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Eröffnungsgala / Ein Schnitzel für Drei


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20. Kinofest Lünen - Eröffnungsgala / Ein Schnitzel für Drei





Bevor das 20. Kinofest Lünen mit dem Eröffnungsfilm "Ein Schnitzel für Drei" offiziell begann, gab es die obligatorische Begrüßung durch das Festivalteam. Die 2000 anwesenden Gäste konnten sich vorher von der Partylaune und der familiären Stimmung in den CINEWORLD-Kinos beim Buffet in lockerer Runde anstecken lassen. Durch den Abend führte Moderator Ilja Richter, der nach ein paar amüsanten Worte alle Lacher und somit auch das Publikum gleich auf seiner Seite hatte. Nach einem bunten Feuerwerk am gegenüber liegenden Lippe-Ufer und feierlichen Gastreden von Lünens Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick, dem Geschäftsführer der RUHR 2010 GmbH, Fritz Pleitgen und schließlich vom Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, Michael Schmid-Ospach, startete in vier Kinosälen parallel der Eröffnungsfilm "Ein Schnitzel für Drei" - einem Film, mitten aus dem Ruhrgebiet.



Der Spielfilm von 2009, bei dem Manfred Stelzer ("Schokolade für den Chef") auf dem Regiestuhl saß, handelt von den beiden Arbeitslosen Günther (Armin Rohde / "Unter Bauern") und Wolfgang (Ludger Pistor / "Casino Royal"), die mit ihrem erfolglosen Dasein hadern. Weil Günther seinen Job im Dortmunder Zoo verloren hat, muss er Arbeitslosengeld beantragen. Die sofort als Todesfeindin ausgemachte zuständige Beamtin zwingt ihn zum Umzug in eine kleine Behausung, weshalb der murrige Single in die Wohnung der verstorbenen Anna zieht. Kaum mit der Renovierung angefangen, steht Hermann (Branko Samarovski / "Das weiße Band") in der Wohnung und fragt nach Anna, die sich wohl um ihn gekümmert hat. Doch weder Günther noch Wolfgang geben sich mit dem demenzkranken Alten ab, beide haben ihre eigenen Sorgen. Auch Wolfgang ist bereits seit Jahren arbeitslos, legt jegliches Engagement in seine Umschulung zum Telefonverkäufer, sinkt im Ansehen bei seiner Ehefrau und der gemeinsamen Tochter dennoch immer tiefer.

Eines Tages leiht sich Günther von Hermann Werkzeug und entdeckt vollkommen verwundert 150.000€ in der Werkzeugkiste. Hermann weiß wegen seiner Krankheit nicht mehr vom Geld, so dass sich die beiden Kumpels - wenn auch mit schlechtem Gewissen - die Scheine einstecken. Die Nachrichten berichten bald von einer Banküberfallserie und schnell hat Günther die Nachbarin Karin (Therese Hämer / "Ein fliehendes Pferd") in Verdacht, den senilen Alten auszunutzen und die Diebesbeute bei ihm zu bunkern. Ab diesem Zeitpunkt geht es dann drunter und drüber. Wolfgang gibt sich vor seiner Frau als der gesuchte Bankräuber aus, um von ihr wieder als Mann geachtet zu werden. Günther stellt Karin nach und ganz nebenbei kommen die beiden Männer Hermann näher. Sie fangen an, sich um den familienlosen Witwer zu kümmern, das schlechte Gewissen wegen des Geldes treibt sie an. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und die beiden Ruhrpottler müssen die Wogen glätten.





Die für das Fernsehen produzierte Komödie "Ein Schnitzel für Drei" war eine ideale Wahl als Eröffnungsfilm für das Kinofest Lünen. Die Geschichte spielt in der Region, im Mittelpunkt stehen typische Ruhrgebietstypen und nicht ganz unwichtig, die Thematik der hohen Arbeitslosigkeit gepaart mit der geringen Aussichten auf Besserung haben gerade im Ruhrgebiet Konjunktur. Rohde und Pistor spielen sich in Buddy-Manier die Bälle zu und reißen einen Lacher nach dem anderen. Trotz der mitten aus dem Leben gegriffenen und nicht immer fröhlichen Handlung (Perspektivlosigkeit, Demenz, Einsamkeit) unterhält der Film köstlich, da er sich nicht in Selbstmitleid ergeht sondern Auswege und den Wert von Menschlichkeit zeigt. Die pfiffigen Kumpels wollen aus der unvorteilhaften Situation rauskommen - auch wenn sie nicht immer ganz astrein handeln. Samarovski spielt den etwas verwirrten aber nie um einen rassigen Spruch verlegen Senioren hervorragend und lässt das Publikum ein ums andere Mal schmunzeln. Die Komödie nimmt rasch an Fahrt auf und im Verlauf an Dynamik zu. Viele soziale Probleme unserer Zeit fließen ein und zeigen ein Bild des heutigen Ruhrgebiets, das streckenweise von Tristesse geplagt, aber durch seine charakterstarken Typen an Profil gewinnt.  



Special vom: 20.11.2009
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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