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Hwal - Der Bogen
rapid eye movies - Intro edition asien


Hwal - Der Bogen

Story:
Vor der koreanischen Küste lebt ein alter Mann auf seinem Fischerboot. Das schwimmende Heim bewohnt mit ihm ein 16 jähriges Mädchen, das der Einzelgänger im Alter von sechs Jahren aufgenommen und großgezogen hat. An ihrem 17. Geburtstag soll eine Hochzeit stattfinden: Zwischen dem Alten und ihr! Da die schöne junge Frau den größten Teil ihres Lebens in völliger Isolation verbrachte, fehlen jegliche Vergleichswerte und Erfahrungen. Erst als der Alte, um ein wenig Geld zu verdienen, fremde Hochseeangler auf das Boot holt, bekommt sie Sozialkontakt zu einem gleichaltrigen Jungen, dem Sohn eines Kunden. Plötzlich erkennt das Mädchen, dass es mehr gibt als den vorgegeben Weg und beginnt, sich den Versuchen des Alten zu widersetzen, die geplante Situation zu verwirklichen. Dabei spielt ein Bogen eine zweideutige Rolle: Zum einen dient er als Musikinstrument aber auch als ungewöhnliches Werkzeug, um in die Zukunft zu blicken... 

Meinung und Hintergründe zum Film:
"Hwal – Der Bogen" ist ein Fest für alle Freunde des asiatischen Autorenfilms. Fast ohne gesprochene Worte und mit einer gefühlvollen Kamera, die äußerst Nah an den Figuren ist und so ein tiefdringendes Bild der inneren und äußeren Gefühlslage der Protagonisten zeichnet, erzählt Regisseur Kim Ki-duk ("Samaria") seine besondere Geschichte von Liebe und Zuneigung, Isolation und dem Entdecken einer Welt außerhalb der eigen "vier Wände", die das Boot darstellt auf dem das Mädchen mit dem Alten lebt. Seit der alte Mann (Seong-hwang Jeon, "Ogu") das Mädchen im Alter von sechs Jahren bei sich aufnahm, hat er sie großgezogen. Mittlerweile 16 jährig, bereitet er es für die gemeinsame Hochzeit vor. Das Mädchen (Yeo-reum Han, ebenfalls "Samaria") kennt nichts anderes als das Leben auf dem Boot und stellt seine Pläne daher auch nicht in Frage. Für ihn scheint die Ehe das lang ersehnte Ziel zu sein, denn täglich kreuzt er die Tage im Kalender weg, die bis zur langersehnten Hochzeit noch vergehen müssen. Bei seinen Landausflügen kauft der Mann bereits Geschenke und Kleidung für die Eheschließung.

Erst als die "traute Zweisamkeit" von außen gestört wird, gerät der Plan des Alten aus den Fugen. Um ein wenig Geld zu verdienen, holt er mit einem kleinen Beiboot hin und wieder Angler vom Festland auf sein Boot. Als einer dieser Männer seinen Sohn mitbringt, der im gleichen Alter wie das junge Mädchen ist, entdeckt die bisher dem Alten gefügige junge Frau eine andere Seite an sich. Bisher unbekannte Gefühle regen sich. Neugier auf die Welt jenseits des Bootes beginnt aufzukeimen. Sie fühlt sich zu dem Jungen hingezogen, der mit seinen vielen für sie unbekannten Dingen einiges Neues zu bieten hat. Symbolisch schenkt er ihr seinen Walkman, ein Zeichen für die "neue Welt". Dem Alten bleibt nur Protest, doch das Mädchen emanzipiert sich bald und so entsteht Reibung. Da der Junge nicht locker lässt, entwickelt sich bald eine dynamische Dreieckskiste, bei denen die Gefühle der beiden Schiffsbewohner ordentlich durchgeschüttelt werden.

Kim Ki-duk versteht es vortrefflich die Entwicklung des Mädchens aufzuarbeiten und auch die langsam zerrieselnden Hoffnungen des Alten sind nachvollziehbar umgesetzt. Voller Symbolik und Zeichen ist das letzte Drittel des Films ein vor allem visuell beeindruckendes Stück Asia-Film. Das Ganze grenzt schon fast an visuelle Poesie. Doch auch hier bleibt die Konzentration immer bei den Figuren. Diese sind für Kim Ki-duk das entschiedene Element und so verfolgt er den Alten und das Mädchen Schritt für Schritt, bis sein vielschichtiges Abenteuer auf hoher See zu Ende geht. Doch auch die Auflösung ist alles andere als simpel und beschert "Hwal – Der Bogen" ein gebührendes Ende, das den Zuschauer auch nach Filmende gedanklich beschäftigen wird.

DVD Aufarbeitung:
Die DVD aus der zweiten Edition Asien überzeugt wie der größte Teil seiner Vorgänger durch gute Bild und Tonwerte. Schäfre und Kontrast sind gut gelungen, das Bild zeichnet sich durch seine auffallende Klarheit aus. Vor allem am Ende sind die knalligen Farben gut umgesetzt, die viel vom Eindruck der Schlusssequenzen ausmachen. Die DVD bietet die deutsche Synchronisation als Dolby-Digital-2.0-Fassung, im gleichen Format ist das koreanische Original enthalten. Deutsche Untertitel können auf Wunsch eingeblendet werden.  

In der Extrasektion gibt es das 40 minütige Making of und den Trailer zu sehen.

Fazit:
"Hwal – Der Bogen" erhält in der Edition eine gebührende Veröffentlichung. Der poetische Film ist feinstes handwerkliches Autorenkino und überzeugt durch eine vielschichtige Figurenbezeichnung sowie hochgradig symbolische Bilder. Die Extras sind gelungen, während die Bild und Tonwerte ebenfalls gefallen. Rundum also eine empfehlenswerte DVD, welche die zweite "Edition Asien" merklich aufwertet.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
85:09 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Koreanisch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Kinotrailer

Intro edition asien -
Hwal - Der Bogen
Hwal

Marcus Offermanns
Optische Poesie auf hoher See
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Südkorea/Japan, 2005
Regie:
Ki-duk Kim
Drehbuch:
Ki-duk Kim
Darsteller:
Yeo-reum Han, Si-jeok Seo, Gook-hwan Jeon

Label Deutschland :
rapid eye movies
Vertrieb Deutschland :
AL!VE AG

DVD-Verkaufsstart :
21.05.2010





Special vom: 14.06.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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