Lady Snowblood
Story:
Japan zur Zeit der Meiji-Dynastie (ca.1870). In einer verschneiten Nacht kommt Yuki Kashima (Meiko Kaji) in einem Frauengefängnis zur Welt. Ihre inhaftierte Mutter Sayo (Miyoko Akaza) stirbt kurz nach
der Geburt, gibt ihre kleine Tochter in die Hände eines Samurai, der Yuki zur zielstrebigen Schwertkämpferin ausbildet. Denn Yuki hat eine Aufgabe: Sie soll die Rache ihrer Mutter vollenden, da ihr Mann
brutal ermordet und sie selbst vergewaltigt wurde. Nach der zwanzigjährigen Ausbildung wird Yuki zu "Lady Snowblood" um den Vorsehung ihrer Existenz zu erfüllen: Die Täter sollen für ihre Verbrechen
bezahlen.
Meinung und Hintergründe zum Film: Es gibt wohl niemanden der sich, wenn auch nur marginal, mit asiatischem Kino beschäftigt hat, für den "Lady Snowblood" völlig unbekannt ist. Als echter Kultfilm und vor allem durch westliche
Filmemacher, die gerne und rege zitieren, hat das auf einem Manga basierende Rache-Epos von 1973 bereits großen Bekanntheitsgrad erlangt. Das Motiv der Rache ist schon häufig in vielen Genres
thematisiert worden und hat seinen Reiz in diversen Szenarien unter Beweis gestellt. Man denke z.B. an den Western mit seinen Unterkategorien wie dem Italo-Western, den Bereich des Mafiafilms
aber auch das Gangsterfilmgenre sowie Martial Arts- oder Fantasywerke behandeln oftmals das Rache-Motiv. Nicht selten waren deren Plots mit dem Streben nach Vergeltung für brutale Gewalttaten
jeglicher Art gespickt. Doch "Lady Snowblood", der heute als Genre-Klassiker gilt, definierte Rache-Epen auf seine eigene Weise neu. Eine weibliche Hauptrolle in Actionfilmen ist zwar heute
durchaus etabliert, was jedoch in den 70ern durchaus ein Novum darstellte. Auch die Tatsache, dass Yuki nur gezeugt wurde, um die Rache der Mutter auszuführen, ist als Alleinstellungsmerkmal
anzuführen. In anderen Rache-Filmen, wird der tragische Held durch Misshandlungen oder vergleichbare Gewalttaten erst zu dieser Extremreaktion gebracht.
Yukis (Meiko Kaji, "Female Prisoner Scorpion: Beast Stable") Existenz ist lediglich auf ihre Mission reduziert, sie hat kein anders Leben.
Diese doch irgendwo tragische Rolle, bürdet ihr die eigene Mutter Sayo Kashima (Miyoko Akaza, "Affair in the Snow") auf, nachdem sie einer brutalen Gräueltat zum Opfer fiel. Vier Männer töteten ihre
Mann und vergewaltigten sie anschließend. Da sie einen der Täter selbst töten konnte, sitzt sie nun im Gefängnis. Dort hat sie nur einen Gedanken: Rache. Sie schläft wahllos mit Männern bis sie
schwanger wird. Das Kind wird nach dem frühen Tod der Mutter zur Schwertkämpferin ausgebildet. Diese tödliche Kampfkunst beherrscht Yuki nun perfekt, doch der Kampf beherrscht auch sie. Im Alter
von 20 Jahren zieht sie los, die Schuldigen zu töten. Meiko Kaji spielt ihre Rolle so eindringlich, dass der Zuschauer von ihrer brutalen Kampfkraft erschüttert ist, aber ihr Handeln immer in
Relation zur Vorgeschichte sieht und so die Morde billigt. Dieser Effekt kann bei fast allen Rache-Filmen beobachtet werden. "Lady Snowblood" verläuft in Kapitel aufgeteilt, nach strikter
Abfolge: Yuki nimmt sich einen Verbrecher nach dem anderen vor. Splattrig blutig sind die Tötungsszenen inszeniert. Nichts für schwache Nerven. Doch sind die intensiven Sequenzen nicht als
gewaltverherrlichend zu bezeichnen – sie verdeutlichen Yukis starken Willen, die Mörder für ihre Taten zu bestrafen und zeigen die Verbissenheit der jungen Kämpferin. Die Ästhetik aus
"Lady Snowblood" wurde von vielen Produktionen des gleichen Metiers aufgegriffen und so hat dieses Werk auch optische Einfluss auf den Schwertkampffilm genommen. Kulissen und Kostüme sind opulent
und verdeutlichen dem Publikum einen atmosphärischen Eindruck des damaligen Japans. Zusammen mit den Schwertkampfsequenzen bildet der Look eine funktionale Einheit, die den Film zum authentischen
Werk reifen lässt.
