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Der letzte Zug nach Durango
Spaghetti-Western

Der letzte Zug nach Durango

Story:
Gringo (Anthony Steffen) und sein Kumpel Lucas (Enrico Maria Salerno) sind nach dem glücklosen Versuch, in Südamerika Platin abzubauen, wieder auf dem Weg in die Heimat USA. Auf einem Zwischenstop in Mexiko werden sie Zeuge eines Überfalls mexikanischer Revoluzzer auf einen Zug, in dem ein ganzer Tresor voll Geld steckt. Nebenbei entführen die Banditen auch noch die hübsche Helen (Dominique Boschero). Die beiden Helden machen sich auf die Suche nach dem Geld und dem Mädel.

Meinung zum Film:
Regisseur Mario Caiano („Bandidos“) drehte diesen Revolutionswestern im Jahre 1968, der Hochzeit des Genres. Beim Drehbuch wirkte sowohl Caiano selbst, als auch Duccio Tessari („Für eine Handvoll Dollar“, „Eine Pistole für Ringo“) mit, was schon ein Garant für einen gelungenen und unterhaltsamen Western sein sollte, was dieser Beitrag auch problemlos erfüllt. In den Hauptrollen glänzen Anthony Steffen („Killer Kid“) und Enrico Maria Salerno („Bandidos“, „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“), dessen Figur ein wenig, und sicher nicht nur zufällig, an Eli Wallachs „Tuco“ aus „2 glorreiche Halunken“ erinnert. In Nebenrollen sind noch Genregrößen wie Roberto Camardiel („Töte Django“) und Aldo Sambrell („Sando Kid spricht das letzte Halleluja“) zu sehen.

Die Anzahl an Leichen in diesem Film ist erstaunlich, dennoch ist dieser Revolutionswestern insgesamt als komödiantisch zu bezeichnen, ohne jedoch jemals in den Klamauk abzudriften. Steffen verzichtet hier darauf, allzu ernst aufzuspielen und gibt den verliebten Gauner, der seiner holden Helen hinterherjagt, mit einer selbstironischen und unverkrampften Note. An die Wand gespielt wird Steffen (und alle anderen Darsteller auch) allerdings von Mark Damon („Requiescant“), der einen hochkultivierten und zunächst mehr als undurchsichtigen James-Bond-Typen spielt, der mit einem Auto durch die Prärie fährt und immer dann helfend auftaucht, wenn Gringo und Lucas in Schwierigkeiten geraten. Dem geübten Zuschauer wird natürlich schon etwas vor dem überraschenden Finale klar, was es mit Damons Figur auf sich hat, dennoch kann man dem Drehbuch und der filmischen Umsetzung desselben die Originalität nicht absprechen.

Der „letzte Zug nach Durango“ hält sich wenig mit Vorgeplänkel auf und fährt gleich mit Vollgas los; sehr schön ist, dass der Zug das Tempo auch bis zum Finale halten kann und so keine Durchhänger, bzw. Langeweile aufkommt. Gringo und Lucas gehen zielstrebig auf die Suche nach dem segenbringenden Tresor, bzw. der schönen Helen und stürzen dabei von einem Scharmützel in das nächste. Glücklicherweise fällt hier auch nicht die für das Genre eher ungewöhnliche Liebesgeschichte unangenehm und ablenkend auf. Ob diese dann für unseren Helden auch wirklich so erfolgreich ist, sei an dieser Stelle nicht verraten. Insgesamt ist dieser Beitrag ein sehr unterhaltsamer Western mit einer interessanten Geschichte, einem stringenten Drehbuch und tollen Darstellern geworden – Fans sollten unbedingt zugreifen!

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist wie üblich hervorragend restauriert worden, die Farben wirken frisch und die Bildschärfe kann ebenfalls überzeugen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist gut verständlich und zweckgemäß. Der Film liegt erstmals ungeschnitten auf deutsch vor, daher sind zahlreiche vormals geschnittene Szenen wieder in den Film integriert worden und liegen auf italienisch mit deutschen Untertiteln vor.

In der Doku „Horses, Trains and Automobiles“ erinnert sich Regisseur Mario Caiano an die Dreharbeiten zu diesem und anderen Western aus seinem Repertoire. Kernstück ist sicher die Doku „From Gunslinger to Hollywood Player“, in der sich Darsteller Mark Damon in einem vermutlich aktuellen Interview daran versucht, die Geschichte des Italowesterns –natürlich in seinem Sinne- umzuschreiben. Unglaublich, was Mr. Damon alles über sich behauptet, das muss man einfach gesehen haben. Leider fehlen bei diesem Interview die deutschen Untertitel. Abgerundet werden die Extras durch den italienischen Trailer und einer Bildergalerie. In dem Aufklapp-Digipak befinden sich auf 3 Seiten wissenswerte Hintergrundinformationen über den Film.

Fazit:
„Der letzte Zug nach Durango“ ist ein leichenhaltiger Western, der dennoch eher als Komödie, zumindest aber als „heiter“ bezeichnet werden kann, ohne jemals in den Klamauk abzudriften. Das hohe Tempo des Films kann über 90 Minuten gehalten werden, und die technische Aufmachung der DVD kann ebenfalls überzeugen – zugreifen!

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
95:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Doku "Horses, Trains and Autmobiles"
  • Doku "From Gunslinger to Hollywood Player"
  • Trailer
  • Bildergalerie

Spaghetti-Western
Der letzte Zug nach Durango
Un Treno per Durango

Andreas Schultz
Unterhaltsamer, heiterer Western mit Anthony Steffen
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien / Spanien, 1968
Regie:
Mario Caiano
Drehbuch:
Mario Caiano, Duccio Tessari
Darsteller:
Anthony Steffen, Mark Damon, Enrico Maria Salerno, Dominique Boschero, Roberto Camardiel

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
11.07.2008
DVD-Verkaufsstart :
11.07.2008

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
11.07.2008
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
11.07.2008


Special vom: 11.07.2008
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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