Waste Land
Story:
Auf den Müllkippen der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro verrichten die "Picker" alltäglich ihre Arbeit. Bewaffnet mit einer großen Tonne machen sie sich auf, die Unmengen Müll zu sortieren. So verdienen die Picker ihr Geld. "Waste Land" porträtiert einige dieser Arbeiter, die im Film umfassend über ihr Leben und die schwierigen Alltagssituationen berichten. Währenddessen plant der Künstler Vik Muniz ein ganz besonderes Projekt. Zusammen mit den Pickern will er Kunst erschaffen. Verschiedene Motive sollen mit dem von den Kippen stammenden Material großformatig nachgebildet werden. So entstehen eindrucksvolle Installationen, deren Weg in die westlichen Galerien vom Filmteam begleitet wird. Meinung und Hintergründe zum Festivalscreening:
Lucy Walker setzt mit dem neuen Film "Waste Land" ihren Erfolg von 2007 fort. Damals gewann ihre Doku "Blindsight" den Panorama-Publikumspreis. Erneut in der Panorama-Sektion platziert, darf sich die britische Dokumentarfilmerin erneut Hoffnungen auf diese bedeutsame Auszeichnung machen, da "Waste Land" nach den Screenings frenetisch gefeiert wurde. Dies ist in der Regel kein schlechtes Zeichen, wenn es um Prognosen für die Preisvergabe geht, die durch Abstimmung des Publikums ermittelt wird. Und ganz nebenbei erwähnt, diese Reaktionen sind durchaus berechtigt, denn Walker verbindet in ihrem gelungenen Film erneut Emotion und eine tolle Idee. Wie damals beim "Blindsight"-Projekt schafft sie es, anderen Menschen neue Lebensperspektiven zu geben. In ihrem aktuellen Projekt erreicht sie dieses wünschenswerte Ziel durch eine Mithilfe Vik Muniz. Sie begleitet den gebürtigen Brasilianer bei der Realisierung eines außergewöhnlichen Kunstprojektes, dass Menschen einbezieht, die im Alltagsleben rein gar nichts mit Künsten zu tun haben, sondern um ihr überleben kämpfen

Springen wir an den Anfang des Films. Lucy Walker zeigt Brasilien, genauer die Mega-City Rio de Janeiro. In einer Stadt dieser Größe fallen Unmengen von Müll an, die auf den Kippen vor den Toren der Metropole landen. Dort verrichten sogenannte Picker ihre Arbeit: Sie trennen die Müllsorten und verdienen so ihr Geld. Mit einer Plastiktonne ausgestattet, stapfen die Menschen durch knietiefe Müllberge. Arbeitskleidung ist eine Wunschvorstellung und lediglich Handschuhe schützen vor den schmutzigen Abfällen. Walker filmt die Picker bei ihrer täglichen Arbeit. Die so entstandenen Aufnahmen sind schockierend und beeindruckend zugleich. Panoramen aus Müll, Dreck und Schmutz bestimmen das Bild und ganz klein sind die Menschen zu erkennen, die sich durch die Müllberge wühlen. Mehr als 20 Picker nehmen einen voll geladenen Müllwagen in Empfang. Der letzte Sack ist noch nicht von der Ladefläche gekippt, schon zerpflücken die Arbeiter die neue Lieferung. Walker personalisiert indem sie einige von ihnen vorstellt und von ihren Erfahrungen berichten lässt. Viele machen vor persönlichen Dingen keinen Halt und so lernt der Zuschauer den Menschen kennen, den Walker mit der Kamera zum Teil bis in die eignen Häuser verfolgt. Doch wäre damit noch nicht genug erreicht, stößt Vik Muniz dazu und erläutert sein ambitioniertes Projekt. Zusammen mit den Pickern erschafft Muniz Kunst: Bilder aus dem Alltagsleben der Arbeiter sollen durch Nachbildung mit Müllteilen Gestalt annehmen. Schon ist eine Halle gemietet, Fotos auf eine Plane projiziert, auf der durch anordnen einzelner Teile dreidimensionale Gestalten entstehen. Muniz nimmt seine Protagonisten mit nach London, wo die Kunstwerke beachtliche Gewinne erzielen und große Anerkennung erfährt. Dies ist eine ganz starke Komponente des Films. Die Menschen gewinnen so eine Menge neuen Selbstbewusstseins und erleben eine völlig neue Sichtweise auf ihr Dasein. Walker hat genau das bereits in "Blindsight" geschafft und erreicht mit "Waste Land" erneut enorm viel. Für die Picker, den Künstler Vik Muniz und den Berlinale-Gast, denn das Sichten Walkers Werke ist immer eine emotionale Achterbahnfahrt, die bestens zu informieren wie zu unterhalten weiß und zudem aktive Hilfe denjenigen zukommen lässt, die sie Dringend benötigen. Dies muss nicht immer Geld sein, sondern wie in diesem Fall sind oft auch neue Perspektiven die sinnvollste Hilfe. Fazit
"Waste Land" ist die neue Doku der Filmemacherin Lucy Walker, die bereits 2007 mit ihrem Berlinale-Beitrag "Blindsight" das Publikum begeisterte. Hier schafft Walker erneut neue Perspektiven und bereichert so das Leben von Menschen, die dies nur schwer aus eigener Kraft leisten können. Durch Ideenreichtum und die richtigen Personen formt Walker eine begeisternde Doku, deren Bilder ebenso zu loben sind wie ihre Ambitionen.
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Waste Land Waste Land  Bewegende Doku, tolle Bilder, super Idee
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns Filmdaten: Sektion:
Panorama Produktionsland,-jahr:
Großbritannien/Brasilien, 2010 Regie:
Lucy Walker, João Jardim, Karen Harley Darsteller:
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