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Exit through the gift shop
Berlinale Festivaltagebuch


Exit through the gift shop

Story:
Thierry verlässt das Haus nicht ohne Kamera. Er filmt jeden seiner Schritte und entwickelt schnell eine Vorliebe für Street-Art. Ihn interessieren die Werke, das Vorgehen und die Künstler selbst. So knüpft Thierry schnell Kontakte zur Szene und lernt die Sprayer und Painter persönlich kennen. Mit der Zeit entstehen authentische Dokumentationen einer immer hipper werden urbanen Kultur. Als Bansky, die Ikone des Street-Art, von Thierrys Arbeit mitbekommt, legt er die Spraydose zur Seite und sichtet dessen unzählige Tapes. So vollzieht sich ein Twist, denn Thierry fehlt jedes Talent zum Filmemachen. Seinen Job übernimmt Bansky, der seinerseits Thierrys Weg in die Kunst mit der Kamera begleitet. Der Neu-Künstler arbeitet emsig und hat schnell seine neue Berufung gefunden. Was folgt, ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Thierrys erste riesige Ausstellung wird für mehrere Monate verlängert und kann dem Besucheransturm kaum standhalten. Bansky dokumentiert die Entwicklungen und erarbeitet schließlich diese ungewöhnliche Doku.

Meinung und Hintergründe zum Festivalscreening:
"Exit through the gift shop" scheint eines der ungewöhnlichsten Beiträge im diesjährigen Wettbewerb um den goldenen Bären zu sein. Die außergewöhnliche Dokumentation begeisterte jedenfalls das Publikum in den Kinosälen enorm. Doch zum Film. Zunächst sieht "Exit through the gift shop" nach einer gewöhnlichen Dokumentation aus. Der Hobbyfilmer Thierry geht keinen Schritt ohne seine Kamera und beginnt sich für Street-Art zu interessieren. Er stellt die Künstler, ihre Arbeitsweise und deren Werke vor. Viele seiner Szenekontakte finden den Filmer zunächst merkwürdig, akzeptieren Thierry dennoch schnell ausnahmslos. Alle sind auf den fertigen Film gespannt, doch als Szeneikone Bansky den wirren Zusammenschnitt zu Gesicht bekommt, ordnet dieser die Zuständigkeiten neu: Er wird zum Filmemacher und Thierry beginnt seinerseits eine Karriere als Künstler. Was folgt ist verwunderlich und grotesk zugleich. Über Nacht wird der talentfreie Filmer Thierry zum erfolgreichen Künstler, dessen Ausstellungen jede Erwartung übertreffen. Bansky bleibt nur dieser Film, der den Himmelssturm seines Kumpels dokumentiert.

Nenette

"Exit through the gift shop" besteht sozusagen aus zwei Teilen. Der Anfang – noch gefilmt von Thierry - führt Street Art an sich ein und gibt eine allgemeine Definition ab. Zur Mitte des Films übernimmt Bansky und Thierrys künstlerisches Schaffen rückt in den Fokus. Am Ende ist der französische Zufallskünstler ein Star, der ohne groß darüber nachzudenken, einen der größten Erfolge der jüngeren Kunstszene erreichte. Die Dokumentation zeigt viele seiner Arbeiten und erklärt die Street-Art Szene. Bansky liegt viel an der Vorstellung Thierrys und dessen unglaublichen Werdegang. Dabei gestaltet Bansky seinen Film locker und hipp, vermittelt aber gleichzeitig den Inhalt flott und nachvollziehbar. Ihm gelingt das Formen einer unterhaltsamen sowie informativen Szene-Doku - inklusive des Portraits eines ungewöhnlichen Künstlers.

Nenette

Fazit
"Exit through the gift shop" ist als hippste Dokumentation des Festivals ein Highlight im Berlinale Wettbewerb. Die verrückte Geschichte um Thierry, der vom Hobbyfilmen zur Kunst übersiedelt und einer der erfolgreichsten Künstler der jüngeren Vergangenheit wird, kann sich sehen lassen. Voller Witz erzählt Street-Art-Ikone Bansky von dessen Werdegang und stellt Person wie Werk gleichermaßen informativ, aber immer locker und leicht, vor.

Nick
Exit through the gift shop
Exit through the gift shop
Marcus Offermanns
Hippe Street-Art Doku
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Sektion:
Wettbewerb
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien/USA, 2009
Regie:
Bansky
Darsteller:
Thierry, Bansky




Special vom: 23.02.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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