Blessing Bell
Story: Das Szenario kennt man: Vor den Toren einer Industrieanlage herrscht Aufruhr, weil die Arbeiter entlassen werden. Still und stumm verlässt ein Mann namens Igarashi (Susumu Terajima) den Hof und begibt sich auf eine ungewöhnliche Wanderung. Ohne ein Wort zu sagen, wird er bis zum nächsten Morgen durch die Gegend streifen und währenddessen einige kuriose Situationen erleben. Igarashi mischt sich nie ein, wirkt fast teilnahmslos, egal wie schwerwiegend das Geschehene ist. Am Ende kehrt er zu einem speziellen Ort zurück, der für ihn Ursprung und Zeil zugleich zu sein scheint... Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit "Blessing Bell" von Regisseur Sabu ist ein recht spezieller Film im Kontingent dieser zweiten Ausgabe der "Edition Asien" erschienen. Die Wanderung des Protagonisten Igarashi (Susumu Terajima) geschieht völlig wortlos, wenn Dialog vorkommt, sprechen ihn Menschen, denen die Hauptfigur auf seinem Weg begegnet. Fast über die gesamte Spielzeit von 87 Minuten geht das so, für Mainstream-Sehgewohnheiten durchaus schwierig "zu verdauen". Kunstvoll und durch intensive Bildsprache bebildert mit hochgradigem Symbolismus und verschachtelten Geschichtchen garniert, führt Sabu durch seinen Film, der "mal was anderes" ist, als die gewöhnliche Kost.
Das Ansehen von "Blessing Bell" ist nach einiger Zeit allerdings sehr anstrengend. Die fast komplett fehlende Dialogebene macht aus dem Film ein zuweilen sperriges Werk, auf das sich der Zuschauer einlassen muss. Herkömmliche Seherwartungen sind hier fehl am Platze. Die Stummheit des Protagonisten geht zuweilen schon an die Nerven des Zuschauers, da auch das Drumherum zum Teil kaum unterhaltsam ist. Daraus resultiert andererseits eine äußerst hohe Wichtigkeit der visuellen Ebene. Alles was andere Filmemacher durch den Einsatz von Sprache und Dialog ausdrücken, muss in "Blessing Bell" durch das Bild vermittelt werden. Kunstvoll und durchdacht gelingt dem Regisseur diese enorme Herausforderung exakt und treffsicher. Dennoch bleibt der Hinweis auf die Differenzen zum gewöhnlichen Kino, die es zu überwinden gilt, wenn "Blessing Bell" positiv erfahren werden will.
Während Igarashi durch die Stadt geht, scheint es, als ob ihm jede Facette des modernen Lebens mitten ins Gesicht schlägt. Er bekommt persönliche Dramen, Morde und Verbrechen mit, die wohlmöglich fast unbemerkt zum Teil der Gesellschaft geworden sind. Episodenhaft tappt der Mann von einer Sequenz zur nächsten, um dann zum Ende einen Ort aufzusuchen, der für ihn besser und schöner ist als all jenes, was er kürzlich erfahren musste. Konservativ gedacht, ist "Blessing Bell" daher auch als Plädoyer für ordentliche Lebensplanung bzw. für den "richtigen Weg im Leben" zu verstehen. Wer Freude am rätseln und entschlüsseln verzwirbelter Sequenzen hat, kann sich hier voll ausleben. DVD Aufarbeitung: Die Umsetzung auf DVD ist ordentlich gelungen, wobei keine deutsche Synchronisation hinzugefügt wurde. Wer damit keine Probleme hat, muss trotzdem wissen, dass die japanische Dolby Digital Spur nur im 2.0 Format vorliegt. Deutsche Untertitel sind vorhanden und optional verfügbar. Das Bild hingegen ist ok, einige Schwächen bei der Schärfe verhindern die bessere Beurteilung.
Als Bonus gibt es lediglich den Trailer. Hier kann man von einem Film, der Bestandteil einer DVD-Reihe ist, mehr erwarten.
Nettes Feature ist die DVD an sich. Durchsichtiges Plastik beinhaltet die Informationen für den DVD-Player, so dass der Käufer eine quasi transparente Scheibe in der Hand hält. Fazit: "Blessing Bell" ist ein besonders anspruchsvoller Film der "Edition Asien", denn durch das Fehlen nahezu jeglicher Dialoge muss das Werk auf visueller Ebene erschlossen werden. Wer den Zugang findet, wird mit einem vielschichtig aufgeladen Film konfrontiert. Die DVD-Aufarbeitung könnte umfangreicher sein, da eine deutsche Tonspur fehlt und nur der Trailer als Extra vorhanden ist. Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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87:50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Japanisch: 
Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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Blessing Bell
Kôfuku no kane  Mystische Irrwanderung eines (fast) stummen (Anti-)Helden
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 2002 Regie:
Sabu Drehbuch:
Sabu Darsteller:
Susumu Terajima, Naomi Nishida, Reila Aphrodite, Seijun Suzuki, Ryôko Shinohara Label : rapid eye movies Vertrieb : AL!VE AG DVD-Verkaufsstart : 21.05.2010 |