A Woman called Abe Sada
Story: Bereits in ihren Jugendjahren misshandelt, gerät die junge Abe Sada (Junko Miyashita) ins japanische Rotlichtmilieu. Im Laufe der Jahre reift sie zur gefragten Geisha, doch nur Kishizô Ishida (Eimei Esumi) erreicht einen Status, der über ihr exzessives Verlagen nach Männern hinaus reicht und Gefühle ins Spiel kommen lässt. Das Paar zieht sich immer mehr von der Außenwelt zurück und frönt den zunehmend intensiver und gefährlicher werdenden Sex-Spielchen. Als es ihm nach einer Würge- und Fesselorgie zu abgehoben wird, will sich Kishizô ein wenig zurückziehen, was Abe Sada nicht zulassen kann. Sie ist ihm verfallen, will ihn für immer bei sich haben. In einem letzten pervertierten Akt der Liebe vereinnahmt sie seine Liebe auf ihre gänzlich eigene Weise...
Meinung und Hintergründe zum Film:
Mit "A Woman called Abe Sada" fügt das Label "Rapid Eye Movies" seiner "Intro Edition Asien" einen ganz besonderen Titel hinzu, denn nicht nur die Tatsache, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, die als Schock-Moment in die japanische Historie einging und mehrmals durch pop-kulturelle Aufarbeitungen ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist, macht den Film interessant. Neben diesem Aspekt erweitert "Abe Sada" diese DVD-Collection um ein weiteres wichtiges Gere des japanischen Films: Dem "Roman Porno". Bereits im ersten Teil wurde mit "The Glamorous Life of Sachiko Hanai" der Pink Eiga-Film vorgestellt, nun folgt eine weitere Abart des erotischen Films. Roman Porno basiert weniger auf expliziten Bildern und stützt sich mehr auf den inhaltlichen Aspekt der romantischen Liebe bzw. dem romantischen Gehalt des Liebesspiels. Anders als der voran vorgestellte Stil, der vor allem visuell das körperliche thematisiert, dringt Roman Porno tiefer zum Innenleben seiner Charaktere vor. Diese Tatsache wird besonders bei "A Woman called Abe Sada" deutlich, der Geschichte einer Geisha, die in eine Mann vernarrt ist, dessen Liebe sie förmlich vereinnahmen will. Als dieser nach wilden Liebesnächten mit extremen Praktiken eine Auszeit erbittet, knallen bei Abe Sada jegliche Sicherungen durch. Sie wird besessen von dem Gedanken, ihm für immer für sich zu haben und greift zu einer drastischen Handlung, die dem Fall erst seine berüchtigte Berühmtheit bescherte.
Vor allem das Kino hat den Fall der Abe Sada häufig adaptiert. Einer dieser Vertreter mit dem Titel "Im Reich der Sinne", Regie Nagisa Ōshima, nutzt weitaus freizügigere Bilder, um seine Geschichte zu erzählen. Als der Film 1976 auf der Berlinale lief, kam es zum Eklat: Die zu eindeutigen Bilder wurden als harte Pornographie verstanden, erst zwei Jahre später erlebte der Film seine deutschlandweite Kinoaufführung. In Japan hingegen, konnte das Publikum nur eine stark gekürzte Version sehen. Bei "A Woman called Abe Sada" umgeht Regisseur Noboru Tanaka dieses Problem, indem er ähnlich freizügige Bilder ausspart und sich auf Softporno-Ästhetik beschränkt. Wer jetzt an Pink-Filme und deren zumeist haarsträubende Handlungsstränge denkt, liegt bei "Abe Sada" jedoch falsch, denn hier geht es tatsächlich um die Charakter-Psychologie, die gefühlsbasierte Entgleisung beider Figuren, das Abdriften in eine andere Wahrnehmungsebene, aus der zumindest Abe Sada nicht mehr herausfinden kann. Die erotischen Bilder dienen als Vehikel zur Vermittlung.
In Sachen Sex und Brutalität wählt Tanaka also gemäßigte Bilder, was die Konzentration erfreulicherweise weg von formalen Aspekten, jedoch hin zu inhaltlichen bringt. Und hier punktet "A Woman called Abe Sada", denn die erschütternde Story ist hervorragend aufgearbeitet und umgesetzt. Jederzeit ist nachvollziehbar, wie Abe Sada immer mehr ihrer Auffassung verfällt. Das Ganze wird darüber hinaus von den beiden Darstellern gekonnt umgesetzt. Mimik und Gestik sind bestens auf die Charaktere abgestimmt. Interessant ist zu sehen, dass ein auf erotischen Bildern bauender Film tatsächlich eine funktionierende Geschichte mit tiefen Einblicken in den Charakter der Figuren bieten kann. Roman Porno hört sich daher etwas zu drastisch an, als es in diesem Falle ist. Hier wird die Erotik genutzt, um das gegenseitige Verlangen zu präsentieren - Diese handlungsuntermauernde Bebilderung kennt man von Pink Eiga nicht, der sich mehr wie ein klassischer Pornofilm auf die Sexualität stürzt, jedoch ohne visuell bis ans äußerste zu gehen. In diesen verschiedenen Stilen zeigt sich die Vielfältigkeit der japanischen Filmkunst, die besonders bei erotischen Themen und Geschichten auffällt.
DVD Aufarbeitung: Da der Film aus dem Jahr 1975 stammt und demnach schon ein wenig älter ist, erfreut die vergleichsweise gute Bildqualität. Nur wenige Beschädigungen des Materials sind festzustellen, Bildräuschen ist nur schwach erkennbar. Der Ton ist als deutsche Synchro und im japanischen Original im Dolby-Digital-2.0-Format enthalten, wozu deutsche Untertitel optional verwendbar sind.
Als Extra gibt es lediglich das originale Postermotiv. Aufgrund der großen Aufmerksamkeit, welche den Geschichtenen rund um die echten Abe Sada im Jahr 1936 zuteil wurde, würde weiterführendes Filmmaterial sicher keinen Zuschauer stören. Fazit: "A Woman called Abe Sada" eröffnet dem Zuschauer ein weiteres Genre des japanischen Films: Roman Porno. Dabei geht die Tendenz weniger zu den von Pink Eiga bekannten expliziten Bildern, sondern zur hauptsächlichen Konzentration auf den Inhalt, die Hauptfiguren und deren Abdriften in die eigene Welt aus Realitätsverlust und grenzüberschreitendem Verlangen, Die Geschichte um die Geisha Abe Sada, die einem Mann verfällt und ihn nicht mehr loslassen kann, ist - wenn auch mit wenig Extras - für diese DVD-Edition qualitativ hervorragend aufgearbeitet worden. Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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142:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Japanisch:  Dolby Digital 2.0
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Deutsch: 
Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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A Woman called Abe Sada
Jitsuroku Abe Sada
Beklemmendes Psychogramm eines ausufernden Liebeswahn
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 1975 Regie: Noboru Tanaka
Drehbuch: Akio Ido
Darsteller: Junko Miyashita, Eimei Esumi, Genshu Hanayagi, Nagatoshi Sakamoto
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 02.07.2010 DVD-Verkaufsstart : 02.07.2010
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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