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Irezumi Spider Tattoo
rapid eye movies - Intro edition asien


Irezumi - Spider Tattoo

Story:
"Irezumi – Spider Tattoo " ist die Geschichte von Tsuya Suruga (Ayako Wakao), einem einst unschuldigen Mädchen, welches sich zur gefährlichen "Männerfresserin" entwickelt. Japan im Edo-Zeitalter: Als Tochter wohlhabender Eltern soll die junge Tsuya bald verheiratet werden, Mitsprache bei der Wahl des Partners hat sie nicht. Die junge Frau folgt jedoch ihrem eigenen Kopf und flüchtet mit ihrem Freund Shinsuke (Akio Hasegawa) - den sie liebt - aus dem elterlichen Haus zu Gonji (Fujio Suga), einem Freund der Familie. Dass dieser ein falsches Spiel abzieht, merken beide erst als Gonji einen Killer auf Shinsuke ansetzt und Tsuya an den Betreiber eines Geisha-Hauses verkauft. Dort entwickelt sich die hübsche Frau zur meistgefragten Geisha im Umkreis und lernt, ihre neue Macht zu nutzen. Aus Rache an der Männerwelt beginnt sie ihr ausgeklügeltes Spiel, indem das Ansehen der zahlreichen Interessenten geniesst. Sie ist eine kühlkalkulierende "Männerfresserin", die ihre Peiniger nicht nur finanziell bluten lässt...

Meinung und Hintergründe zum Film:
Nachdem in der letzten Woche "Hanzo – The Razor: Sword of Justice" im Rahmen der "Edition Asien" vorgestellt wurde, folgt nun mit "Irezumi – Spider Tattoo" ein weiterer Klassiker des japanischen Films. Ebenfalls in der Edo-Ära angesiedelt, erzählt Regisseur Yasuzō Masumura ("Ein Garten Eden") von Tsuya Suruga (Ayako Wakao), die um der durch ihre Eltern festgelegten Hochzeit zu entgehen, mit ihrem Freund von zu Hause flieht und in die Hände des Geisha-Haus-Betreibers Tokubei (Asao Uchida) fällt. Dort muss die Frau als Geisha Somekichi arbeiten und allen Kunden dienen, die Tokubei viel Geld zahlen. Schnell entwickelt die Gepeinigte ein starkes Selbstbewusstsein und beginnt zu erkennen, welche Macht sie über die Männer hat. Die klug berechnende Somekichi ergibt sich keinesfalls passiv ihrem Schicksal, sondern entwickelt sich bald raffiniert zur gefragten Geisha. Mit dem verdienten Geld kann Tsuya sich von Tokubei loszukaufen. Mittlerweile hat sie Gefallen an dem Geisha-Dasein gefunden und sieht es als nützlichen Weg der Rache an all ihren Peinigern: Die selbstbewusste Frau nimmt als freie Geisha ihre "Kunden" der Reihe nach finanziell aus, diese verfallen ihr förmlich. Somekichi gerät in eine Art Rauschzustand aufgrund der Macht, die sie über alle Männer hat. Somit erzählt der Film eine zunächst dramatische Geschichte von zerstörten Wünschen und Hoffnungen, wandelt sich jedoch bald zu einer Parabel über Emanzipation und Rache und zeigt eindrucksvoll, wie ein vormals unschuldiger Mensch zur durchtrieben femme fatale wird, die vor keiner Tat zurückschreckt um ihre Pläne durchzusetzen.

