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The Strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine
rapid eye movies - Intro edition asien


The strange Saga of Hiroshi the freeloading Sex Machine

Story:
Hiroshi (Mutsuo Yoshioka) ist ein verrückter kleiner Spinner, ein hibbeliges Bürschchen, das planlos umher irrt. Als er Haruka (Rinako Hirasawa) während einer Busfahrt kennen lernt, fasst Hiroshi den Entschluss bei ihr zu bleiben. Nicht zuletzt der perfekte Sex, bei dem wahrhaftig alle Wände wackeln, verbindet die zwei. Mit Harukas Freunden und ihrem kleinem Sohn wettet Hiroshi beim Grillen-Sumo-Ringen. Jeder züchtet sich sein persönliches Kampf-Tierchen heran und so kommt es immer wieder zu skurrilen Wettkämpfen. Als Harukas Ex-Mann auftaucht, der nebenbei professioneller Sumo-Grillen-Züchter ist, und nach seiner Verflossenen trachtet, fährt Hiroshi schweres Gefährt auf: Ein Kampf Grille-gegen-Grille soll das Wetteifern um die hübsche Haruka entscheiden. Doch plötzlich fehlt jede Spur von Hiroshis Favoriten-Grille. Bedenklich nah wird dessen verlassene Behausung neben dem Kochtopf gefunden.

Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit dem japanischen Pink Eiga-Genre konnte man bereits durch den in der "Intro Edition Asien" enthaltenen "The Glamorous Life Of Sachiko Hanai" beste Erfahrungen machen. Ähnlich kurios gestaltet sich auch "The Strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine": Ein Trash-Film, bei dem die Handlung eher zweitrangig, aber dennoch - typisch pink - hanebüchen ist. Es geht um den jungen Hiroshi (Mutsuo Yoshioka, "Slave Ship"), der als trotteliger Typ mit der süßen Haruka (Rinako Hirasawa, "New Tokyo Decadence: Slave") einen Volltreffer gelandet hat. Bald verlieren sich beide in exzessiven Sexspielchen, doch das Glück soll auf eine harte Probe gestellt werden. Haruka kann den anzüglichen Avancen ihres Ex-Mannes Anzai (Kazuhiro Sano, "Girl Hell 1999") nicht widerstehen und so muss es zur Auseinandersetzung der Männer kommen! Frei nach Hiroshis großem Hobby, dem Grillen-Sumo-Ringen, wird ein Machtkampf zwischen den Grillen-Stars der Kontrahenten ausgemacht. Gut, dass Hiroshi ein starkes Tier herangezüchtet hat, denn Anzai betreibt dieses Business professionell.  

Regisseur Yûji Tajiri ("Twitch: You Are My Toy") spart in seinem Film nicht mit Softporno-Einlagen, bei denen es ordentlich zur Sache geht. Ein typisches Merkmal dieser Gattung Film, die in Japan als Mischform zwischen Kunst und Porno vor allem ab den 1960er Jahren Popularität erlangte, bis später "echte" Pornos aufkamen und Pink Eiga an den Rand drängten. Bei Pink-Filmen sind die erotischen Szenen gespielt, realer Sex findet nicht statt. Dabei überschreitet das Gezeigte nie den Pornographie-Grad eines typischen Samstag-Abend-Streifens im deutschen Privatfernsehen, die komödiantisch angehauchte Ausrichtung der Sequenzen ist das Besondere daran: Der Geschlechtsakt kommt dann und wann einem Erdbeben gleich, eine Gurke wird stark zweckentfremdet und getrieben wird's wann und wo es gerade passt. Der Rest der Handlung ist tatsächlich zweitrangig, das Storyelling wird fast per Zufall aufgebaut. So verwundert es nicht weiter, dass die Rollen nicht viel hergeben und in Sachen Filmemacherei nicht gerade meisterhaft vorgegangen wird: Hauptsache die freizügigen Szenen sind im Kasten!  

