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Für einen Sarg voller Dollars
Spaghetti-Western

Für einen Sarg voller Dollars

Story:
Hagen (Klaus Kinski) ist Chef einer Horde Banditen, die eines Tages die Hamiltons überfallen. Dabei stirbt einer der Brüder Hagens, was dieser zum Anlass nimmt, die gesamte Familie auszulöschen – alle bis auf einen, nämlich Nevada Kid (Jeff Cameron), der wiederum an Hagen Rache nehmen will.

Meinung zum Film:
Um den Film „Für einen Sarg voller Dollars“ gibt es einige Verwirrung. Auch unter dem Namen „Adios Companeros“ bekannt, wurde von „Best Entertainment“ vor einigen Jahren ein Western unter diesem Titel auf DVD veröffentlicht. Cast, Crew und Entstehungszeit sind zwar nahezu identisch, dennoch handelt es sich bei dem Film auf der „Best“-DVD in Wahrheit um „Ich will Deinen Kopf“, während der nun vorliegende „Sarg voller Dollars“ der „echte“ „Adios Companeros“ ist.

Regie bei diesem Italowestern führte Demofilo Fidani. Kenner werden nun abwinken oder entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, denn Fidani ist bei Westernfans vor allem als Wahrzeichen des billigen Trashfilms bekannt. Wir „verdanken“ ihm Machwerke wie „Django und Sartana kommen“ oder „Sein Name war Pot – aber man nannte ihn Halleluja“, die oftmals denselben Stamm an Darstellern vorwiesen – allen voran Jack Betts, Jeff Cameron und Gordon Mitchell, die sich auch komplett wieder beim „Sarg voller Dollars“ versammelten. Komplettiert wird die Darstellerriege durch Zugpferd Klaus Kinski („Mörder des Klans“), der den Oberschurken Hagen gibt. Ist man nun schon auf das Schlimmste gefasst, muss man sich beim Zuschauen dann doch wundern: entgegen sämtlicher anderer Werke von Fidani weist dieser Film eine einigermaßen nachvollziehbare Handlung auf. Die eingestreuten Sprüche und auch einige Dialoge im Film sind zwar überwiegend schwachsinnig, dennoch muss man Fidani bescheinigen, dass er mit diesem Werk die Unterhaltungsstufe „unterer Durchschnitt“ nur selten bis gar nicht unterschreitet – Kenner dieses Regisseurs wissen, dass diese Bewertung schon einer Adelung gleichkommt.

Die billigen Locations der Marke „Kiesgrube“ hat der spätere Regisseur Aristide Massaccessi („Man Eater“), besser bekannt unter seinem Pseudonym Joe D’Amato, handwerklich sauber eingefangen und trägt so als Kameramann seinen Teil dazu bei, dass der Sarg voller Dollars nicht untergeht, sondern ständig knapp über der Oberfläche schwimmt. Die Darsteller haben grundsätzlich, abgesehen von Kinski, alles andere als Weltniveau, vermeiden hier aber Totalausfälle und sorgen so für zumindest erträgliche Unterhaltung. Trotz aller Lobhudeleien, die man immer unter dem Kontext sehen muss, dass hier vom schlechtesten Regisseur des Genres die Rede ist, darf man eines nicht vergessen: vielleicht ist dieser Film einer der besten von Fidani, aber qualitativ ist dieser Beitrag natürlich noch Lichtsterne von Klassikern wie „Für eine handvoll Dollar“ oder „Der Gehetzte der Sierra Madre“ entfernt. Selbst die im Genre tausendfach vertretene Dutzendware macht meistens mehr Spaß, da man dem Sarg trotz aller Liebe immer das Budget in der Größe eines Klingelbeutels deutlich ansehen kann. Empfohlen werden kann der Titel nur denjenigen, die sich für das Genre interessieren und ihren Horizont mit einem Beitrag aus dem Bodensatz erweitern wollen. Alle anderen sollten sich aus dem Fundus an anderen, mittlerweile schon zahlreich verfügbaren und qualitativ weitaus höherwertigen Titeln bedienen.

DVD Aufarbeitung:
Eine echte Überraschung ist die Bildqualität – natürlich ist man von Western aus dem Hause Koch einiges an Balsam für die Augen gewohnt, dennoch ist es erstaunlich, wie gut dieser in der Vergangenheit vermutlich wenig gepflegte Film restauriert wurde. Farben, Kontrast und Bildschärfe sind sehr gut, Bildverschmutzungen sind keine zu entdecken. Der deutsche Ton ist gut verständlich.

An Extras gibt es den deutschen und den italienischen Trailer, sowie eine Bildergalerie mit Aushangfotos zu sehen. Kernstück ist die Dokumentation „Memories from the near west“, in der sich Fidani-Tochter Simonetta Vitelli an die Dreharbeiten zu diesem Film und ihren Vater im Allgemeinen erinnert. Im Innenteil des Digipaks befinden sich auf 3 Seiten interessante und überraschend offenherzige Hintergrundinfos über den Film und Regisseur Fidani.

Fazit:
„Für einen Sarg voller Dollars“ dürfte der mit Abstand beste Film von Demofilo Fidani sein, dennoch kommt man nicht drumherum darauf hinzuweisen, dass er dennoch meilenweit von der Qualität der Klassiker des Genres entfernt ist. Komplettisten und vielleicht noch Kinski-Fans können zugreifen, alle anderen sollte man mit diesem Film nicht vom Genre wegekeln.

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
82:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Doku "Memories from the near west"
  • Deutscher und italienischer Trailer
  • Bildergalerie

 

Spaghetti-Western
Für einen Sarg voller Dollars
Per una bara piena di dollari

Andreas Schultz
Der beste Film von Fidani - trotzdem unter dem Durchschnitt
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1972
Regie:
Demofilo Fidani
Drehbuch:
Demofilo Fidani
Darsteller:
Jack Betts,Gordon Mitchell, Jeff Cameron, Ray Saunders, Simonetta Vitelli, Klaus Kinski

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
11.07.2008
DVD-Verkaufsstart :
11.07.2008

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
11.07.2008
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
11.07.2008


Special vom: 11.07.2008
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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