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Izo - The World Can Never Be Changed
rapid eye movies - Intro edition asien


Izo - The World can never be changed

Story:
Izo (Kazuya Nakayama) wird 1865 gekreuzigt und brutal getötet. Seither wandert sein Geist durch die Epochen der Menschheitsgeschichte und metzelt jeden nieder, der ihm über den Weg läuft. Diese Personen können ihm im frühen Leben in die Quere gekommen sein oder in der gerade aktuellen Jetzt-Zeit agieren – scheinbar wahllos zieht der grantelige Schwertträger seine scharfe Klinge. So wandelt Izo durch Zeit und Raum, bis er am Ende seiner blutigen Reise einem übermächtigen Wesen gegenübersteht und den Sinn seiner Existenz auslotet...

Meinung und Hintergründe zum Film:
"Izo – The World can never be changed" wurde von der London Times als erster philosophischer Splatterfilm betitelt. Diese Beschreibung trifft den Nagel auf den Kopf, denn der Film von Regie-Ass Takashi Miike weist die strukturelle Ungenauigkeit sowie die thematische und inhaltliche Ausschweife des Philosophierens auf. Die enorme Literzahl an Kunstblutwürde zudem jedem Splatterfilm gut zu Gesicht stehen. Ein furioser Mix! Dieser ambitionierte Spagat zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen Genres ist gewissermaßen auch das Problem bei "Izo". Denn hier denn Sinn hinter dem ganzen Gemetzel zu erkennen, kommt schon hoher Interpretations-Kunst gleich. Izo haut einen nach dem anderen um, ohne große Rahmenhandlung. Was ist die Motivation, woher kommt diese grenzenlose Wut? Fragen, die nur in einer nicht gezeigten Ebene beantwortet werden können – eben der angesprochenen philosophischen Bedeutungssphäre, die Miike installiert.

Dass sich die Erkenntnis vom Sinns der Geschichte nicht allen Zuschauern erschlossen hat, ist an den Reaktionen auf "Izo" abzulesen. Bei seinen Vorführungen stieß der Film sowohl auf harsche Ablehnung wie totalen Zuspruch. Vielleicht müssen Filme dieser Art auch genau das schaffen. Im Programm- oder Kunstkino ist es ja an der Tagesordnung, durch hohen Diskussionswert die Bedeutung eines Films zu bemessen. Das Publikum muss gespalten sein. Splatterfreunde und Fans des Schwertkampf-Genres werden gewiss ihren Spaß mit "Izo" haben, aber wer inhaltlich etwas geboten bekommen will, muss doch arg suchen. Der Filmemacher geht in hohem Maße verfremdend zu Werke. Das Herauslesen von Informationen wird schwer bis unmöglich, da das Gezeigte mehr Fragment als Erzählung ist. Das mag ja einige Kunstfilmzugeneigte faszinieren, aber im Allgemeinen bleibt doch die Frage nach dem Sinn dieser filmischen Konstruktion unbeantwortet im Räum.  

Schauspielerisch kann man nicht viel falsch machen. Kazuya Nakayama ("Detective Story") als Izo muss nicht gerade charakterliche Vielseitigkeit verpacken und einfach von Szene zu Szene schreiten. Die Figur des Brutalo-Rachegeist stellt nicht die größten Anforderungen an seinen Mimen. Stilistisch mixt Miike die beschriebenen Kampfeinlagen mit Aufnahmen bestimmter Ereignisse der Menschheitsgeschichte, die ein gitarreklampfender Sänger mit seiner Musik unterlegt. Immer wieder lassen sich so Bezüge zum Hier und Jetzt herstellen. Interessant ist das schon, aber eben nicht für jedermann zugänglich. "Izo" ist der schwerste der fünf Filme aus der "Edition Asien 1". Sicher eine Herausforderung, aber nicht unbedingt sehenswert.

DVD Aufarbeitung:
Die DVD weist wie einige andere Filme der "Edition Asien" eine auffällige Schwäche durch teilweise sehr störendes Bildrauschen auf. Ansonsten sind Farben und Kontrast in Ordnung, auch die Lichtgebung passt. Beim Ton gibt es nichts auszusetzen. Auf deutsch liegt der Film im Format Dolby Digital 5.1 vor, während das japanische Original auf einer Dolby Digital 2.0-Spur kommt. Deutsche Untertitel sind einblendbar.

Als Extras bietet die DVD ein 20minütiges Making of sowie den Kinotrailer. Bei einem solch verschachtelten Film wäre erläuterndes Material wünschenswert gewesen.

Fazit:
"Izo – The World can never be changed" ist für Kunstfilmliebhaber sicher eine interessante Erfahrung. Allen anderen wird der Grad der philosophischen Verfremdung zu weit gehen und der arg verschwurbelte Inhalt nicht ausreichen, um am Film Gefallen zu finden. Miike verpackt zudem eine monströse Brutalität, deren Ansehen eine Herausforderung für den Zuschauer wird, wie die Sichtung des ganzen Films.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,78:1
122:56 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Japanisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Kinotrailer

Intro edition asien -
Izo - The World can never be changed
Izo

Marcus Offermanns
Philosophisch aufgeladene Schwertkampf-Metzel-Orgie
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan, 2004
Regie:
Takashi Miike
Drehbuch:
Shigenori Takechi
Darsteller:
Kazuya Nakayama, Kaori Momoi, Ryuhei Matsuda, Ryôsuke Miki, Takeshi Kitano

Label Deutschland :
rapid eye movies
Vertrieb Deutschland :
AL!VE AG

DVD-Verkaufsstart :
19.03.2010





Special vom: 24.03.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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