Perfect Blue
Story: Mima ist das Popsternchen Japans. Ihre Girlgroup CHAM! stürmt die Charts und ist in aller Munde. Den Negativeffekt dieser Popularität muss die junge Frau erfahren, als sie ihren Ausstieg bekannt gibt. Ein Wechsel zur Schauspielerei soll den erhofften Karriereschwung bringen. Im neuen Business erwartet man Mima allerdings nicht gerade mit offenen Armen, sie bekommt zunächst keine Traumrolle, hat nur wenig Text und eine verstörende Gewaltszene zu drehen. Hinzu kommt, dass Mimi plötzlich von einem gefährlichen Stalker verfolgt wird, der intime Posts auf einer Webseite veröffentlicht. Als sogar Menschen ermordet werden, nimmt Mimas psychische Belastung enorm zu. Bald kann sie nicht mehr zwischen Wahn und Realität unterscheiden...
Meinung und Hintergründe zum Film: Mit "Perfect Blue" starten die Kölner Asia-Spezialisten "rapid eye movies" den zweiten Teil ihrer DVD-Sonderedition mit asiatischen Filmen, die sie gemeinsam mit dem Popkulturmagazin "Intro" auf den Markt bringen. Für den Beginn hat man sich für den Anime-Streifen "Perfect Blue" aus Japan entschieden, eine undurchsichtige Geschichte über ein japanisches Popsternchen, dass nach ihren Wechsel von Sängerin zur Schauspielerin von einem Stalker verfolgt wird, psychisch abdriftet und bald in einer surrealen Existenz lebt, erzählt. Als erste Morde passieren, spitzt sich die kritische Situation zu. Der 1963 geborene Regisseur Satoshi Kon verpackt eine ganze Reihe diverser Motive und Themen in seinen Anime-Film, der auf einem Roman basiert. Selbst als Comic-Autor tätig, kennt sich Kon bestens mit verschiedenen Erzähl-Formaten aus. So kommt es dass er in "Perfect Blue" sowohl Krimi- und Thrillerelemente verarbeitet, als auch eine Medienkritik verankert. J-Pop-Häschen Mima erleidet darüber hinaus scheinbar eine Persönlichkeitsspaltung, welche auf die verstörenden Ereignisse in ihrem Umfeld zurückzuführen sind.
Die Idee, einen Anime-Streifen zu realisieren, der eine umfangreiche Story erzählt, ist löblich zu erwähnen. Waren früher viele derartige Produktionen auf den Markt der Kinder- und Jugendlichen ausgerichtet, ist "Perfect Blue" als Film für Erwachsene konzipiert. Im Erscheinungsjahr 1997 sprachen die Kritiker deshalb lobend von einer Mischung aus Hitchcock und Disney. Dies mag vielleicht ein wenig übertrieben sein, da dieser Film nicht den Suspense-Grad eines Hitchcock-Thrillers erreicht, aber dennoch ist "Perfect Blue" interessant und spannend. Vor allem ist die Kritik an der Unterhaltungs- und Musikindustrie ein interessanter Aspekt an Kons Film, denn auch wenn dieser mittlerweile 13 Jahre zurück liegt, die Mechanismen dieses Wirtschaftszweiges haben sich nur wenig geändert. Ebenfalls interessant ist die Einbeziehung des Internets - damals gerade als aufkommendes neues Medium noch weitestgehend unerschlossen - als Hilfsmittel des Stalkers, der Mima auf die Pelle zu rücken droht.
Weniger gelungen als dieses vielschichtige Konzept ist allerdings das Handlungselement der beginnenden Persönlichkeitsstörung im letzten Drittel, Mimas Verlust der Fähigkeit, zwischen Realität und Schein zu unterscheiden. Natürlich hat das verstörende Szenario nach dem Imagewechsel und dem CHAM!-Ausstieg, sowie der Bedrohung durch den Stalker, wie auch die Morde im Umfeld Mimas einen desillusionierenden Einfluss auf die junge Frau. Alles nachvollziehbar. Der Film verliert sich jedoch in dem Ansatz, die Psyche seiner Hauptfigur auseinander nehmen zu wollen. Dies soll das Thrillerelement unterstützen, doch übertreibt es Kon ein wenig mit seiner Realitätsverlust-Idee. Konfusion macht sich beim Zuschauer breit und zwar nicht die wünschenswerte, filmunterstützende, sondern jene, die das Verständnis des Films gefährdet. Am Ende rundet sich das Ganze jedoch ab und "Perfect Blue" erlebt sein stimmiges Ende. Der Film ist eine interessante Genre-Crossover-Produktion, verliert sich jedoch in seinem Psychospiel, weshalb "Perfect Blue" als solide bezeichnet werden kann, aber nicht der große Wurf ist. DVD Aufarbeitung: Die Bildqualität dieses Animationsstreifens ist gut, Farben und Kontrast sowie Bildschärfe sind in Ordnung. Einzig geringes Bildrauschen und Unsauberkeiten des Quellmaterials, was sich im Aufblitzen kleiner Kratzer oder ähnlichem bemerkbar macht, fällt auf. Der deutsche Ton (Dolby Digital 5.1) ist ebenfalls gelungen, die Dialoge sind immer verständlich, Schwankungen sind nicht auszumachen. Darüber hinaus ist der japanische Originalton enthalten, deutsche Untertitel können wahlweise eingeblendet werden.
Als Extra bringt die Disc den deutschen und den Originaltrailer mit. Im Feature "Perfect Blue-Vorlesung" analysiert der Regisseur im Rahmen von 40 Minuten seinen FIlm. Ein sehr nützliches Special für alle Fans, die sich näher mit dem Werk auseinander setzten wollen. Ein weiteres, halbstündiges Feature mit dem Titel "Into the Blue" führt unter anderem in die technische Realisierung des Projektes ein. Fazit: "Perfect Blue" ist ein vielschichtiger Anime-Film, die klug viele Ansätze aus der modernen Medienwelt miteinander verwebt und in einer Art Zeichentrickthriller erzählt. Am Ende wird das Werk allerdings zu konfus. Die Extras sind umfangreich und erlauben einen umfassenden Blick hinter die Kulissen.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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77:33 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch: Dolby Digital 5.1
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Japanisch: Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Feature "Perfect Blue"-Vorlesung
- Feature "Into the Blue"
- Kinotrailer (dt. & japanisch)
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Perfect Blue
Perfect Blue
Klug konzipierter Anime-Streifen inklusive Medienkritik und Psychothriller-plot
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 1997
Regie: Satoshi Kon
Drehbuch: Sadayuki Murai
Darsteller: -
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 04.06.2010
DVD-Verkaufsstart : 04.06.2010
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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