Anzeige
Partner von Fantastic Zero
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

In der Datenbank befinden sich derzeit 81 Specials. Alle Specials anzeigen...

Yankee
Spaghetti-Western

Yankee

Story:
Yankee (Philippe Leroy) ist ein Kopfgeldjäger, der sich nach New Mexico verirrt. Im dortigen Grenzgebiet herrscht der große Concho (Adolfo Celi) unbarmherzig mit seiner Bande und terrorisiert die Anwohner und die Banken der Gegend. Nachdem Yankee Concho vorschlägt, dessen Bandenmitglieder kurzerhand beim örtlichen Sheriff abzuliefern und sich das Kopfgeld zu teilen, lehnt dieser natürlich ab. Yankee schwört daraufhin, die Bande einen nach dem anderen umzulegen, und Concho zuletzt.

Meinung zum Film:
Regisseur Tinto Brass ist eher aus dem Erotikfilmbereich bekannt und hat spätestens seit dem vom Penthouse-Magazin produzierten Skandalfilm „Caligula“ aus dem Jahr 1979 seine feste Fangemeinde. 1965 wagte er sich mit dem vorliegenden Film erst- und leider auch letztmalig an einen Western und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Bereits in jener Frühzeit des Genres hat er die von Sergio Leone diktierten Gesetze des Italowesterns adaptiert und einen erstaunlichen Film abgeliefert, der allein durch die magere Geschichte an sich ein wenig Punkte verliert.

Auffallend sind die zahlreichen, genreprägenden Nahaufnahmen von Körperteilen wie z.B. den Augen. Brass spielt aber schon hier mit den Gesetzen des Italowesterns und so wird auch schon mal das Ohr des Protagonisten rangezoomt, wenn er etwas wichtiges hört, oder wenn die Geliebte Conchos eingeführt wird – mit einer Großaufnahme ihres Fußes. Überhaupt wird in „Yankee“ sehr viel und sehr schön mit der Kamera gespielt. Aufnahmen von oben und Gegenschnitte von unten, oder eine sehr interessante Szene, in der eine Gruppe Banditen um einen Skorpion herumsteht, der dann von unten (in Wahrheit auf einer Glasscheibe sitzend) gezeigt wird. Eine Szene, in der Conchos Frau den Yankee küssen soll, wird plötzlich knallrot ausgeleuchtet, was man im Nachhinein als kleine Vorschau auf die späteren Werke des Regisseurs ansehen kann. Dies alles und die recht spannende, actionhaltige Handlung täuschen erfolgreich darüber hinweg, dass die Story an sich nur 08/15-Ware ist. „Yankee“ lebt eher von vielen kleinen Einfällen, die diesen Film zu einem echten Geheimtipp machen, z.B. eine Szene, in der ein Indio seine auf seinen Schultern stehende und am Galgen hängende Frau stützen muss; eine Einstellung, die Jahre später in „Spiel mir das Lied vom Tod“ zu einem Sinnbild für den Italowestern werden sollte.

Neben der mageren Handlung gibt es noch einen weiteren Minuspunkt, nämlich Hauptdarsteller Philippe Leroy, der später noch einmal in Sergio Martinos Spätwestern „Mannaja“ den am Rollstuhl gefesselten McGowan spielen sollte. Leroy passt einfach nicht in die Rolle des coolen Kopfgeldjägers, er sieht einfach zu smart und vor allem zu gepflegt aus: seine Figur dürfte die einzige in geschätzten 600 Italowestern insgesamt sein, die sich im Laufe eines Filmes sage und schreibe dreimal rasieren lässt. Ein Totalausfall ist er jedoch nicht, ein Talent ist auf alle Fälle da und irgendwann hat man sich an sein Gesicht gewöhnt. Außer ihm gibt es noch einen überzeugenden Adolfo Celi („Sandokan – Der Tiger von Malaysia“) in der Rolle des großen Concho und Francisco Sanz („Töte Django“) zu sehen. Jacques Herlin spielt den „Professor“, einen Berater des Concho und wurde hier in einer ernsten Rolle besetzt, während er in späteren Jahren vor allen in Deutschland in zahlreichen Klamotten wie „Frau Wirtin...“ oder „Drei Lederhosen in St. Tropez“ sein Talent verschwendete.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr schön geworden, satte Farben und eine angenehme Schärfe verwöhnen den Zuschauer. Gelegentlich gibt es kleine Bildverschmutzungen zu sehen, im Großen und Ganzen kann man aber mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein. Der Ton liegt wahlweise auf deutsch oder auf italienisch in Dolby Digital 2.0 vor und hat eine gute Dialogverständlichkeit.

An Extras gibt es den deutschen und den italienischen Trailer, sowie eine Bildergalerie.

Fazit:
„Yankee“ besticht und überzeugt vor allem durch seine tolle Optik und weniger durch seine Story, die aber ohnehin kaum auffällt, weil es recht actionreich zugeht. Für Genrefans ist diese technisch gute DVD auf jeden Fall eine Kaufempfehlung und sollte in keinem Fanregal fehlen!

Daten zur DVD:
FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
93:23 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Italienisch:
Dolby Digital 2.0 / Mono
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Italienischer Trailer
  • Bildergalerie

Spaghetti-Western
Yankee
Yankee

Andreas Schultz
Tinto Brass' einmaliger Ausflug in den Italowestern
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Italien, 1965
Regie:
Tinto Brass
Drehbuch:
Alfonso Balcázar, Tinto Brass
Darsteller:
Philippe Leroy, Adolfo Celi, Mirella Martin, Tomás Torres, Francisco Sanz

Vertrieb “Deutschland“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Deutschland“ :
19.10.2007
DVD-Verkaufsstart :
19.10.2007

Vertrieb “Schweiz“ :
Koch Media Entertainment
DVD-Verleihstart “Schweiz“ :
19.10.2007
DVD-Verkaufsstart “Schweiz“ :
19.10.2007


Special vom: 19.10.2007
Autor dieses Specials: Andreas Schultz
Weitere Seiten innerhalb dieses Specials können über das seitliche Menü links oben aufgerufen werden.
Zurück zur Hauptseite des Specials