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04 - Samaria
rapid eye movies - Intro edition asien


Samaria

Story:
Jae-young (Seo Min-jung) und Yeo-jin (Kwak Ji-min) sind eng befreundet. Sie planen, so bald wie möglich nach Europa zu reisen. Das dazu notwendige Geld verdient die minderjährige Jae-young durch Prostitution. Während Yeo-jin Abscheu und Ekel gegenüber den Kunden empfindet, ist der Sex mit fremden Männern für ihre Freundin ein reizvolles Spiel. Als sie von der Polizei in flagranti ertappt wird, springt sie aus einem Fenster und stirbt an den Verletzungen. Tief geschockt weiß Yeo-jin kaum mit dem Geschehen ins Reine zu kommen. Erst als sie die früheren Freier Jae-youngs trifft, mit ihnen schläft und das Geld zurückbezahlt, welches Jae-young einnahm, empfindet Yeo-jin eine Minderung ihres Schuldgefühls gegenüber ihrer Freundin. Als Yeo-jins Vater (Lee Uhl) von ihren Handlungen erfährt, kann er dies nicht verkraften...

Meinung und Hintergründe zum Film:
"Samaria" ist förmlich in zwei Teile aufgeteilt (der Film selbst ist in mehrere Kapitel unterteilt, der Einfachheit halber wird in diesem Text in zwei Teile unterschieden). Während der erste daraus besteht, die Figuren einzuführen und den Alltag der beiden Mädchen zu zeigen, in dem das Geld verdient werden muss, dass sie für den geplanten Trip nach Europa benötigen. Diskussionen über die Prostitution führen den Zuschauer in die verzwickte Situation ein. Yeo-jin (Kwak Ji-min/"Whispering Corridors 3: Wishing Stairs") ist es von Beginn an unwohl, dass Jae-young (Seo Min-jung/"Hwal"), selbst noch ein minderjähriges Mädchen, durch das Verkaufen ihre Körpers die alleinige Last trägt, die nötigen finanziellen Mittel einzunehmen. Doch dieser macht der Akt nichts aus, sie empfindet sogar den Reiz des Unerlaubten aufregend. Yeo-jin hat einzig und allein die Aufgabe, während ihre Freundin den Freier bedient, nach den immer wieder auftretenden Polizeikontrollen Ausschau zu halten und Alarm zu schlagen, sollte eine Streife auftauchen. Natürlich kommt wie es kommen muss, Yeo-jin ist kurzeitig abgelenkt, während die Polizei ins Gebäude stürmt. Aus Angst vor den Folgen einer Verhaftung springt die ertappte Jae-young aus dem Fester und stirbt förmlich in den Armen der sich hochgradig schuldig fühlenden Freundin. Diese ist zutiefst getroffen von den dramatischen Ereignissen. Um das pochende Schuldgefühl zu mindern, nimmt sich die Hinterbliebene das Tagebuch ihrer Freundin an und besucht deren darin aufgelistete ehemalige Freier. Nach dem Akt zahlt sie diesen das Geld zurück. So glaubt sie, könne sie ihre Schuld vergessen und irgendwann über den Tod der Freundin hinwegkommen. Das Thema Schuld und Sühne rückt unweigerlich in den Vordergrund.

  Der Übergang zwischen dem oben beschriebenen ersten und zweiten Filmteil geschieht während Yeo-jin die Freier besucht. Durch Zufall entdeckt ihr Vater, der als Polizist im Dienst durch ein Wohnungsfenster seine Tochter, die mit einem älteren Mann intim ist. Hier beginnt der sich fast gänzlich vom ersten Teil unterscheidende zweite Abschnitt: Yeo-jins Vater Yeong-ki (Eol Lee/ "Bloody Ties") wird nicht mit dem Gesehen fertig und verliert jeglichen Bezug zur Realität. Letztendlich unternimmt er mit seiner Tochter einen Trip aufs Land hinaus um nicht nur die Hektik der Stadt, sondern auch so einiges andere hinter sich zu lassen... Dass es sich bei "Samaria" um ein Drama handelt, steht nie außer Frage. Das Subjekt, um welches es in den einzelnen Fällen ging, wechselt öfter und so umfasst der Film auch diverse Themen. Prostitution, speziell bei Minderjährigen, interfamiliäre Beziehungen, menschliche Nähe im Allgemeinen, Vater-Tochter-Komplexe und natürlich Schuld und Sühne - all dies sind die Schwerpunkte dieses vierten Films der Intro Edition Asien.  

Regisseur Ki-duk Kim ("Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling") castete für seinen Film junge Schülerinnen, die weder eine schauspielerische Ausbildung absolviert hatten, noch sich mit dem Thema der Prostitution bereits auseinander setzten. Dies folgte alles nach Annahme der Rollen, so dass mit dem Entstehungsprozess von "Samaria" auch bei den Darstellerinnen einiges an Aufarbeitung stattfinden musste. Der Regisseur erzählte in einem Interview, dass die Laien-Darstellerinnen durch ihre Rollen tiefe Einsichten in die brutalen Verhältnisse des realen Lebens gewinnen konnten. Der Film schöpft natürlich auch durch diese Unerfahrenheit seiner Akteure die ihn auszeichnende Authentizität. Das Geschehene wirkt zu jeder Zeit glaubhaft und die Veränderungen in den persönlichen Beziehungen sind zutiefst bewegend. Gerade das Verzweifeln des Vaters ist hochgradig berührend inszeniert. "Samaria" wirkt noch lange nach und entlässt den Zuschauer mit vielen Denkansätzen und Fragestellungen.

DVD Aufarbeitung:
Die Bildqualität dieser DVD liegt nur im Mittelmaß. Es sind neben dem zu intensiven Kontrast einige Unschärfen erkennbar. Der Ton, der auf Deutsch (Dolby Digital 5.1) und im koreanischen Original (Dolby Digital 2.0) vorliegt, ist einwandfrei. Der Film bietet keine fulminanten Soundeffekte, weshalb die Konzentration bei der deutschen Syncho-Fassung auf den vorderen Boxen liegt.

Als Extras wurde dem Film das Making of und der Kinotrailer beigefügt. Zudem ist die Pressekonferenz zur Aufführung des Films im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele in Berlin anzusehen.

Fazit:
"Samaria" behandelt verschiedene Aspekte zwischenmenschlicher Beziehungsstrukturen und stellt ein ums andere Mal die Frage nach Schuld und Sühne. Regisseur Ki-duk Kim verpackt in seinem vielschichtigen Drama viele gesellschaftliche und persönliche Problemstellungen der Figuren Problemstellungen und verlangt Publikum wie Cast und Crew einiges ab.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
96:30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Koreanisch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Kino-Trailer
  • Berlinale-Pressekonferenz

Intro edition asien - Samaria
Samaria
Samaria

Marcus Offermanns
Vielschichtiges Schuld und Sühne-Drama
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2004
Regie:
Ki-duk Kim
Drehbuch:
Ki-duk Kim
Darsteller:
Kwak Ji-min, Seo Min-jung, Eol Lee

Label Deutschland :
rapid eye movies
DVD-Verleihstart Deutschland :
26.06.2009

Vertrieb Schweiz :
Kein Vertrieb bekannt
DVD-Verleihstart Schweiz :
Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart Schweiz :
Kein Termin bekannt




Special vom: 09.09.2009
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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