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Die Geier stehen Schlange
Spaghetti-Western

Die Geier stehen Schlange

Story:
Django (Anthony Steffen) kommt eines Tages nach Hause und muss feststellen, dass seine indianische Frau ermordet und sein kleiner Sohn Jerry entführt wurde. Er macht sich auf die Suche nach seinem Sprössling, doch auch nach ca. 20 Jahren hat er ihn noch nicht gefunden. Jerry wurde nämlich vom Schurken „Schakal“ (Fernando Sancho) mitgenommen und großgezogen. Als Jerry (Roberto Miali) erwachsen ist, plant Sancho einen Überfall auf die Stadt, in der Django gerade verweilt.

Meinung zum Film:
„Django – Die Geier stehen Schlange“ ist einer der unzähligen deutschen Titelverhunzungen, die es damals zuhauf gegeben hat. Da Sergio Corbuccis Original-„Django“ sehr erfolgreich lief, wurden viele Italowestern, die auch nur entfernt mit Django in Verbindung gebracht werden konnten, kurzerhand umbenannt. So geschehen auch beim vorliegenden Film, in dem der Held in der Originalfassung den Namen „Johnny“ trägt. Johnny/Django wird dargestellt von Anthony Steffen („Killer Kid“), sein Gegenspieler ist Fernando Sancho („Killer Kid“), der mit seiner unberechenbaren Art den Helden locker an die Wand spielt. Inszeniert wurde der Streifen von Alberto Cardone, der im selben Jahr noch den Original-„Sartana“ drehte, in dem Gianni Garko noch die böse Variante des Titel-„Helden“ spielt.

Aber „Die Geier stehen Schlange“ braucht sich nicht vor dem Klassiker in Cardones Schaffen zu verstecken, ganz im Gegenteil bietet der Film eine interessante Handlung, die sich vom sonstigen Einheitsbrei vieler anderer Genrevertreter angenehm abhebt. Während Django in den Jahren nach dem Mord an seiner Frau und der Entführung seines Sohnes stets gesetzestreu, aber unerbittlich verhält, wird aus seinem Sohn Jerry dank des Schakals ein Bandit, der die Unberechenbarkeit seines vermeintlichen Vaters noch zu übertreffen vermag. Der Film arbeitet stringent auf das unvermeidliche Finale hin, in dem sich Vater und Sohn als Feinde gegenüberstehen, ohne ihre gemeinsame Vergangenheit zu kennen. Geringfügige Langeweile produziert jedoch der recht hohe Frauenanteil in diesem Streifen, der ziemlich ungewöhnlich für das Genre ist. Besonders negativ fällt hier die naive Schwester Sybil (Elisa Montés) der örtlichen Saloonbesitzerin auf, die sich von Jerry entgegen vieler Warnungen becircen lässt und sogar nicht davor zurückschreckt, ein mehrere Minuten langes Lied zum besten zu geben. Dramaturgisch wurde Sybil aber passend eingebaut und so kann man auch mit ihr im Film leben.

Auffallend ist die deutsche Synchro des Streifens, denn gelegentlich blitzt der eine oder andere flotte Spruch durch, verblödelt den Film aber nicht wie so manch andere eigentlich ernsthafte Genrevertreter aus den 60er und 70 Jahren. Auch der Vergleich der alten deutschen Kinofassung mit der dank der DVD nun erstmals ungeschnitten vorliegenden Fassung ist interessant, denn bis auf eine Intro-Schrifttafel mit einem biblischen Spruch und dem Beginn des Films, in dem wir Djangos Familie etwas näher kennenlernen, fehlte in der deutschen Fassung nichts. Insgesamt ist „Django – Die Geier stehen Schlange“ ein sehr guter Western mit einer interessanten Geschichte und tollen Darstellern. Die Auftritte der nervigen Sybil kann man dabei wohlwollend übersehen und sich auf ein 90 Minuten langes, gelegentlich actionhaltiges Familiendrama im Westerngewand freuen.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild wurde wie bei Koch üblich sehr gut restauriert, die Farben wirken kräftig und auch die Schärfe zeigt keine Schwächen. Altersbedingte Bildverschmutzungen sind keine zu entdecken. Der Ton kommt im üblichen Dolby Digital 2.0 daher und verfügt über eine gute Verständlichkeit.

An Extras gibt es den deutschen, sowie den italienischen Trailer und eine Bildergalerie. Kernstück der Extras ist die rund 40minütige Dokumentation über den Komponisten Francesco de Masi, in dem auch italienische Film-Prominenz zu Wort kommt, wie z.B. Enzo Castellari und Umberto Lenzi. Ausgabe Nummer 6 der neuen Western-Collection von Koch kommt wie immer in einem Digipak ohne Schuber daher, in dessen Inlay Wolfgang Luley kenntnisreiches über den Film berichtet.

Fazit:
„Django – Die Geier stehen Schlange“ ist ein sehr guter Western mit einer interessanten Geschichte, die sich vom Einheitsbrei der Masse abhebt und durch seine guten Darsteller noch zusätzlich punkten kann. Die DVD ist wie immer sehr gut geworden und somit kann eine uneingeschränkte Kaufempfehlung erteilt werden.

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
95:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • deutscher und italienischer Trailer
  • Bildergalerie
  • Dokumentation über Francesco de Masi

Spaghetti-Western
Django - Die Geier stehen Schlange
Sette dollari sul rosso

Andreas Schultz
Familiendrama im Westerngewand
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1966
Regie:
Alberto Cardone
Drehbuch:
Juan Cobos
Darsteller:
Anthony Steffen, Elisa Montés, Fernando Sancho, Roberto Miali, Loredana Nusciak

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
04.04.2008
DVD-Verkaufsstart :
04.04.2008

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
04.04.2008
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
04.04.2008


Special vom: 04.04.2008
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
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