzählt: Held Bud kommt per Zufall an einen schriftlichen Zahlbefehl der nordamerikanischen Truppen an eine Bank und gibt sich mit einer handvoll neuer Freunde bei dieser Bank als Soldaten aus und kassiert das Geld. Einer seiner Kompagnons möchte aber ungern mit Bud und Kumpel Slim teilen und macht sich allein aus dem Staub. Dann geraten die beiden Helden in einen Soldatentrupp und mit diesem in einen indianischen Hinterhalt. Nebenbei verliebt sich Bud noch in die rothaarige Schönheit Janet (Jany Clair). Dies alles wird auf typisch amerikanische Weise erzählt und kann durchaus durchschnittlich gut unterhalten. Gelegentlich scheint sogar Bavas Faible für künstliche Kulissen und extravaganter Ausleuchtung durch, dieses jedoch nur pointiert und nicht dominierend. Abgesehen davon darf man als Fan des Regisseurs nicht erwarten, hier einen sofort erkennbaren, typischen Bava-Film im Westerngewand präsentiert zu bekommen.

Nicht nur der Film selbst, auch die Darsteller bewegen sich im gepflegten Durchschnitt, allen voran Ken Clark („Nebraska Jim“) als Bud, der zunächst zwar zunächst ein Ganove ist, was im Verlauf des Films aber eher in Vergessenheit gerät, weil er eindeutig zum Guten mutiert. Er ist ohnehin von Anfang an die Identifikationsfigur für den Zuschauer – ein Outlaw wider Willen, mit einer großen Portion Gerechtigkeit und Moral. Später wird er dann zusätzlich auch noch mit der passenden Frau ausgestattet, typisch amerikanisch eben. Wer einen typischen Bava, einen klassischen Italowestern oder gar beides erwartet, ist hier demnach definitiv falsch. Wer jedoch auf Wohlfühl-Western amerikanischer Machart steht, ist hier an der richtigen Adresse.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist nicht immer perfekt - stellenweise gibt es altersbedingte Verschmutzungen zu sehen. Ansonsten herrschen aber eine gute Schärfe und schöne Farben vor. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist stets gut verständlich. Zahlreiche, in Deutschland ehemals geschnittene Szenen liegen erstmals hierzulande auf DVD vor und werden auf italienisch mit deutschen Untertiteln präsentiert.

In dem 12-minütigen Feature „The long road to the west“ kommt u.a. Lamberto Bava zu Wort, der über das Verhältnis seines Vaters zu Western im Allgemeinen und den Dreharbeiten zu “Der Ritt nach Alamo” im Besonderen berichtet. Abgeschlossen werden die Special Features mit einer Bildergalerie. In der Klappe des Digipaks befindet sich auf 3 Seiten wissenswertes über Mario Bava zum Nachlesen.

Fazit:
„Der Ritt nach Alamo“ weist keine der späteren, stilprägenden Elemente des Italowestern auf und ist eindeutig amerikanisch orientiert. Der Film bietet über seine kurze Laufzeit von 75 Minuten jedoch durchschnittlich gute Unterhaltung und ist durchaus mal einen Blick wert.

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
75:38 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Dokumentation "The long road to the west"
  • Bildergalerie

Spaghetti-Western
Der Ritt nach Alamo
La Strada per Fort Alamo

Andreas Schultz
Italienischer Western mit amerikanischem Einschlag
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1964
Regie:
Mario Bava
Drehbuch:
Livia Contardi, Lorenzo Gicca Palli
Darsteller:
Ken Clark, Jany Clair, Michel Lemoine, Adreina Paul, Alberto Cevenini

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
11.07.2008
DVD-Verkaufsstart :
11.07.2008

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
11.07.2008
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
11.07.2008


Special vom: 11.07.2009
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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