So langsam beginnt die heiße Phase des Wettbewerbs. Es geht steil auf den Samstag zu, an dem die feierliche Preisverleihung stattfindet. Gespannt sieht das Publikum der Entscheidung entgegen, da auch immer mehr starke Filme über die Leinwände flackern.
Erster Wettbewerbsfilm am heutigen Tag im Berlinale Palast ist "Shahada", dem deutschen Beitrag von Regisseur Burhan Qurbani ("Das Leuchten"). Der Film erzählt von drei jungen Muslimen in Berlin. Dabei werden die kulturellen Gegensätze aufgezeigt. Alle drei werden im Laufe des Films ihren Bezug zum Glauben verändern. Natürlich stößt eine solche Thematik auf Interesse, denn hier werden Szenen mitten aus dem Leben verarbeitet.

Zum nächsten Film "The Kids are alright" ist ein weiter Gast aus Hollywood in die Hauptstadt gereist: Julianne Moore ("Hannibal") präsentiert den neuen Film von Regisseurin Lisa Cholodenko ("The L Word"). In weiteren Rollen sind Annette Bening und Mark Ruffalo zu sehen. Das lesbische Paar Bening und Moore hat zwei Kinder durch künstliche Befruchtung bekommen. Mit dem 18. Geburtstag der Tochter kann sie die Identität des Vaters in Erfahrung bringen. Die Kinder lernen den Mann (Ruffalo) kennen und als ihre Mütter ihnen nachziehen, kommt ein großes Durcheinander ins sonst so harmonische Familienleben. Gerade die überzeugenden Leistungen der Darstellerinnen und die Themen lesbische Ehe, Adoption und Kindererziehung in gleichgeschlechtlichen Beziehungen machen auch aus diesem Film einen wichtigen Beitrag dieser Berlinale. "The Kids are alright" ist nie steif, sondern immer locker und frisch, läuft aber ausser Konkurrenz.
Mit "How I ended this Summer" stand der letzte Wettbewerbsfilm des Tages an. Der russische Thriller zeigt zwei Wissenschaftler in der Ödnis des arktischen Meeres, die nach und nach in eine Psycho-Story hinein gleiten. Ob der Thriller gegen die Filme mit sozio-kulturellen Themen eine Chance auf einen Preis hat, bleibt abzuwarten.