Story:
Arizona (Anthony Steffen) und „Zwei-Flaschen-Whiskey“ (Roberto Camardiel) vertreiben sich die Zeit meistens mit Nichtstun. Eines Tages jedoch ist es mit der Ruhe vorbei, denn eine Menge Kopfgeldjäger machen sich auf die Suche nach Arizona. Schnell kommt auch heraus, was der Grund für das große Interesse an seinem Kopf ist: Arizona soll angeblich eine Postkutsche ausgeraubt haben und wird nun steckbrieflich gesucht. Und auch der Verbrecher Chico (Aldo Sambrell) und seine Bande haben es auf Arizona abgesehen.
Meinung zum Film:
Regisseur Sergio Martino, der in seiner Karriere eher durch Poliziottis und Gialli („Der Killer von Wien“) auffiel, leistete auch 2 Beiträge zum Genre des Italowestern. Der erste ist der vorliegende „Der Tod sagt Amen“, der 1970 entstand und Martinos Spielfilmdebüt darstellte. 1977 kehrte er noch einmal ins Genre zurück und drehte den weit besseren Spätwestern „Mannaja“. Das Drehbuch zum „Tod“ schrieb zum einen Joaquín Romero Hernández, der in dieser Eigenschaft unter anderem auch beim „Todesmarsch der Bestien“ beteiligt war. Zum anderen zeichnet sich für das Buch auch Ernesto Gastaldi verantwortlich, der später u.a. noch an „Mein Name ist Nobody“ mitarbeitete.
1970 ebbte die Erfolgswelle des Italowesterns bereits ab und die ersten Klamaukwestern sollten das Genre retten. Martino übernahm den Drehstuhl also zu einer Zeit, in der die größten Erfolge bereits abgedreht waren. Der etwas später mit den Spencer/Hill-Western von Enzo Barboni zur Perfektion getriebene Spaß-Western ist hier aber auch schon ansatzweise zu spüren. Ein recht flotter Soundtrack von Bruno Nicolai („Spiel Dein Spiel und Töte, Joe“) und Roberto Camardiel („Töte Django“) als trinkfester „Zwei-Flaschen-Whiskey“ lenken oft davon ab, dass es im Film eigentlich recht hart und tödlich zugeht. Diese merkwürdige Mischung aus Ernst und lockerem Spaß sorgen dann letztendlich auch dafür, dass „Der Tod sagt Amen“ insgesamt irgendwie weder Fisch noch Fleisch ist. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass dieser Film eigentlich als Sequel zu „Arizona Colt“ mit Giuliano Gemma angesetzt wurde, beide Filme sind von ihrer Machart aber so grundverschieden, dass man eigentlich, abgesehen vom Namen beider Hauptcharaktere keine Ähnlichkeiten feststellen kann. Den Film jedoch als schlecht zu bezeichnen, wird ihm nicht gerecht. Die Handlung wird flott vorangetrieben und es gibt die eine oder andere Härte zu sehen, die man als Zuschauer von so einem Film auch erwartet. Die beiden Frauen des Films erleiden wie zu Erwarten ein genretypisches Schicksal und Steffen kann in seiner unnachahmlichen Art zeigen, was für ein harter Kerl er eigentlich ist.
Ebenfalls positiv zu vermerken ist der hervorragende Cast, der sich hier vor der Kamera versammelt hat. Allen voran Antony Steffen als cooler Arizona, der in jeder Situation den Überblick behält. Als Sidekick wurde ihm der ebenfalls hervorragende Roberto Camardiel zur Seite gestellt, der öfters zeigen kann, warum er „Zwei-Flaschen-Whiskey“ heißt. Als Gegenspieler Chico glänzt Aldo Sambrell („Zwei glorreiche Halunken“) und es gibt auch ein Wiedersehen mit Raf Baldassarre („Blindman“). Zu guter letzt ist Dan van Husen („Nosferatu“) zu Beginn in einer kleinen Rolle als Gegenspieler Arizonas zu sehen und darf nach einem verlorenen Duell gegen ihn ohne Hose nach Hause gehen. Insgesamt ist „Der Tod sagt Amen“ eine seltsame Mischung aus Ernst und Klamauk, die man sich aber durchaus ansehen kann – es gibt hunderte deutlich schlechtere Western.
DVD Aufarbeitung:
Das Bild wurde hervorragend restauriert und glänzt mit schönen Farben und einer angenehmen Schärfe. Der Ton liegt wahlweise auf deutsch oder auf italienisch in Dolby Digital 2.0 vor und ist stets gut verständlich.
An Extras gibt es zum Einen ein rund 12-minütiges Interview mit Regisseur Sergio Martino, in dem er sich an die Dreharbeiten zum Film und seine Karriere im Allgemeinen erinnert. Kernstück der Extras ist sicher das 25-minütige Interview mit Darsteller Dan van Husen, im Rahmen dessen er reichlich Anekdoten und Erinnerungen an die große Zeit des Italowesterns zum Besten gibt. Für Fans eine wahre Fundgrube. Den Abschluss der Extras bildet der deutsche Trailer. Diese DVD ist der dritte Teil aus der neugestarteten Italowestern-Collection von Koch Media und kommt im Digipak ohne Schuber daher. Im Inlet des Digipaks befinden sich Hintergrundinformationen zum Film, die von Wolfgang Luley zusammengetragen wurden.
Fazit:
„Der Tod sagt Amen“ ist ein seltsamer Mix aus Klamauk- und ernsthaftem Western und findet nicht so recht die Kurve zu einem der beiden. Aber das macht diesen Film auch wiederum interessant, der darüber hinaus einen flotten Soundtrack sowie eine hervorragende Besetzung aufweisen kann. Fans sollten auf alle Fälle zugreifen!
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Italienisch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Sergio Martino
- Interview mit Dan van Husen
- deutscher Trailer
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Der Tod sagt Amen
Arizona si scatenò... e li fece fuori tutti
Sergio Martinos Spielfilmdebüt
Autor der Besprechung: Andreas Schultz
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Italien, 1970
Regie: Sergio Martino
Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Joaquín Romero
Darsteller: Anthony Steffen, Rosalba Neri, Aldo Sambrell, Roberto Camardiel, Raf Baldassarre
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 19.10.2007
DVD-Verkaufsstart : 19.10.2007
Vertrieb : Koch Media Entertainment DVD-Verleihstart : 19.10.2007
DVD-Verkaufsstart : 19.10.2007
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