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Ya
Berlinale Festivaltagebuch


Ya

Story:
Um der Wehrpflicht zu entkommen, lässt sich ein junger Mann freiwillig in die Psychiatrie einweisen. Was nun folgt, ist der parabelartige Mischmasch aus Alltagsleben im Irrenhaus und rückwirkenden Kindheitserinnerungen. Die Grenzen zwischen Halluzination, Selbstinszenierung und filmischer Erzählung verwischen. Eine konfuser Film-Trip berichtet neben der fast surrealistischen Ebene viele Einzelheiten aus dem Leben des jungen Mannes. Ästhetisch hoch stilisiert, zeigt "Ya" dessen Zeit in der Gang des Drogen-Gurus Rom und die Ereignisse im Knast.

Meinung und Hintergründe zum Festivalscreening:
Im Programmkatalog wird "Ya" als "opulentes und grausames Märchen" beschrieben, "dass einen nicht gleichgültig lässt". Dazu muss der Zuschauer allerdings erst einmal dem wirren Etwas folgen lernen, was Regisseur Igor Voloshin Film nennt. Weiter steht zu lesen, dass Voloshin sein Werk mit Provokation und derben Humor kreiert. Das Problem ist nur Folgendes: Wenn ein Verständnis des Films kaum möglich ist, kann auch keine Auseinandersetzung damit stattfinden. Der Zuschauer muss schon arg viel aushalten um den Schluss des Films zu erleben. Denn dieser zeigt sich hochgradig fordernd. Das Zusehen wird durch schnelle Schnitte und der unruhigen Kamera zur Herausforderung. Diese visuelle Hektik zu ertragen ist wirklich eine Leistung und das bei der Sichtung rasch einstellende Unwohlsein will erstmal ignoriert werden um überhaupt die Voraussetzung zu schaffen, diesen Film aufnehmen zu können.

Die Szenen aus der Psychiatrie sind abweisend, ausladend und zeichnen sich durch ein extrem dunkles Setting aus. Zudem vermitteln die unter jeglicher Betrachtungsweise als Irre zu erkennenden Insassen ein fürchterlich ekeliges Setting. Die Flucht des Filmemachers in eine Art surrealistischer Parallelwelt ist daher ein gut funktionierendes erzählerisches Mittel. Wer ein solches Durcheinander mag und sich mit dieser Art Film gerne auseinandersetzt, wird "Ya" feiern. Entfernt kann mit den dunklen Verwirrspielen eines David Lynch vergleichen werden. Dennoch gestaltet sich das Ansehen des Films arg anstrengend und ist auch gewissermaßen eine Tortur für Auge und Verstand.

"Ya" ist im Forum platziert, die Sektion, in der häufig andersartige Filme anzutreffen sind. Und natürlich zeichnet sich ein Festival gerade dadurch aus, solch unkonventionellen Werken ein Möglichkeit zur Selbstpräsentation zu geben. Das man man mögen oder nicht, die enorme Vielfalt des Berlinaleprogramms kommt an dem vorliegenden Bespiel jedenfalls deutlich zum Vorschein.

Fazit
"Ya" gestaltet sich bereits nach wenigen Filmminuten zur Herausforderung für den Zuschauer. Wirr und dunkel, surrealistisch und fremd, gar abweisend erscheint das Werk des russischen Regisseurs Igor Voloshin. In der Sektion Forum platziert, zeigt der wirre "Ya" das breite Spektrum dieser Festivalreihe, die sich einmal mehr von den anderen Sektionen abhebt.

Greenberg
Ya - I am
Ya
Marcus Offermanns
Verwirrender Psychotrip
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Sektion:
Forum
Produktionsland,-jahr:
Russische Föderation, 2009
Regie:
Igor Voloshin
Darsteller:
Artur Smolyaninov, Alexey Gorbunov, Oxana Akinshina, Anna Mikhalkova, Mikhail Evlanov




Special vom: 18.02.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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