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LÜDIA - Der innere Krieg


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20. Kinofest Lünen - Der innere Krieg



Mit "Der innere Krieg" stand ein weiter Dokumentfilm im Wettbewerbe "Lüdia" an. Regisseurin Astrid Schult präsentierte auf dem Kinofest Lünen vor 40 bis 50 Zuschauern ihren Film über ein Militärkrankenhaus im deutschen Landstuhl, welches die verletzten US-Soldaten aus dem Irak oder Afghanistan aufnimmt. Zudem zeigt der Film das Fisher House. Diese Einrichtung dient verletzten Soldaten und deren Angehörigen als Bleibe, bis eine Genesung eingetreten ist. Die Regisseurin personalisiert das Vorgehen, indem sie einige Soldaten, deren Familien aber auch die Personen vorstellt, die sich um die in vielerlei Hinsicht verletzten Patienten kümmern. Dabei geht sie auf die Verletzungen ein - zum Einen die Offensichtlichen, aber besonders die psychischen Folgen der Kampfeinsätze werden hier thematisiert. Nie wird dabei der Einfluss auf die Familien und Ehepartner vergessen, so dass schnell beklemmende Eindrücke von den Leiden und Sorgen aller involvierteer Personen entstehen. "Der innere Krieg" schafft es, die fast schon zum Alltag gehörenden Nachrichten über Anschläge mit Verletzten und Todesopfern anders wirken zu lassen. Hier sieht der Zuschauer das ganze Ausmaß der Verletzungen und die Folgen der Handlungen auf allen Ebenen.




Der Film arbeitet hauptsächlich mit Interviews. Deutsche Partner von US-Soldaten, Ehefrauen, Pfleger und Verwaltungsangestellte erzählen über ihre Arbeit und vor allem das, was durch die Kriegseinsätze mit den Soldaten passiert. Die körperlichen und psychischen Verletzungen haben immer auch Auswirkungen auf das partnerschaftliche Zusammensein. Dabei kann es dem Zuschauer schon mulmig werden. Auf der einen Seite bekommt man zu sehen, wie die geschundenen Körper der Soldaten eingeflogen werden, auf der anderen Seite steht das vollständige Vertrauen in die Sache und der ungebrochene Stolz für das Vaterland in den Krieg zu ziehen. Im Angesicht der furchtbaren Folgen für viele Soldaten, kann man da nur den Kopf schütteln und hoffen, dass dieser Film den Betroffenen in irgendeiner Form weiterhilft.

Nicht ausschließlich dokumentierend wirkt der Film von Astrid Schult. Sie greift durchaus Kritik am Vorgehen in den Landstuhler Einrichtungen auf. Von Massenabfertigung ist die Rede und der Unwichtigkeit des Einzelnen. Die Regisseurin schafft es erstaunlich gut, diese kritischen Aspekte mit den dokumentarischen Passagen zu mischen und als Resultat einen aussagekräftigen aber auch bewegenden Film zu montieren. Gerade die vorgestellten Einzelschicksale sind durchaus bewegend, da nicht allein der Verletzte, sondern auch sein Umfeld gezeigt wird. Besonders gut gelingt auch das Aufzeigen der immer währenden Motivation der Soldaten: Immer wieder berufen sich Verletzte, deren Angehörige aber auch diejenigen, die den Einsatz vor sich haben, auf Gott und ihre christliche Religion. Erstaunlich wie unkritisch die Soldaten mit dem Krieg umgehen und ihre Aussage, dass man nur seinen Job gut machen will. Enorm ist, welche Energie alle durch ihren Glauben gewinnen.




"Der innere Krieg" ist ein beeindruckender Film, der vielschichtig aufzeigt, welche Folgen körperlicher und physischer Art bei oder nach einem Kampfeinsatz auftreten und welche Auswirkungen das auf das Individuum und sein Umfeld ausübt. Die Einzelschicksale sind repräsentativ ausgewählt und Schult gelingt eine vielschichtige Dokumentation, die viele Aspekte anspricht und zudem Raum für den thematischen Rahmen lässt. "Der innere Krieg" läuft am 14. Dezember 2009 in der Reihe "Das kleine Fernsehspiel" im ZDF.


Special vom: 21.11.2009
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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