Mit "Irezumi - Spider Tattoo" schließt ein waschechtes Drama diesen dritten Teil der "Edition Asien" ab, dessen Figurenzeichnung- und Entwicklung äußerst interessant ist. Zudem weiß Regisseur Yasuzo Masumura um die Attraktivität seiner Hauptdarstellerin Ayako Wakao, deren Körper er gekonnt in Szene setzt und damit für anreizende Schauwerte sorgt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass exzessiv freizügig gefilmt wird, denn der erotische Touch des Films beruht allein auf Andeutungen, der kunstvollen Kameraführung und der damit verbundenen Lenkung des Zuschauerblicks. Ziel dieser Taktik ist die erzählerische Vermittlung Tsuyas Reize, weshalb ihr alle Männer erliegen. Das gelingt hervorragend und so funktioniert auch die Dramaturgie des Gesamtwerks toll. Die aus gutem Hause stammende Tsuya wird Opfer eines fiesen Spiels, wird verraten und soll urplötzlich als Geisha dienen - von der Gefangenschaft der bevorstehenden arrangierten Ehe in die Gefangenschaft eines Geisha-Meisters. Tragischer konnte der Fluchtversuch nicht enden, der Tsuya in die gemeinsame Freiheit mit ihrer wahren Liebe Shinsuke führen sollte. Interessanter Kniff dieser Geschichte ist, dass sie sich keinesfalls passiv in ihre Opferrolle fügt, sondern rebelliert und das Spiel auf ihre Art annimmt. Dabei verfällt sie bald einem Männerhass und verliert jede Kraft zwischen den männlichen Charakteren zu unterscheiden.

Sie läuft innerlich Amok. Rache ist hier ein großgeschriebenes Motiv. Danach dürstet sie und beginnt, ihre Verehrer finanziell auszunehmen. Macht ist ein wichtiger Aspekt des Films, der zeigt, welche fatalen Züge eine solche Geschichte annehmen kann. Tsuya wird zu einer Art femme fatale, der kühl berechnenden Frauenfigur des Film noir. Wie dieser klassisch-gefährliche Frauentypus beginnt auch Tsuya schnell ihre körperlichen Reize für das Erreichen der Ziele einzusetzen. Dabei ist sie gedanklich den Männern weit überlegen, die nicht verstehen, was Tsuya beabsichtigt. Das sie bei all jenen Entwicklungen ihr eigentliches Ziel, das glückliche Zusammenleben mit Shinsuke, immer mehr aus den Augen verliert, ist die eigentliche Tragödie. Und wie es sich für solche gehört, hält das Ende eine drastische Wendung parat, die den Zuschauer auch emotional trifft. "Irezumi – Spider Tattoo" ist demnach ein würdiger Abschluss dieses vielseitigen drittenTeils der "Edition Asien" - warten wir gespannt auf den September, der uns weitere fünf Filme im vierten Teil der DVD-Reihe präsentieren wird.

DVD Aufarbeitung:
"Irezumi – Spider Tattoo" stamt aus dem Jahr 1966 und ist für diese DVD-Veröffentlichung erfreulich gut aufbereitet worden: Die Bildqualität ist wahrlich als gelungen zu bezeichnen. Schärfe und Kontrast ist das Alter kaum anzusehen. Ein deutsche Synchro hat sich das Label gespart, garniert die japanische Originaltonspur (Dolby Digital 2.0) jedoch mit gut leserlichen deutschen Untertiteln.

Als Extra gibt es leider nur den Kinotrailer zu sehen.

Fazit:
"Irezumi – Spider Tattoo" schließt diesen dritten Teil der "Edition Asien" würdig ab. Das gelungene Drama um eine junge Frau die gezwungen wird als Geisha zu arbeiten und beginnt, sich an der Männerwelt zu rächen ist gut gespielt, vortrefflich inszeniert und überzeugt nicht zuletzt durch seine genaue Charakterzeichnung. Die DVD-Aufarbeitung in Sachen Bild und Ton ist gelungen, die Extrasektion ist mit lediglich einem Trailer jedoch recht dürftig ausgestattet.

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
2,35:1
2,35:1
85:46 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Japanisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 2.0


Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer

edition asien -
Irezumi - Spider Tattoo
Irezumi

Marcus Offermanns
Charaktertiefe und eine hervorragende Inszenierung als Basis dieses gelungenen Dramas


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan 1966
Regie:
Yasuzo Masumura
Drehbuch:
Kaneto Shindô
Darsteller:
Ayako Wakao, Akio Hasegawa, Asao Uchida

Label Deutschland :
rapid eye movies
Vertrieb Deutschland :
AL!VE AG

DVD-Verkaufsstart :
16.07.2010





Special vom: 30.07.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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