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02 - Last Life in the Universe
rapid eye movies - Intro edition asien


02 - Last Life in the Universe

Story:
Japaner Kenji (Tadanobu Asano) arbeitet als Bibliothekar im thailändischen Bangkok, innerlich isoliert und gesellschaftlich distanziert ist er nicht in der Lage, menschliche Beziehungen einzugehen. Seine Einsamkeit treibt ihn ein ums andere Mal an den Rand des Selbstmordes. Als er bei dem Versuch von einer Brücke zu springen einen Verkehrsunfall miterlebt, kreuzt sich sein Weg mit Noi (Sinitta Boonyasak), der Schwester des Unfallopfers. Die beiden sehr unterschiedlichen Menschen nähern sich einander an, wodurch sich im Leben beider einiges ändert.

Meinung und Hintergründe zum Film:
In "Last Life in the Universe" wird vornehmlich nonverbal auf der visuellen Ebene der Bilder erzählt. Sie sind das Transportmedium der wenigen Informationen, aus denen der Zuschauer sein Wissen schöpft. Zwischen den Charakteren finden wenige Dialoge statt und wenn einmal längere Konversationen entstehen, sind diese weitaus weniger informativ als es die metaphorischen Bilder sind. Die besondere Konzentration auf die Kraft der visuellen Narration hat sich Kameramann Christopher Doyle zur Spezialität gemacht. Der in Hongkong lebende Australier arbeitet seit Jahren im asiatischen Filmbusiness und hat durch seine gemeinsamen Erfolgs-Projekte mit Wong Kar-Wai ("In the Mood for Love") oder Zhang Yimou ("Hero") auch in der westlichen Welt einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt und gilt als Meister seines Faches. Seine aktuellste Arbeit ist der letzte Jim Jarmusch-Film "The Limits of Control", für den Doyle ebenfalls viel Kritikerlob verbuchen konnte. Seine Bilder in "Last Life in the Universe" sind ruhig, konzentrieren sich darauf, das innere Befinden der Charaktere zu offenbaren und deren Gefühle auszudrücken. Eine derart ausdrucksstarke Bildsprache sucht man häufig vergebens und sind eine, wenn nicht die große Stärke dieser DVD-Veröffentlichung, da sie eine dem Film eigene, fesselnde Atmosphäre erzeugt.

Bei vielen asiatischen Filmen ist die deutsche Synchronisation oft schwach umgesetzt und mindert das Filmerlebnis enorm. Stimmliches Overacting und misslungene Betonung sind die am häufigsten zu nennenden Negativbeispiele. Anders bei der auf der DVD vorliegenden deutschen Tonspur. Die Stimmen passen hierbei sehr gut zu ihren Figuren und die Sprecher verstehen es, durch die Wahl der richtigen Stimmlage die verschiedenen Emotionen auszudrücken, in denen sich die Charaktere gerade befinden. Zudem wurde das Problem der Mehrsprachigkeit des asiatischen Originaltons gut umgesetzt: Kenji (Tadanobu Asano/"Zatoichi - Der blinde Samurai") spricht größtenteils Japanisch, während Nois (Sinitta Boonyasak/"A Moment in June") Muttersprache Thai ist und sie nur bröckchenweise des Japanischen mächtig ist. In der originalen Fassung weichen beide auf Englisch aus, wenn sie mit ihren Sprachkenntnissen nicht weiter kommen. Die Synchronisation übersetzt alles japanisch Gesprochene in die deutsche Sprache und untertitelt lediglich die Thai-Ausführungen, eine Vorgehensweise die dem Original sehr nah kommt. Zudem ist der Soundtrack eine wichtige Ebene der filmischen Narration. Minimalistisch aber immer situationskonform unterstützt der Soundtrack das Visuelle und verstärkt deren ausdrucksstarke Wirkung.

Bei allem Lob dieses formal herausragenden Films, muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass die 103 Minuten Filmlänge nicht immer einfach durchzustehen sind. Durch die besondere Machart des langsamen visuellen Erzählens fehlt dem Film jegliche Dynamik, an die das westliche Auge stark gewöhnt ist. Dieser Film muss in aller Ruhe gesichtet werden, der Zuschauer muss sich auf die Erzählung einlassen und aufmerksam untersuchen, was die Filmemacher auf dem Bildschirm förmlich komponieren. Wer dies beherzigt, wird mit "Last Life in the Universe" eine interessante und aufschlussreiche, ja fast künstlerische Erfahrung machen. Anderen mag sich aber diese ganz eigene untypische Form der Erzählung von vorne herein verschließen. Die kuriose Mischung aus schwarz-humorigen Zwischenschnitten und nachdenklich stimmenden Kamerafahrten machen "Last Life in the Universe zu einer außergewöhnlichen Erfahrung.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild ist hauptsächlich gut und kontrastreich, an einigen Stellen jedoch ein wenig körnig – was aber keinesfalls stört. Der Ton liegt in der deutschen Synchronisation als Dolby Digital 5.1 Spur vor, die 5.1-Originaltonspur ist ebenfalls enthalten.

Als Extras liefert R.E.M. ein 16seitiges Booklet, welches vertiefende Informationen beinhaltet. Auf der Disc befinden sich Interviews, Behind the scenes-Material, der Kinotrailer und Bildergalerien.

Fazit:
"Last Life in the Universe"E ist ein starkes Drama, welches die Einsamkeit der Hauptfiguren thematisiert und auf unübliche Weise ein Zusammenkommen zweier unterschiedlicher Charaktere nachzeichnet, ohne schnulzig zu werden oder in ausgelaugte Handlungsmuster abzugleiten. Das gemeinsame Projekt von Regisseur Pen-Ek Ratanaruang und Kameramann Christopher Doyle ist asiatisches Arthousekino der besonderen Sorte.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1

103:42 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch, Thai, Japanisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
deutsch
Bonusmaterial:
  • Booklet
  • Behind the Scenes
  • Kinotrailer
  • Interviews
  • Bildergalerien

Intro edition asien -
Last Life in the Universe
Ruang rak noi nid mahasan

Marcus Offermanns

Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan/Thailand, 2003
Regie:
Pen-Ek Ratanaruang
Drehbuch:
Pen-Ek Ratanaruang, Prabda Yoon
Darsteller:
Tadanobu Asano, Sinitta Boonyasak

Label Deutschland :
rapid eye movies
DVD-Verleihstart Deutschland :
22.05.2009
DVD-Verkaufsstart :
22.05.2009

Vertrieb Schweiz :
Kein Vertrieb bekannt
DVD-Verleihstart Schweiz :
Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
Kein Termin bekannt




Special vom: 09.09.2009
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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