Diese Tatsachen heißen jedoch nicht, dass es sich bei "The Strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine" um einen schlechten Film handelt. Wer Pink zu nehmen weiß, sich der besonderen kulturellen Entstehungsgeschichte und dem Stellenwert des Sex-Komödien-Genres als alteingesessener Teil der japanischen Filmindustrie bewusst ist, kann an der verrückten Geschichte, dem skurrilen Overacting und dem allgemeinen "Anderen" seinen Spaß haben. Auch das ist ein Teil des asiatischen Kinos. Gänzlich zum Haareraufen lädt das abgefahrene Finale ein, bei dem kein Auge trocken bleiben kann. Im klassischen Sinne ernst nehmen kann man den Film kaum, als Pink Eiga gefällt das Filmchen hingegen sehr.

DVD Aufarbeitung:
Bei "The Strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine" ist eine ordentliche DVD-Umsetzung gelungen. Die Bildschärfe ist gut, während der Kontrast etwas kräftiger sein könnte. Die Farben bleiben zu matt, während das schwache Bildrauschen hingegen kaum auffällt. Im Tonbereich wartet die DVD mit der deutschen Sprachfassung im Dolby Digital 2.0 Format auf – das japanische Original ist im gleichen Format enthalten, weswegen die Surroundanlage unterfordert bleibt. Aber wer braucht schon wildes Stöhnen in Raumklang. Deutsche Untertitel gibt es optimiert für 4:3- und 16:9-Fernseher, sie können beliebig ein oder ausgeblendet werden.  

Als Extras bietet "The Strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine" den DVD-Trailer und ein Interview mit Regisseur Yûji Tajiri. Dieses dauert knappe 30 Minuten und erweist sich als sinnvolles Feature, da viel über Pink-Filme und die persönliche Auffassung des Regisseurs zu diesem Genre preisgegeben wird. So erhält der Zuschauer einen informativen Einblick und kann einen besseren Zugang zum Pink Film gewinnen.

Fazit:
"The Strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine" ist ein tolles und unterhaltsames Beispiel für das japanische Pink Eiga-Genre, kann jedoch ohne Vorwissen zu dieser besonderen Art von Filmen kaum entsprechend eingeordnet werden. Die Story ist verrückt und abgedreht, der Film strotzt nur so vor Softporno-Einlagen, die zusammengenommen jedoch mehr komödiantische Unterhaltung bieten als ernsthaft zur Anregung dienen. Das nützliche Interview mit dem Regisseur in der Specialsektion führt detailliert in die Pink-Historie ein und sorgt für die Möglichkeit, den Trash-Film in den Kontext des Genres einordnen zu können und weniger als Unsinn abzustempeln. Für Zuschauer, die sich fremden und unkonventionellen Stilen offen gegenüberstellen, kann "The Strange Saga of Hiroshi the Freeloading Sex Machine" funktionieren – alle anderen werden darin ein anstößiges und unausgereiftes Filmchen sehen. 

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
64:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch:
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Japanisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 2.0

Untertitel:
Deutsch, optimiert für 16:9 und 4:3 Fernseher
Bonusmaterial:
  • DVD-Trailer
  • Interview mit dem Regisseur

edition asien -
The strange Saga of Hiroshi the freeloading Sex Machine
Sex mashin: Hiwai na kisetsu

Marcus Offermanns
Skurriles Beispiel aus dem Pink Eiga-Genre


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan 2005
Regie:
Yûji Tajiri
Drehbuch:
Fumio Moriya
Darsteller:
Rinako Hirasawa, Mutsuo Yoshioka, Minami Aiyama, Akino Hirasawa, Setsuhiko Kobayashi, Kazuhiro Sano

Label Deutschland :
rapid eye movies
Vertrieb Deutschland :
AL!VE AG

DVD-Verkaufsstart :
16.07.2010





Special vom: 06.08.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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