Mind Game
Story: Mangazeichner Nishi ist im alltägliche Leben ein Loser. Er ist schüchtern, kommt aufgrund seiner Passivität keinem persönlichen Ziel nahe und so kommt es wie es kommen musste: Seine geheime Liebe Myon, der er bereits seit Kindertagen verfallen ist, will ihren Freund heiraten. Als könnte es für Nishi nicht schlimmer kommen, betreten zwei schießwütige Yakuza die Bar, in der Nishi, Myons und ihr Zukünftiger den Abend verbringen. Eine Kugel beendet Nishis tristes Dasein, kurz darauf tritt er vor Gott. Geschockt durch sein vertanes Leben verschafft Nishi sich eine zweite Chance, kehrt auf die Welt zurück und schickt sich an, auf einem surrealen Trip mit Myon endlich das richtig zu machen, was er im ersten Leben verpfuscht hat. Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit "Mind Game" ist erneut ein äußerst interessanter Titel in die "Edition Asien" aufgenommen worden, der visuell hochgradig vielseitig vom Loser Nishi erzählt, der stirbt, eine zweite Chance erhält und jetzt richtig durchstarten will. Die Fehler aus Leben Nummer 1 gehören der Vergangenheit an, ab sofort wird mutig gehandelt und nichts dem Zufall überlassen. Diese Story von der Entwicklung eines passiven Träumers zum aktiven, sein Leben selbst bestimmenden Mann, ist zwar nicht gerade neu und auch die Tiefe dieses Handlungsspektrums hält sich engen Grenzen, dennoch fasziniert "Mind Game" auf seine ganz eigentümliche Art, denn der Film überzeugt durch ein ausgereiftes visuelles Konzept. Dieses nutzt eine Vielzahl verschiedener Optiken, um die Gefühlslage des Protagonisten sichtbar werden zu lassen. Aufregung, Ärger und andere Emotionen werden in verschiedenen Ausprägungen des Zeichenstils präsentiert – Eine tolle Idee, denn auf die Weise wird die Aufmerksamkeit des Zuschauers genau dahin gelenkt, wo sie liegen sollte: Auf die Figuren.
"Mind Game" funktioniert wie eine Art Collage. Durch die Aneinanderreihung verschieden stilisierter Sequenzen bekommt der Betrachter die Botschaft vermittelt. Das beginnt bei einfachen Mimiken und erweitert sich bis zum gesamten Bild. Plötzlich drücken sprudelnde Wasserfontänen oder symbolisch aufgeladene Zeichen einen Entwicklungsfortschritt des Protagonisten aus. Poppig bunte, stetig transformierende Formen vermitteln grafisch, was in den Figuren geschieht. Enorm wechselhaft präsentiert sich das Erscheinungsbild dieses modernen Märchens. Die Animateure haben einen Top-Job erledigt und ein überschäumendes, visuelles Happening geschaffen. Die visuellen Macharten sind kaum zählbar, so viele werden verwendet. Das kommt an machen Stellen einer schieren Reizüberflutung gleich, beeindruckt jedoch im Höchstmaß.
Leider vergisst Regisseur Masaaki Yuasa, dass bei einem Film, der an die 90 Minuten Laufzeit mit sich bringt, eine fortlaufende Story mit einem gekonnten Spannungsaufbau elementar wichtig ist, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Beim ganzen visuellen Overkill, der toll anzusehen ist, wird eben jene Story vernachlässigt. Yuasa hält sich schon mal 10 Minuten mit der optischen Durchdudelei eines Sachverhalts auf, wobei der Zuschauer nach 3 Minuten kapiert hat, worum es geht. Dies nervt beim vierten, fünften Mal ein wenig und mindert den positiven Gesamteindruck. Blickt man nochmals auf die Story muss unterstrichen werden, dass diese zwar einfach gestrickt, aber dennoch überzeugend ist: Protagonist Nishi durchlebt einen Reifeprozess – simpel, aber durch den grafischen Erzählstil wird der Film belebt, bereichert und begründet. Wenn Nishi mit seiner Angebeteten im Inneren eines Wals (!) erwacht und in dieser Seifenblase ein soziales Gefüge etabliert, hat das etwas von der Schaffung einer eigenen Welt, die nach den eigenen Vorstellungen konzipiert ist, quasi ein persönliches Wunderland. Reift man hier, ist man auch in der realen Welt einen Schritt weitergekommen. DVD Aufarbeitung:
Die Bildqualität der DVD ist überdurchschnittlich gut ausgefallen. Die poppig-bunten Farben leben durch die tollen Kontraste, der gute Schärfegrad verleiht dem Bild eine erfreuliche Klarheit. Die deutsche Synchro und das japanische Original sind als Dolby Digital 5.1 Spuren verarbeitet, zu dem deutsche Untertitel optional eingeblendet werden können.
Beim Blick in die Extras offenbart sich ein reichhaltiges Sortiment ausgewählter Features: Der Titelsong ist als Videoclip und Livemitschnitt beigefügt, es gibt den Kinotrailer und eine Bildgalerie sowie Clip-Remixes von Koji Morimoto, die nochmals fantastische Bilder dieser Produktion im neuen Arrangement zeigen. Weiter bietet die DVD ein 20-minütiges Interview-Special und einen 15 Minuten langen Einblick in die Animationsarbeiten. Fazit: "Mind Game" ist ein ausdrucksstarker Animationsfilm und überzeugt durch seine extravagante Gestaltung. Der Film legt seine Konzentration weniger auf die Story, sondern versucht durch die Bildern zu vermitteln – was größenteils gelingt. Die technisch einwandfreie DVD bietet zudem viele Extras, "Mind Game" ist ein bedeutsamer Teil der "Edition Asien". Daten zur DVD:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
103:11 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch: Dolby Digital 5.1
|
Japanisch: 
Dolby Digital 5.1
|
|
|
Untertitel:
|
| Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Videoclip & Livemitschnitt vom Titelsong
- Kinotrailer
- Bildgalerie
- Clip-Remixes
- Interviews
- Feature zu den Animationsarbeiten
|
|
|
 Mind Game
Mind Game  Künstlerische Collage unzähliger optischer Spielereien - exzessiv und dynamisch
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 2004 Regie:
Masaaki Yuasa Drehbuch:
Robin Nishi Darsteller:
/ Label : rapid eye movies Vertrieb : AL!VE AG DVD-Verkaufsstart :
16.07.2010
|