Der Film aus dem Jahr 1973 basiert auf dem gleichnamigen Manga (Autor Kazuo Koike und Zeichner Kazuo Kamimura), der zwischen 1972 und 1973 erschien. Neben der hier besprochenen Adaption gibt es
eine Fortsetzung mit dem Titel "Lady Snowblood 2 - Love Song of Vengeance" aus dem Jahr 1974. Toshiya Fujita ("Stray Cat Rock: Wild Measures") führte beide Male Regie. Viele Werke der Popkultur
beziehen sich auf oder zitieren aus "Lady Snowblood". Die populärsten Vertreter dieser Werke sind sicher Quentin Tarantinos ("Inglorious Basterds") "Kill Bill" Filme, die neben der Thematik auch formale
Strukturen aus der Vorlage aufweisen. Optisch gleicht die Figur der O-Ren Ishii (Lucy Liu, "Drei Engel für Charlie") der Yuki und auch deren Kampfszene im verschneiten Garten erinnert an "Lady Snowblood".
DVD Aufarbeitung:
In Sachen Bildqualität kann man bei dieser Fassung nur staunen. Die Umsetzung des 1973 produzierten Films ist erstaunlich gut gelungen. Dem scharfen Bild merkt man sein Alter nicht an. Auch bei der
Farbe und dem Kontrast sind keine Mängel erkennbar. Als Tonspur ist ausschließlich das japanische Original mit optional einblendbaren deutschen Untertiteln enthalten (im Dolby Digital 2.0 Format).
Die Extras bestehen aus einer Bildergalerie, dem Kinotrailer und einem knapp 15 minütigen Interview mit Mark Schilling. Darin wird auf den Stellenwert von "Lady Snowblood" eingegangen wie auch deren
Einflüsse auf moderne Werke wie beispielsweise Tarantinos "Kill Bill".
Fazit:
"Lady Snowblood" ist ein hartes, direktes und intensives Rache-Epos, welches seinen Kultstatus einer beispiellos kühlen und eleganten Hauptfigur verdankt, deren Existenz nur einen Sinn hat: Vergeltung.
Die tragische Story ist in optisch beeindruckenden aber auch brutalen Bildern inszeniert, die den Zuschauer unter ständige Anspannung versetzen. Das kontrastreiche, trotz seines Alters sehr gute Bild
dieser DVD-Umsetzung, sichert einen berauschenden Filmabend.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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96:54 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Japanisch: Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie
- Kinotrailer
- Interview mit Mark Schilling
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Lady Snowblood
Shurayukihime
Oft zitierter Kult-Streifen, brutal und visuell kraftvoll
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 1973
Regie: Toshiya Fujita
Drehbuch: Kazuo Kamimura, Kazuo Koike
Darsteller: Meiko Kaji, Toshio Kurosawa, Masaaki Daimon, Miyoko Akaza, Shinichi Uchida
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 23.10.2009
DVD-Verkaufsstart : 23.10.2009
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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