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Hanzo - The Razor: The Sword of Justice
rapid eye movies - Intro edition asien


Hanzo – The Razor: Sword of Justice

Story:
Hanzo (Shintarô Katsu) ist ein ehrenvoller Gendarm, der seine Aufgaben pflichtbewusst und mit harter Disziplin ausführt. Um zu wissen, wie sich Foltermethoden bei Verhören auf die Verdächtigen auswirken, unterzieht er sich selber diesen Qualen. Derart Kompromisslos und ohne Scheu geht er im auch Dienst gegen jeden Misstand vor und schreckt ebenfalls nicht davor zurück, sich in den eigene Reihen Feinde zu machen, wenn er die Hochnäsigkeit seines Vorgesetzten Magobei Onishi (Kô Nishimura) kritisiert. Onishi rückt zudem in den Verdacht, an einer bis ins obere Shogunat reichenden Verschwörung beteiligt zu sein. Das er die Geliebte des verurteilten Auftragsmörders Totenfluss-Kanbei zu seiner Mätresse macht, erscheint Hanzo nicht koscher. Er beginnt auf seine ganz eigentümliche Art die Frau zu befragen und erhält Infos, die seinen anfänglichen Verdacht mehr als bestätigen...

Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit "Hanzo - The Razor: Sword of Justice" nimmt rapid eye movies den ersten Teil einer drei Filme umfassenden Trilogie aus den 1970er Jahren in seine "Edition Asien" auf. "Hanzo" ist ein Fest des japanischen Exploitation-Kinos und bildet als aussagekräftiges Beispiel für dieses exotische Genre dessen verrückten Eigenschaften ab. Doch zunächst zur Historie: "Hanzo" beruht auf dem Manga "Goyōkiba" von Autor Kazuo Koike, der sich bereits für den Klassiker "Lady Snowblood" verantwortlich zeigte. Dessen Verfilmung, ebenfalls als Kult gefeiert, ist als Teil der "Intro Edition Asien" bereits von uns besprochen worden. "Sword of Justice" fungiert als Beginn der Hanzo-Trilogie, deren Story im Japan der Edo-Periode angesiedelt ist. Shintaro Katsu ("Zatoichi") verkörpert die titelgebende Figur unverwechselbar: Hanzo ist ein pflichtbewusster Gendarm, der sich weder von Verbrechern noch Beamtengetue in den eigenen Reihen aufhalten lässt. Er steht für das Gesetz ein und verteidigt Recht und Ordnung – Immer, überall und ohne Kompromisse!

In seiner ersten Leinwand-Ermittlung deckt Hanzo eine verzwickte Verschwörung auf, die bis in hohe Regierungskreise reicht. Sein direkter Vorgesetzter hat ein Verhältnis mit der Freundin eines verurteilen Verbrechers, der sich eigentlich in Haft befinden sollte, jedoch freien Fußes ist. Da läuten bei Hanzo die Alarmglocken und erste Ermittlungen fördern weitere pikante Details zutage. Nüchtern betrachtet ist die Story einem Krimi nicht unähnlich, diese Formel hat in vielen, x-beliebigen mal besseren mal schlechteren Filme schon früher Verwendung gefunden. Außergewöhnlich lässt "Hanzo - The Razor: Sword of Justice" erst der Exploitation-Gehalt werden, der zu Beginn der 70er Jahre allerorts um sich griff und auch vor der asiatischen Filmproduktion kein Halt gemacht hat. Glücklicherweise, denn sonst wäre die äußerst amüsante, zuweilen recht abgedrehte, politisch und humanistisch inkorrekte Perle des japanischen Films wohl nie entstanden.  

  Wenden wir uns also der Form zu und verlassen die inhaltliche Ebene, die als Grundlage ausreicht. Zum Exploitationkino passt die verrückte Hauptfigur: Anstatt sich wie jeder "normale" Polizist mit den Folterpraktiken vertraut zu machen, bevorzugt Hanzo das Erlebnis gängiger Techniken am eigenen Leib. Dem Körper tut er so einiges an, das Malträtieren des besten Stücks mit einem Prügelstock gehört ebenso dazu wie das Einführen des selbigen in einen Korb voller Salzkristalle. Doch was aus heutiger Sicht für Aufsehen sorgt, ist Hanzos Umgang mit Frauen. Hier wird gepeinigt und zum Informationsgewinn wird auch mal Sex aufgezwungen - Ein Mann der Extreme, im Guten wie im Schlechten. Das Kuriose: Während des Aktes schlägt die Stimmung um und die Damen verlangen nach mehr... Für die einen ist diese political incorrectness ein klarer Verstoß gegen den guten Geschmack und Grund genug die Scheibe aus dem Player zu verbannen, andere nehmen dies als Element der Exploitationbewegung hin. Erstnehmen sollte man das Ganze jedenfalls nicht, denn sonst würde der hohe Unterhaltungswert verloren gehen, den der Film durchaus aufweist, wenn man die Unkorrektheiten nicht weiter beachtet. Es wird geprügelt und ermittelt, auf ganz kuriose Weise aufgedeckt und gehandelt. Mit "Hanzo" kommt ein Exploitation-Streifen aus Asien in die erlese Auswahl dieser DVD-Reihe, für den sich Genrefans mit großer Sicherheit begeistern können und dient allen anderen als Ansichtsbeispiel für das japanische Kino der 70er – Auch wenn sie es vielleicht nicht mögen werden, einen Blick wert ist der Film allemal.

DVD Aufarbeitung:
Für einen Film aus den 70ern ist die Bildqualität dieser DVD-Aufarbeitung erstaunlich gut. Kaum Unschärfen oder Bildrauschen und verhältnismäßig gute Kontraste sorgen für diesen positiven Eindruck. Im Tonbereich hat sich rapid eye die deutsche Bearbeitung geschenkt und bringt den Film "nur" mit der Originalsprachfassung (japanisch, Dolby Digital 2.0) in den Handel. Dies wird die Wenigsten stören, denn die deutsche Untertitelung ist gut lesbar.

Als Extra gibt es eine mit dem groovigen Soundtrack unterlegte Bildergalerie und den Kinotrailer im japanischen Original.

Fazit:
"Hanzo - The Razor: Sword of Justice" ist ein tolles Beispiel für das japanische Exploitationkino aus den 70er-Jahren. Die Krimi-Story um eine verwinkelte Verschwörung macht Spaß, das besondere Merkmal sind jedoch die Prügel- und Erotik-Sequenzen – Ob man sie nun sehen mag oder nicht. Die DVD kommt mit erstaunlich gutem Bild daher und präsentiert den Film in der japanischen Sprachfassung mit deutschen Untertiteln. 

Daten zur DVD:

FSK-Freigabe:
Bildformat:
Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
89:31 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Japanisch:
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 2.0


Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bildergalerie

edition asien -
Hanzo - The Razor: Sword of Justice
Goyôkiba

Marcus Offermanns
Asiatisches Exploitationkino, politisch unkorrekt, aber dem Genre entsprechend unterhaltsam 


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:

Produktionsland,-jahr:
Japan 1972
Regie:
Kenji Misumi
Drehbuch:
Kazuo Koike
Darsteller:
Shintarô Katsu, Kô Nishimura, Yukiji Asaoka, Mari Atsumi, Takahiro Tamura

Label Deutschland :
rapid eye movies
Vertrieb Deutschland :
AL!VE AG

DVD-Verkaufsstart :
16.07.2010





Special vom: 30.07.2010
Autor dieses Specials: Marcus Offermanns
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