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Exte - Hair Extensions
rapid eye movies - Intro edition asien


Exte - Hair Extensions

Story:
Yûko Mizushima (Chiaki Kuriyama) ist auf dem Weg zu einer außergewöhnlich guten Haarstylistin zu werden. Tag für Tag probt sie in ihrer Freizeit an Testperücken und träumt vom großen Berufswunsch. Wäre da nicht ihre nervige Schwester, die ihre kleine Tochter Mami (Miku Satô) ständig misshandelt, wäre Yûkos Leben ohne größere Probleme. Bis eines Tages der komische Kauz Yamazaki (Ren Ôsugi) im Friseursalon auftaucht und Yûkos Chefin hübsche Haarverlängerungen verkauft. Was niemand weiß: Yamazaki ist Haarfetischist und hat eine Frauenleiche bei sich zu Hause, der aus allen Körperöffnungen schwarzes Haar wächst. Als die erste Kundin ermordet aufgefunden wird und außer einigen Haaren keine Spuren am Tatort gefunden werden, ist es für die kleine Mami fast zu spät. Die hat die gleichen Haarteile zu Hause und muss am eigenen Leib erleben, welches Eigenleben die Zöpfe in sich bergen. Yûko muss alles daran setzen, ihre kleine Nichte vor den mörderischen Haaren zu retten...

Meinung und Hintergründe zum Film:
Liest man die Inhaltsangabe zu "Exte – Hair Extensions" kann durchaus der Gedanke aufkommen, einen total verrückten Film vor sich zu haben. Daher ist es umso erstaunlicher, dass Regisseur Shion Sono ("Love Exposure") unter diesen Voraussetzungen ein ansprechender Film gelingt. Es handelt sich weder um einen Splatterfilm, wie vielleicht zu vermuten wäre, noch um reinrassigen Horror. Die erste Filmhälfte verbringt Sono zum größten Teil mit der Einführung seiner Charaktere und der Problematisierung der Figurenkonstellationen im familiären Gefüge. Zunächst ist da Yûko (Chiaki Kuriyama, "Kill Bill"), die angehende Haarstylistin sowie ihre Schwester, die nervtötende Kiyomi Mizushima (Tsugumi, "The Code") und deren kleine Tochter Mami (Miku Satô, "Kabei: Our Mother"). Die liebevolle Yûko kümmert sich herzensgut um die Kleine, während diese von ihrer eigen Mutter ständig misshandelt wird. Als Kiyomi mal wieder verschwindet, bleibt Mami in Yûkos Obhut und verlässt sie nie wieder.

Neben dieser tragischen Familiengeschichte gibt es noch das Horrorelement: Die Polizei findet bei der Routinekontrolle von Frachtcontainern eine Frauenleiche. Der perverse Yamazaki (Ren Ôsugi, "The Twilight Samurai") schnappt sich den toten Körper und ist fasziniert, als aus allen Körperöffnungen Haare sprießen, die zu allem Überfluss ihr Eigenleben haben. Gekreuzt mit dem bereits erwähnten, parallel ablaufenden Dramateil, weiß "Exte" zu diesem Zeitpunkt scheinbar nicht, wo er hin will. Zu "haarig" wirkt das Hin und Her zwischen Drama und Horror. Doch als Yamazaki seine Haarverlängerungen im Friseursalon verkauft und erste Morde geschehen, spitzt sich der Film zu und wird zum spannenden, aber auch reichlich abstoßenden Horrorschocker – Eine haarige Angelegenheit. Überall Haare. Die Effekte sind hervorragend gelungen, verstören und befremden gleichermaßen wirkungsvoll. Nicht das, was sie tun ist das Abstoßende, sondern wer es tut, nämlich die Haare. Man stelle sich vor, beim Wohnungstüröffnen findet man nur noch Haare vor... und wird zusätzlich von ein paar Zöpfen angegriffen...  

  Ein Versäumnis muss man dem Film vorwerfen: Eine Erklärung, wieso das alles so ist, liefert er nicht. Da mag noch soviel Symbolismus und Gesellschaftskritik versteckt sein, derjenige ohne Vorbildung japanischer oder asiatischer Kulturformen wird es nicht verstehen. Durch sein "Untypischsein" ist "Exte" dennoch interessant und fesselt vor dem Bildschirm. Der verwirrende Aufbau inklusive Entscheidungsproblem stört zwar etwas, doch spätestens wenn das letzte Drittel anbricht geht es Schlag auf Schlag und die Spannung wird deutlich gesteigert. Dabei bleibt dann das Dramaelement auf der Strecke. Die Schauspieler sind gut besetzt, gerade Chiaki Kuriyama, Miku Satô und Ren Ôsugi als perverser Haarfetischist liefern glaubwürdige Performances. Haare als Killermoster – die Idee kann nur aus Asien kommen! Zwar wäre eine klarere Struktur und ein wenig mehr Background wünschenswert, doch die visuelle "Pracht" der Haarberge machen vieles wett. Spannung und Ekel wird zu spüren sein, aber der Film funktioniert gerade deswegen dann doch ganz gut.

DVD Aufarbeitung:
Am Bildbereich gibt es wenig zu beanstanden. Insgesamt gute Werte sind in Sachen Farben, Kontrast und Schärfe zu bestätigen. Die zum Teil zurückgenommene, dunklere Bildgestaltung passt bestens zu Stimmung. Störend wirkt nur das zum Teil sehr auffällige Bildrauschen. Im Tonbereich ist alles in Ordnung. Das verstörende Geraschel der Haare kommt auf den Dolby Digital 5.1 Tonspuren (Deutsch & Japanisch) bestens zum Ausdruck. Deutsche Untertitel können optional eingeblendet werden.

Als Extra ist ein umfangreiches Making of vorhanden, welches die Hauptdarstellerin oft zu Wort kommen lässt. Zusätzlich gibt es ein paar Deleted Scenes und das kultige Karaoke-Feature, das zum Mitsingen eines Songs anregt, den der Haarfetischist textet. "Hair, Hair, My Hair, Hair" – hair-lich! Es folgen der japanische Kinotrailer und TV Spots.

Fazit:
"Exte – Hair Extensions" funktioniert unterm Strich ganz gut. Sobald die erste Filmhälfte rum ist, in der sich Sono nicht entscheiden kann wohin er mit seinem Film will, nimmt "Exte" Fahrt auf und wird zum haarigen Horrortrip. Vor allem die passende Unwohl-Atmosphäre ist hervorragend hinbekommen worden und wirkt zusammen mit den guten Darstellerleistungen sowie der gruseligen Soundkulisse lange nach und verschafft bleibende Eindrücke – Viel Spaß beim nächsten Friseurtermin. 

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
108:12 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Japanisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Deleted Scenes
  • Kinotrailer
  • TV Spot
  • Karaoke

Intro edition asien -
Exte - Hair Extensions
Ekusute

Marcus Offermanns
Atmosphärischer Haar-Horror

Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan, 2007
Regie:
Shion Sono
Drehbuch:
Shion Sono, Masaki Adachi, Makoto Sanada
Darsteller:
Chiaki Kuriyama, Megumi Satô, Tsugumi, Eri Machimoto, Miku Satô

Label Deutschland :
rapid eye movies
Vertrieb Schweiz :
AL!VE AG

DVD-Verkaufsstart :
19.03.2010





Special vom: 24.03.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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