Fucking Different São Paulo
Story: Der Episodenfilm zeigt zwölf unterschiedliche Geschichten rund um gleichgeschlechtliche Sexualität und Liebe. Dabei geht es um eine Freundschaft, die intime Sehnsüchte in sich bewahrt. Zwei Frauen, die seit Jahren zusammen sind, erzählen von ihrer Liebe. Ein immer noch beständiges Tabu behandelt die nächste Episode: Sie stellt eine brasilianische Kirchengruppe für Homosexuelle vor. Weiter geht es mit einer Frauen-Rockband und der Trilogie, die sich um ein Gemälde dreht, welches in den Jahren 1718, 1972 und 2009 eine besondere Bedeutung hat. Auf das Animationsfeature folgen weitere Kurzfilme mit Motiven rund um das Thema Verlangen, dem erotischen Reiz eines Tangos und rückblickenden Erinnerungen an eine Liebesbeziehung. Das Umbrüche nicht ausschließlich negativ sein müssen, zeigt die Schluss-Episode. Meinung und Hintergründe zum Festivalscreening: Das Konzept der "Fucking Different" Kurzfilmserie ist einfach: Filmemacher betrachten die lesbische Szene und Filmemacherinnen blicken auf die schwule Welt. Angefangen hat alles im Jahr 2005, als der deutsche Produzent Kristian Petersen ("Lost in Generation") die schwul-lesbische Community Berlins aufforderte, ihre Sicht der jeweils anderen Gruppe filmisch darzustellen. Das Projekt erfreute sich vieler positiver Reaktionen und feierte Erfolge auf Festivals wie der Berlinale. Petersen wurde daraufhin von verschieden Menschen angesprochen, das Projekt auch in anderen Städten zu starten. So erschien 2007 ein New York-Ableger und im letzten Jahr zeigten sich die Filmschaffenden aus Tel Aviv äußerst drehfreudig. Nun zeigte Petersen im vierten Film der Reihe zwölf Kurzfilme aus der brasilianischen Metropole São Paulo, die sich auch schnell im Panorama der 60. Internationalen Filmfestspiele von Berlin wiederfindet.

Von der Aufzählung der Regisseure und Regisseurinnen sowie deren Episoden sei an dieser Stelle abgesehen. Was bei "Fucking Different São Paulo" herausgekommen ist, sind viele reichhaltige Eindrücke und zeitlose Statements zum Thema Liebe und Sex, die nicht ausschließlich auf die Homosexuellenszene zutreffen, sondern Personen jeglicher Neigung ansprechen. Ganz unterschiedlich zeigen sich die einzelnen Episoden und eröffnen dem Zuschauer Blickwinkel und Denkanstöße, die vielleicht so noch nie zu sehen waren. Eins haben dabei alle Episoden gemeinsam: Größtenteils herrscht ein fröhlicher Grundtenor und die Protagonisten und Protagonistinnen ergehen sich in keinem Fall in einer Art "wir werden ja so schlecht behandelt und haben den und den Nachteil". Hier wird gezeigt, was Sache ist. Wie Beziehungen aussehen und was die Besonderheiten und Gegensätze zu einer heterosexuellen Beziehung sind. Besonders interessant ist die Episode über einen HIV-positiven Mann, der weit mehr Lebensfreude ausstrahlt, als so mancher Festivalbesucher im Kinosaal. Fazit "Fucking Different São Paulo" ist mittlerweile der vierte Film der "Fucking Different"-Reihe. Auch hier stehen Storys aus der schwul-lesbischen Szene im Vordergrund, die mal Alltägliches zeigen, aber auch den Mut haben, Tabus zu brechen oder problematische Themen zu besprechen. Sicherlich ist nicht alles Berichtete neu, aber interessant zu sehen ist "Fucking Different São Paulo" allemal. Platziert im Panorama, ist diese Kurzfilmsammlung ein weiteres Filmprojekt, was kaum im Multiplex um die Ecke zu sehen sein wird, obwohl es sehenswert ist.
|
|
 Fucking Different São Paulo Fucking Different São Paulo  12 Episoden, die das schwul-lesbische Leben zeigen
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Sektion:
Panorama Produktionsland,-jahr: Deutschland, Brasilien, 2009 Regie:
Joana Galvão, Monica Palazzo, Max Julien, Ricky Mastro, René Guerra, Silvia Lourenço, Sabrina Greve, Rodrigo Diaz Diaz, Elzemann Neves, Gustavo Vinagre, Herman Barck, Luciana Lemos Darsteller:
/ |
|
|