Audition
Story:
Nach dem Tod seiner Frau lebt Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi) alleine mit seinen Sohn. Er konzentriert sich voll und ganz auf den Job. Nach Jahren der Einsamkeit drängt ihn der Filius, eine neue Frau zu finden.
Aoyamas Freund Yasuhisa Yoshikawa (Jun Kunimura) ist im Filmbusiness tätig und macht das Angebot, eine Audition für einen fiktiven Film zu veranstalten. So soll der schüchterne Aoyama eine geeignete Partnerin finden.
Mit einem mulmigen Gefühl im Magen sagt der Witwer zu und verguckt sich tatsächlich in die Teilnehmerin Asami Yamazaki (Eihi Shiina). Die beiden kommen sich nur zaghaft näher, denn die hübsche Asami ist ebenenfalls schüchtern
und zurückhaltend wie Aoyama selbst. Nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht ist Asami verschwunden. Die Sache lässt Aoyama jedoch keine Ruhe. Er beginnt Nachforschungen, spürt sie auf und lernt erst jetzt ihr wahres Ich kennen...
Meinung und Hintergründe zum Film:
Die japanische Regie-Legende Takashi Miike ("The City of Lost Souls") hat mit "Audition" einen sehr ungewöhnlichen Film abgeliefert. Der behutsam inszenierte Beginn lässt kaum darauf schließen, dass am Ende ein heimtückischer
Horrorfilm seinen Lauf nehmen wird. Miike verwirrt den Zuschauer, führt ihn regelrecht auf eine falsche Fährte. Gerade das macht den Film besonders. Es ist faszinierend zu beobachten, wie "Audition" langsam aber stetig einen
Genre-Wechsel vollzieht und seine Hauptfigur, der Witwer Shigeharu Aoyama (Ryo Ishibashi, "Inju, the Beast in the Shadow") ohne es zu bemerken, in sein Verderben läuft. Die Warnungen seines Freundes Yoshikawa (Jun Kunimura,
"Kill Bill: Vol. 1") lässt er unbeachtet links liegen und auch das merkwürdige Verhalten Asamis (Eihi Shiina, "Tokyo Gore Police") schreckt ihn nicht ab: Nach der ersten Nacht ist sie weg und hinterlässt keine Spur. Er ist so sehr
in die hübsche junge Frau vernarrt, dass er alles versucht um sie wiederzufinden. Und das soll sein größter Fehler werden.
Doch fangen wir vorne an. Weil der Sohn den alleinstehenden, in seine Arbeit vertieften Vater Shigeharu Aoyama auffordert, eine neue Frau in sein Leben zu lassen, sucht der schüchterne Mittvierziger den Rat seines Freundes Yoshikawa.
Dieser hat die Idee, ein Vorsprechen für ein zukünftiges Filmprojekt abzuhalten, bei dem sich Aoyama eine Bewerberin "aussuchen" soll. Seine Wahl fällt auf die hübsche, deutlich jüngere Asami. Langsam und behutsam nähern
sich beiden an. Doch als sie plötzlich spurlos verschwunden ist, spürt Aoyama sie auf uns läuft blind ins offene Messer. Asami wird zum Alptraum. Plötzlich befindet sich Aoyama in Lebensgefahr, denn Asami ist anders
als er (und der Zuschauer denkt). Der Film lässt seinen Hauptcharakter blind ins offene Messer laufen und wandelt sich erst zu einem sehr späten Zeitpunkt zum Horror-Genre. "Audition" weist dabei allerdings kein Muster
eines modernen Metzel- oder Slasherfilms auf sondern behält seinen formalen Stil, der durch langsame Kamerabewegungen und platzierte Schnitte geprägt ist. Der Film wirkt nie hektisch oder dynamisch und beeindruckt
aufgrund dieser für das Horrorgenre eher ruhigen Inszenierung nachhaltig.
Neben der Handlung und dem geschickten Genrewandel hat "Audition" ein tolles Ende zu bieten. Die Wirklichkeit ist kaum von einer Traumwelt zu unterscheiden. Miike zeigt Handlungsabläufe und widerruft sie wenig später.
Die Frage bleibt offen, welche der Variationen die wahre Ebene ist. Damit verwirrt der Film ein weiteres Mal und zeigt, wie sehr die Hypothesenbildung des Zuschauers auf einer unzuverlässigen Erzählung beruht.
Ein toller Kniff ist auch die Wandlung der schüchternen Asami. Es ändert sich also nicht nur das Film-Genre, sondern auch die Figuren verändern ihren Charakter. "Audition" hat wirklich einiges zu bieten und zeigt wie
variantenreich ein Horrorfilm sein kann. Damit ist Miikes Film ein Highlight der "Intro Edition Asien" – und mit Sicherheit der Film mit der unvorhersehbarsten Handlung.
DVD Aufarbeitung: Die Bildqualität bei "Audition" ist im oberen Drittel einzuordnen. Farbe und Kontrast sind vollkommen in Ordnung, das körnige Bild hingegen gefällt weniger.
Auf der Disc sind zwei "Dolby Digital 2.0"-Tonspuren zu finden, die den japanischen Originalton und die gelungene deutsche Synchronisation enthalten. Deutsche Untertitel können optional eingeblendet werden.
Als Extras gibt es ein umfangreiches Interview. Regisseur Takashi Miike spricht knappe 50 Minuten über seinen genreübergreifenden Film. Das Interview ist deutsch untertitelt. Als weiteres Feature ist der
Originaltrailer enthalten.
Fazit:
"Audition" ist eine konzeptionell hochinteressante Gradwanderung zwischen mehreren Film-Genres und hält für den Zuschauer einige Überraschungen parat. Das fantastische verwirrende Ende setzt dem Film das umgangssprachliche
Sahnehäubchen auf. Regisseur Miike überrascht den Zuschauer durch die unerwartete Wandlung zum Horrorfilm und gibt in dem 50minütigen Interview in den Extras viel über sein Werk preis.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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111:12 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 2.0
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Japanisch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Regisseur Takashi Miike
- Originaltrailer
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Audition
Ôdishon
Irreführender Horrortrip
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Südkorea/Japan, 1999
Regie: Takashi Miike
Drehbuch: Daisuke Tengan
Darsteller: Ryo Ishibashi, Eihi Shiina, Tetsu Sawaki, Jun Kunimura, Renji Ishibashi
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 21.08.2009
DVD-Verkaufsstart : 21.08.2009
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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