Secret Sunshine
Story: Nach dem Unfalltod ihres Mannes verlässt Shin-ae (Do-yeon Jeon) zusammen mit ihrem kleinen Sohn die Metropole Seoul, um in der südkoreanischen Kleinstadt Miryang zu leben, dem Heimatort ihres Mannes. Jong Chan (Kang-ho Song), ein Automechaniker aus dem Städtchen, verhilft Shin-ae schnell zu Kontakten. Sie mietet eine Wohnung an, eröffnet ihre Klavierschule und als endlich der schwere Schicksalsschlag überwunden scheint, geschieht ein brutales Verbrechen, dass Shin-ae an den Rand des Erträglichen bringt. Von einer Bekannten zum Christentum bekehrt, stellt sie bald Religion und die Rechtschaffenheit der Welt in Frage. Shin-ae wandelt zwischen Wut, Trauer, Resignation und Enttäuschung, ringt um einen Weg, mit den schweren Schicksalsschlägen klarzukommen...
Meinung und Hintergründe zum Film:
"Secret Sunshine" wird jeden Fan des asiatischen Arthouse-Kinos zweifelsohne begeistern. Die zutiefst dramatische Geschichte der jungen Witwe Shin-ae (Do-yeon Jeon, "The Housemaid") ist bewegend, schockierend und aufrüttelnd. Der Film schafft es auf seine eigentümliche Art, nicht nur von den Empfindungen seiner Protagonistin zu erzählen, sondern das Publikum förmlich teilhaben zu lassen. In dieser Partizipation liegt auch der Schlüssel zum Film. Wer die emotionale Verbindung zu Shin-ae aufbauen kann, erlebt eine schmerzende Gefühlswelt. Kritiker werden dem Film vor, dass "nichts passiert". Dies ist so nicht ganz korrekt, gibt doch Regisseur Chang-dong Lee ("Oasis") seinem Film einen gewissen Handlungsrahmen vor, in dem es weniger um klassische Spannungskonstruktion geht, sondern größtenteils die innere Gefühlswelt der Protagonistin thematisiert wird. Dies ist zeitweise sperrig und fordernd, "Secret Sunshine" liegt ästhetisch weit entfernt vom gewöhnlichen Unterhaltungskino. Innerhalb der 142 Minuten Laufzeit nimmt der Zuschauer am Verarbeitungsprozess der Hauptfigur teil, Lee schafft es durch die Länge seines Films den Zuschauer in diesen Prozess miteinzubeziehen. Das dies keinem gewöhnlichen Unterhaltungserlebnis gleichkommt, versteht sich von selbst.
Die Aufnahmen des Films bilden Shin-ae nicht einfach nur ab. Sie konzertieren sich förmlich auf sie, forschen und offenbaren. Durch Zooms auf Gesicht, gekonnt inszenierte Ganzkörperaufnahmen und geschickte Positionierung im sichtbaren Bild steht die Figur im Fokus des Films. Hauptdarstellerin Do-yeon Jeon spielt ihren Part mit beeindruckender Intensität, vor allem Mimik, Gesichtsausdrücke oder Körperhaltung zeugen von einer unglaublichen Auffassungsgabe für die extremen Empfindungen des Charakters. Das Ansteigen des inneren Drucks, die Suche nach Wegen, mit all dem Leid fertig zu werden, setzt Jeon bewegend um. Das hat auch die Jury des 2007er Filmfestival von Cannes erkannt und die 1973 geborene Südkoreanerin mit dem renommierten Preis für die beste Darstellerin ausgezeichnet. Bei weiteren Festivals, sowohl im asiatischen als auch im westlichen Raum wurde "Secret Sunshine" prämiert und schließlich vom südkoreanischen Filmrat als Beitrag des Landes für den Oscar in der Kategorie "Bester ausländischer Film eingereicht". Die Auswahlkommission der Academy nahm den Film allerdings nicht in die engere Auswahl.
Neben seiner gefühlvollen Fokussierung der von Schicksalsschlägen getroffenen Protagonistin, setzt sich Regisseur Lee mit der Religionslandschaft in seiner Heimat auseinander. Von einer aufdringlichen Bekannten in eine christliche Gemeinde gelockt, scheint für Shin-ae die Religion zunächst ein Weg zu sein, mit all den undenkbaren Qualen fertig zu werden. Doch dies hält nicht lange an, da Shin-aes frisch geformter Glaube für sie bald an Sinn verliert. Der Regisseur positioniert sich damit als kritischer Betrachter und lotet auf vielschichtige Weise komplexe Fragen aus. Eine (Be-)Wertung der Religion oder eine Bemessung deren Stellenwertes überlässt er dabei dem Zuschauer, liefert aber etliche Ansätze und Denkanstösse. Er zeige Menschen, so Lee in einem Interview. Dabei wird nicht die Religion kritisiert, sondern die Art und Wiese in Frage gestellt, mit der Gemeindemitglieder Miryangs gegenüber Shin-ae auftreten. Dieser Ansatz verleiht dem Film eine künstlerische Vielseitigkeit mit Realitätsbezug, bietet Diskussionsstoff und zeigt eindrucksvoll, wie Kino aktiv am Gesellschaftsgeschehen teilhaben kann. DVD Aufarbeitung: Die Bildqualität dieser DVD-Fassung kann als überdurchschnittlich bewertet werden. Kontraste, Belichtung und Schärfe sind ordentlich aufgearbeitet und erzeugen ein ansehnliches Bild, das zudem ohne großes Rauschen auskommt. Im Tonbereich bringt Rapid Eye Movies das koreanische Originals als Dolby Digital 5.1. Spur mit, deutsche Untertitel sind optional einblendbar. Eine deutsche Synchro gibt es nicht.
Als Extras gibt es den Kinotrailer und ein knapp 6-minütiges Making of, das zwar die Macher zu Wort kommen lässt, aber aufgrund seiner Kürze nicht unter die Oberfläche vordringen kann. Angesichts der vielen Festivalerfolge und -auftritte wären Mitschnitte von Pressekonferenzen oder Preisverleihungen ein wünschenswertes Feature. Eine Stellungnahme des Regisseurs zu seinem Film, gerade im Bezug zur Religionsdarstellung, hätte die Extra-Sektion zudem aufgewertet und dem Zuschauer mehr Hintergründe geboten. Fazit: "Secret Sunshine" ist ein südkoreanischer Arthaus-Film, der die Geschichte einer jungen Witwe erzählt, die von Schicksalsschlägen gebeutelt, in der Religion neuen Halt sucht, aber nur bedingt findet und einen Weg sucht, das Geschehene zu verarbeiten. Zum einen fokussiert Regisseur Lee seine weibliche Hauptfigur und zeigt auf beeindruckende Weise deren Gefühlsleben, des Weiteren etabliert er einen kritischen Blick auf die Religionspraxis in seinem Heimatland Südkorea, ohne jedoch klar Stellung zu beziehen oder zu werten - Dies wird dem Publikum überlassen. Die Extra-Sektion ist etwas mau besetzt, ansonsten gefällt die technische Qualität der DVD.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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142:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Koreanisch:  Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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Secret Sunshine
Milyang
Programmkino-Highlight und Festivalerfolg aus Südkorea
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Südkorea, 2007
Regie: Chang-dong Lee
Drehbuch: Chang-dong Lee
Darsteller: Do-yeon Jeon, Kang-ho Song, Jung-yeop Seon
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 04.06.2010
DVD-Verkaufsstart : 04.06.2010
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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