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Red Hill
Berlinale Festivaltagebuch


Red Hill

Story:
Der Polizeibeamte Shane Cooper (Ryan Kwanten) will ein ruhiges Familienleben führen und zieh deswegen mit seiner hochschwangeren Frau Alice (Claire van der Boom) in die Kleinstadt Red Hill - mitten ins australische Nirgendwo. Doch weit gefehlt mit der Ruhe: Bereits am ersten Arbeitstag bricht der zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder Jimmy Conway (Tommy Lewis) aus und macht sich auf den weg nach Red Hill. Coopers Vorgesetzter Old Bill (Steve Bisley) und seine Männer rüsten sich für ein bleihaltiges Gefecht. Denn Conway hat mit den Männern von Red Hill noch eine Rechnung offen und brennt darauf, diese blutig zu begleichen. Cooper befindet sich blitzartig im Kreuzfeuer unbarmherziger Schießereien und plötzlich beginnen die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verwischen...

Meinung und Hintergründe zum Festivalscreening:
"Red Hill"-Regisseur Patrick Hughes ("The Lighter") versteht es vortrefflich, diesen packenden Gegenwartswestern unterhaltsam und mitreißend zu inszenieren. Dabei folgt der australische Spielfilm-Debütant den einfachen Regeln des Western-Genres und transportiert das Setting, welches einem John Wayne-Film entstammen könnte, ins heutige ländliche Australien. Gerade erst in die Kleinstadt Red Hill gezogen, kann Polizist Shane Cooper (Ryan Kwanten, "True Blood") das erhoffte ruhige Landleben schnell an den sprichwörtlichen Nagel hängen. Nicht nur das ihn die zukünftigen Kollegen unter der Herrschaft der grauen Eminenz Old Bill (Steve Bisley, "The View from Greenhaven") recht unfreundlich aufnehmen, auch der Gefängnisausbruch des Mörders Jimmy Conway (Tommy Lewis, "September") versaut Coopers ersten Arbeitstag gewaltig. Kaum flackerte die schockierende News über die Fernsehschirme, versetzt Old Bill seine Einheit in Alarmbereitschaft. Warum dies so ist, wird Cooper während der nächsten Stunden mehr als deutlich. Doch zunächst wird ihm befohlen, eine Straßensperre einzurichten und nach dem berüchtigten Verbrecher Ausschau zu halten.

Nenette

Kurz darauf findet sich der Neuling in einigen, nach klassischem Vorbild bestens inszenierten Schießereien wieder. Bis Regisseur Hughes zum finalen Showdown lädt, fließt viel Blut in den Boden der Stadt. Spätestens beim besagten finalen Höhepunkt wird klar, dass die Seitenverteilung überdacht werden muss und so eröffnet sich Cooper die gesamte Tragweite der Kontroverse. Hughes stemmte diesen Film in nur vier Wochen und musste zudem mit einem sehr geringen Budget auskommen. Hughes selber hat neben seinem Platz auf dem Regiestuhl auch im Schneideraum gesessen, die Story geschrieben und das ganze Projekt mit produziert. Vor prächtigen Landschaftsaufnahmen des australischen Weite spielt dieser thrillerartige Schießeisenstreifen, dessen Platzierung in der Panorama-Sektion des Festivals ein wenig verwundert. Erlebt man hier sonst eher schwere Kost, ist "Red Hill" im Vergleich dazu schon fast Spaß-Kino – aber der besten Güte und eben das rundet ein Festivalprogramm auch ab. Und so freut man sich als fleißiger Berlinale-Besucher über Abwechslung in Form dieses spannenden und knackigen Gegenwartswestern.  

Fazit
"Red Hill" ist als moderner Western ein erfrischend anderer Film im Programm der Internationalen Filmfestspiele. Der Australier Patrick Hughes hat wilde Schießeisenaction mit cooler Optik gepaart, genre-typische Figuren hinzugefügt und einen dynamischen Plot konstruiert. Nicht zuletzt die überzeugenden Darsteller verleihen dem Film den tollen Eindruck, der vom Publikum im Zoo-Palast durch frenetischen Applaus honorierend bestätigt wurde.

Red Hill
Red Hill
Red Hill
Marcus Offermanns
Faszinierender Gegenwartswestern
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Sektion:
Panorama Special
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2010
Regie:
Patrick Hughes
Darsteller:
Steve Bisley, Ryan Kwanten, Tommy Lewis, Claire van der Boom




Special vom: 15.02.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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