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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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Vital
rapid eye movies - Intro edition asien


Vital

Story:
Schwarz. Langsam öffnen sich die Augen. Der Blick wandert zur Decke. Hiroshi (Tadanobu Asano) erwacht nur langsam aus seinem Unfallkoma. Desorientiert muss er feststellen, dass jegliche Erinnerungen an sein früheres Leben verloren sind. Erst als Hiroshi zu Hause Lehrbücher seines Studienfachs findet, kommen wenige Fragmente zurück. Kurze Zeit später nimmt der wortkarge Mann sein Medizinstudium wieder auf. Im Rahmen des Anatomiekurses findet ein Lehrgang über das Sezieren statt. Als Hiroshi an "seiner" Leiche, dem Körper einer jungen Frau, bestimmte Auffälligkeiten entdeckt, erscheinen verschwommene Bilder von früher vor seine Augen. Die schockierende Vermutung scheint Gewissheit zu werden: Die Tote ist seine Freundin, die bei dem schweren Unfall verstorben ist, den Hiroshi selbst fast nicht überlebt hätte. Schritt für Schritt gelangt der Student durch die Arbeit an ihrem Körper in sein verlorenes Leben zurück...

Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit "Vital" hat das Label einen sehr eindrucksvollen Film in diesen ersten Teil der Asien-Sammeledition aufgenommen. Das Drama um den Medizinstudenten Hiroshi (Tadanobu Asano, "Zatoichi - Der blinde Samurai") ist besonders in seiner Nachwirkung ergreifend. Man stelle sich vor, eine solche Situation zu erleben. Mit der Arbeit am toten Körper eines nahestehenden Menschen seine bruchstückhafte Erinnerung mehr und mehr füllen zu können. Eine komplexe Vorstellung, dessen Ausprägungen von Regisseur und Autor Shinya Tsukamoto ("Tokyo Fist") umfassend in den Filmbildern umgesetzt wurde. Die Szenenwechsel zwischen neugewonnenen Erinnerungsstücken und Arbeiten an der Leiche zeigen den stattfinden (Erinnerungs-)Vorgang im Inneren des Protagonisten. Besonders schmerzlich sind die Sequenzen, in denen der Student mit ansehen muss, wie seine Kommilitonen am Körper der Freundin ihre Arbeit verrichten. Eine Situation, die nicht nur für Hiroshi schwer zu ertragen ist, sondern auch dem Zuschauer einiges abverlangt.  

"Vital" reduziert sich nicht auf die Problematik der Gedächtniszurückgewinnung, sondern geht noch einen Schritt weiter. Mit Zurückgewinnung der Erinnerung rückt der verheerende Unfall in den Mittelpunkt des Geschehens. Hiroshi realisiert allmählich was passiert ist und nimmt Kontakt zu den Eltern seiner verstorbenen Freundin auf. Ein Schritt, der sich unter Berücksichtigung anfänglicher Schuldzuweisungen seitens der trauernden Eltern nicht gerade als einfach erweist. So seziert der Film nicht nur die Geschichte seiner Hauptfigur, sondern erzählt zusätzlich von allen Figuren, die am Plot beteiligt sind. Dabei sind die Themen Schuld und Vergebung, Trauer und Verlustbewältigung aber auch das Zurückfinden ins Leben eindrucksvoll eingearbeitet.  

"Vital" ist nicht nur aufgrund dieser vielseitigen Story ein zu beachtendes Werk geworden, sondern kann darüber hinaus durch seine vielsagende Bildsprache überzeugen. Die visuelle Ebene ist stilistisch durchkomponiert, ein ausdrucksstarkes Element des Films. Der Regisseur umhüllt Hiroshis Erinnerungen und ab einem gewissen Punkt auch dessen Wunschvorstellungen, die ihn glücklichen Zusammen mit der Verstorbenen zeigen, in verschiedene Farbtöne. Die Kolorierung vermittelt Gefühle und so wird das bloße Bild erzählerisch gehaltvoll. Zu den farbigen Teilen stehen gegensätzlich dunkle und triste Darstellungen der Realität, der Universitätsräume oder Hiroshis Wohnung. Die Entwicklung des Protagonisten zurück in ein lebendiges Dasein wird im letzten Drittel des Films behandelt und durch den Einsatz von Licht und Helligkeit als Überwindungsweg dargestellt. So zeigt das Visuelle nicht nur das Geschehen, sondern codiert zusätzlich durch ausdrucksstarke Erzählelemente.

DVD Aufarbeitung:
Wie alle DVDs der "Edition Asien 1" weist auch "Vital" ordentliche Bildwerte auf. Gerade die für die filmische Erzählung wichtigen Farben leuchten und bedienen sich der guten Helligkeitsdarstellung. Kontrast und Schärfe sind ebenfalls im guten Bereich einzuordnen. Das wenige Bildrauschen fällt nicht weiter ins Gewicht. Die deutsche Synchronisation wie auch das japanische Original liegen als Dolby Digital 5.1 Tonspur vor. Zusätzlich gibt es eine Dolby Digital 2.0 Spur mit der deutschen Sprachfassung. Deutsche Untertitel können optional eingeblendet werden.

Die DVD ist mit vielen Extras ausgestattet. Das Making of, Kinotrailer und ein Musikvideo werden durch zwei Interviews ergänzt. Darüber hinaus sind zwei Featuretten über die Premiere in Japan und das Screening auf dem Filmfestival Venedig im Jahr 2004 enthalten.

Fazit:
"Vital" ist ein eindrucksvolles Werk über Leben und Tod. In erster Instanz des Dramas stehen die Emotionen vom Protagonisten sowie dessen persönliche Entwicklung, während in Nebensträngen weitere Personen involviert und gewichtet werden. Visuell präsentiert sich "Vital" äußerst vielseitig und ist daher ein Film für anspruchsvolle Zuschauer, denen sowohl Story als auch gestalterische Elemente im Film wichtig sind. 

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
85:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 2.0
Deutsch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Japanisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Kinotrailer
  • Musikvideo
  • Interviews
  • Feature: Premiere in Japan
  • Feature: Screening Filmfestival Venedig 2004

Intro edition asien -
Vital
Vital

Marcus Offermanns
Inhaltlich und formal vielschichtiges Drama
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan, 2004
Regie:
Shinya Tsukamoto
Drehbuch:
Shinya Tsukamoto
Darsteller:
Tadanobu Asano, Nami Tsukamoto, Kazuyoshi Kushida, Lily, Kiki, Hana Kino

Label Deutschland :
rapid eye movies
Vertrieb Deutschland :
AL!VE AG

DVD-Verkaufsstart :
19.03.2010





Special vom: 24.03.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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