New York Memories
Story: Rosa von Praunheim ("Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt") reflektiert in seiner neuen Dokumentation seinen eigenen Film "Überleben in New York". Dieser stammt aus dem Jahr 1989 und begleitete damals drei deutsche Frauen während ihres Versuches, in New York City sesshaft zu werden. Für "News York Memories" trifft der Regisseur zwei seiner früheren Protagonistinnen wieder und lässt sie von den Veränderungen berichten, welche New York seit damals prägten. Dabei entdeckt von Praunheim "sein altes" New York erneut und wiegt in positiven wie auch negativen Erinnerungen in der Vergangenheit. Besondere Konzentration legt der Filmemacher auf die Schwulenszene New Yorks. Meinung und Hintergründe zum Festivalscreening:
"New York Memories" führt den Filmemacher Rosa von Praunheim in "sein" New York zurück. "Sein" New York deshalb, da der Regisseur früher lange Zeit in der amerikanischen Metropole lebte, doch ihr während der Giuliani-Ära den Rücken kehrte. Zu sehr habe das Säuberungsprogramm des damaligen Bürgermeisters Manhattan und die ganze Stadt verändert, meint von Praunheim. Nach zehn Jahren kehrte er dennoch wieder zurück und besuchte die Protagonistinnen seines damaligen Films "Überleben in New York".
Dieser dokumentierte die ersten Schritte dreier deutscher Frauen, welche sich damals in New York niederlassen wollten. Anna Steegmann und Claudia Steinberg leben auch heute noch im Big Apple und so erhält von Praunheim lebendige Berichte über das manchmal beschwerliche, aber immer besondere Leben in einer der interessantesten Städte der Welt. Die Zeitzeugenberichte der Damen werden durch Interviewpassagen ergänzt, die weitere Menschen vorstellen, die heute den gleichen Schritt wagen wie damals Steinberg, Steegmann und die mittlerweile in den amerikanischen Westen umgesiedelte Ulrike Buschbacher.
"New York Memories" schafft es vortrefflich, sich nicht in den beeindruckenden Metropolen-Bildern zu verlieren, die eine Reisedokumentation ausmachen könnten. Der Regisseur konzentriert sich ausschließlich auf seine Interviewpartner und stellt deren interessantes Leben detailliert vor. Diese Filmteile werden mit Bildern seiner früheren Werke kombiniert, die von Praunheim nutzt, um eigene Erinnerungen preiszugeben. Vieles dreht sich dabei um den Stellenwert der Homosexuellen im damaligen wie heutigen New York, den Rassenunruhen, AIDS und der gesellschaftlichen Reaktion auf Transsexuelle. Nicht zuletzt die Veränderungen seit 9/11 heben das gegenwärtige New York vom damaligen ab.
Der Film ist durch seine abwechslungsreiche Konzeption durchaus ansprechend gestaltet und vermag es vortrefflich, die Personen und deren Leben vorzustellen, sowie von Praunheims eigene Erinnerungen sinnvoll einzubauen. "New York Memories" vermittelt einen nachwirkenden Eindruck vom Leben in Amerika. Die fehlenden Sicherheiten und die schier unplanbare Zukunft hemmt viele der Ansässigen, die aber immer das Eine betonen: Sie wollen in keiner anderen Stadt leben. Besonders der Blick des Regisseurs auf die Schwulenszene macht aus dem Film ein ausdrucksstarkes Dokument. Fazit "New York Memories" führt Regisseur Rosa von Praunheim nach New York zurück. Der Filmemacher hatte dort bereits 1989 einen Film gedreht und kommt nun wieder mit den damaligen Protagonistinnen zusammen. Diese erklären die umfassenden Veränderungen der Stadt, jedoch stehen die Personen und deren Leben zu jeder Zeit im Fokus. Dabei geht von Praunheim besonders auf die Bedeutung New Yorks für die Schwulenszene ein und gestaltet so eine interessante, aufschlussreiche und aussagekräftige Dokumentation.
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 New York Memories New York Memories  Veränderungen einer Metropole und derer Menschen
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Sektion:
Panorama Dokumente Produktionsland,-jahr: Deutschland, 2010 Regie:
Rosa von Praunheim Darsteller:
Claudia Steinberg, Anna Steegmann, Lucie und Marie Pohl |
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