Samurai Fiction
Story:
Japan 1696: Es herrscht Aufruhr im Clan Nagashima. Das unersetzliche Schwert des Shogun ist gestohlen worden. Der Klanälteste ist außer sich: Ein Akt der Entehrung, der sofortige Rache erfordert. Sein quirliger Sohn Heishiro (Mitsuru Fukikoshi) verfolgt postwendend den Dieb Rannosuke Kazamatsuri (Tomoyasu Hotei) und fordert den erfahrenen Schwertkämpfer zum Duell. Geschlagen und verletzt wird Heishiro von Lehrmeister Hanbei Mizoguchi (Morio Kazama) vor dem
tödlichen Hieb gerettet. Erst durch Hanbeis Ausbildung wird Heishiro stärker und lernt sich in der Welt zu positionieren. Doch in seinem Inneren herrscht weiter das Verlangen nach Vergeltung und so steht der junge Samurai alsbald seinem Erzfeind zur alles entscheidenden Schlacht gegenüber.
Meinung und Hintergründe zum Film:
Als moderner Samurai-Film vereint "Samurai Fiction" viele Elemente mehrerer Filmgattungen verschiedener Epochen des japanischen Kinos und beinhaltet einige Verweise auf Werke der modernen Popkultur. Bereits im Titel ist eine Parallele zu Quentin Tarantinos Werk "Pulp Fiction" enthalten, die sich nicht ausschließlich auf die Namensgebung bezieht. Wie Tarantino in seinem Streifen von 1994 baut Regisseur Hiroyuki Nakano ("Stereo Future") diverse
Verweise auf Klassiker des japanischen Kinos in seine Arbeit ein. So ist "Samurai Fiction" unübersehbar von Akira Kurosawas Filmstil geprägt, liegen doch Handlung und filmische Ästhetik bei Nakanos Film recht nah am typischen Stil der japanischen Regiegröße. Doch wäre der Bezug zu "Pulp Fiction" nicht gegeben, wenn ausschließlich mit den Elementen vergangener Zeiten gearbeitet würde. So lässt Nakano diverse moderne Spielereien seinen Film die Lücke zu Tarantino schließen. Die durchweg schwarzweißen Bilder werden rot koloriert, wenn eine Sterbeszene dargestellt wird. Rasante Kamerafahrten und besonders ausgetüftelte Bildeinstellungen verleihen dem klassischen Look einen modernen Touch. Aus der Kombination der Elemente Look und Touch resultiert die vollkommen eigene Ästhetik des Films. Regisseur Hiroyuki Nakano gelingt mit seinem Werk die Verbindung von klassischen und neuzeitlichen Einflüssen. Er verbindet die frühe Lehre eines Kurosawas mit der modernen Schule der MTV Clip-Ästhetik: Nakano hat förmlich das (Sub-)Genre des Rock 'n' Roll-Samurai-Films erschaffen.
"Samurai Fiction" unterscheidet sich nicht nur durch seine Form von den Werken des klassischen Samurai-Films. Die Formel "Verbrechen geschieht, Held muss Erstarken und lernt Kampfkunst durch diese er den Übeltäter nach einer Lernphase besiegen kann" wird beim vorliegenden Exemplar aufgebrochen. Heishiro (Mitsuru Fukikoshi/"Listen to My Heart") muss nicht ausschließlich filigrane Kampftechnik erlernen, durch die er zum starken Held reift, sondern erfährt vom väterlichen Lehrmeister Hanbei Mizoguchi (Morio Kazama/"Sono hi no mae ni") einiges mehr, profitiert sozusagen von dessen Lebenserfahrung. Hanbei formt den jungen Sprössling eben nicht zum eindimensionalen Kämpfer sondern zeigt ihm verschiedene Wege der Konfliktlösung, bei der das Kämpfen eher eine Randerscheinung ist. Ebenso wichtig wie eine filigrane Kampftechnik ist demnach die Kontrolle der eignen Emotionen, demnach ist das Gleichgewicht des Inneren ein weiteres Lernziel des unerfahrenen Jungspundes. So ist es letztendlich auch nicht Heishiro alleine, der sich dem Kampf stellt, sondern Meister und Schüler zusammen. Welcher von beiden aktiv und wer passiv agiert, sei an dieser Stelle nicht verraten.
Neben der bereits angesprochenen visuellen Ästhetik, ist der prägende Soundtrack eine wichtige Ebene dieses Films. Tomoyasu Hoteis Wirken in "Samurai Fiction" beschränkt sich nicht ausschließlich auf die Darstellung des Diebes Rannosuke Kazamatsuri. Er schrieb zudem die Musik und fügte so erst die stilistische Pop-Ebene hinzu, die "Samurai Fiction" so kreativ-andersartig werden lässt. Für die Dreharbeiten waren 45 Tage notwendig, auf die eine dreimonatige Phase der Postproduktion folgte, in denen die Montage der audio-visuellen Ebenen geschaffen wurde. Das Endprodukt ist ein vollkommen unüblicher, andersartiger Film, einer Mischung aus Roadmovie und Samurai-Schwertkampfepos.
DVD Aufarbeitung:
Das zum großen Teils in schwarzweiß gehaltene Bild ist vorwiegend scharf und gut anzusehen.
An manchen Stellen sind körnige Bildteile zu sehen, die jedoch recht selten auftreten. Der Ton liegt auf einer deutschen und japanischen Spur vor, jeweils in Dolby Digital 5.1 codiert. Wird die Originaltonspur angewählt, hat der Zuschauer die Auswahl, verschieden optimierte deutsche Untertitel einzublenden. So kann die Anpassung an einen 4:3 Bildschirm oder das breite Format für 16:9 TV-Geräte verwendet werden.
Als Extras ist ein Making of, der Kinotrailer und ein Interview auf der Disc enthalten. Zudem gibt es Informationstafeln zum Cast, einzeln ansteuerbare Farb-Sequenzen und einige Takes von den Dreharbeiten.
Fazit:
"Samurai Fiction" ist eine interessante Mischung aus klassischem japanischen Samurai-Film mit Roadmovie-Elementen. Zudem ist der Film eine Synthese verschiedener Stile und visueller Narrationsformen, die unterschiedlichen Zeitabschnitten des japanischen Kinos entstammen. "Samurai Fiction" ist besonders wegen der verschiedenen Einflüsse sehenswert, die Regisseur Nakano zu einem gut funktionierenden Ganzen zusammenbringt.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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111:14 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Japanisch: Dolby Digital 5.1
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Deutsch: Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Making of "Samurai Fiction"
- Interview mit Hotei
- Einzeln anzusteiernde Fabszequenzen
- Mehrere Takes Ninja Kagemura
- Texttafeln Cast
- Kinotrailer
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Samurai Fiction
Samurai Fiction: Episode One
Rassiger Schwertkampf-Samurai-Film mit popkulturellen Einflüssen vermischt
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 1998
Regie: Hiroyuki Nakano
Drehbuch: Hiroyuki Nakano, Hiroshi Saito
Darsteller: Mitsuru Fukikoshi, Tomoyasu Hotei, Morio Kazama
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 26.06.2009
DVD-Verkaufsstart : 26.06.2009
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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