I.K.U. - This is not Love - This is Sex
Story: In naher Zukunft hat sich die Genom Corporation die Maxime gesetzt, eine umfassende Orgasmus-Datenbank zu führen. Die erhobenen Daten könnten den Durchbruch auf dem vielversprechenden Markt der virtuellen Erotik bedeuten, man arbeitet an dem direkt ins menschliche Gehirn zu pflanzenden I.K.U.-Coder, einem Chip zur Beschaffung sexueller Befriedigung. Deshalb beauftragt Genom den weiblichen Cyborg-Replikant Reiko, die es in mehreren Versionen gibt, durch Sex so viele Daten wie möglich zu sammeln. Heikel wird es, als sich Reiko das gefährliche "Tokyo Rose"-Virus einfängt...
Meinung und Hintergründe zum Film: Der Zuschauer reibt sich verwundert die Augen und stellt sich die Frage, was es nicht alles gibt. Mit "I.K.U. - This is not Love - This is Sex" kommt quasi ein Kunst-Porno ins heimische Wohnzimmer, der durch seinen experimentellen Gestaltungsstil zunächst interessant wirkt, dann jedoch, aufgrund der haarsträubenden Story, die für nicht besonders wichtig erachtet wird, schnell an Faszination einlöst. Das treue Publikum der "Intro Edition Asien" wurde bereits im ersten Teil mit "The Glamorous Life Of Sachiko Hanai" in den variantenreichen aber skurrilen Bereich des asiatischen Erotikfilms eingeführt. Der dem Pink Eiga-Genre zuzuordnende Beitrag des ersten Teils der DVD-Reihe präsentierte sich schräg, erzählte eine wirre Geschichte und überzeugte nicht zuletzt durch seinen hohen Unterhaltungswert. Leider leider gelingt dies Regisseurin Shu Lea Cheang mit ihrem Titel "I.K.U. - This is not Love - This is Sex" nicht, denn hier wird weder eine gehaltvolle noch besonders unterhaltsame Story erzählt und das, was letztendlich gezeigt wird, fasziniert nicht gerade.
"I.K.U. - This is not Love - This is Sex" liegt irgendwo zwischen Soft- und Hardcore- Pornographie, zeigt explizite Geschlechtsteile und arbeitet darüber hinaus mit diversen anderen Spielarten des Pornofilms. Doch genau dies haben andere Filme schon sinnvoller gemacht, als Beispiel seien Michael Winterbottoms "9 Songs" oder "Shortbus" von
John Cameron Mitchell erwähnt. Ausgebreitete Charaktere oder eine interessante Grundhandlung wie sie die Filmbeispiele geben, sucht man bei "I.K.U. - This is not Love - This is Sex" vergebens. Die schnöde Sci-Fi Gesichte um eine Roboter-Frau, die durch Sex wichtige Daten sammelt, jedoch mit einem Virus infiziert wird, der schließlich die gesamte Mission gefährdet, kommt einfach nicht in Fahrt, obwohl die Idee ja keine schlechte ist. Einiges könnte auf diesem Plot aufbauen, doch versäumt es Shu Lea Cheang gänzlich, sich um eine auch nur einigermaßen plausible Narration zu kümmern.
Es geht ihr vielmehr um Bilder, die Reduktion auf das Visuelle. Aufnahmen nackter, kopulierender Menschen werden mit Licht- und Farbschemata gemischt. Blitzendes Licht, sich in Wogen aufbäumende Körper, durchgedrehte Kamerabewegungen. All jenes erzeugt rasch den Eindruck, einem Kunstfilm beizuwohnen. Zuschauer mit ausgeprägter Affinität zum Optischen werden an "I.K.U." Positives finden, andere vermissen schmerzlich den nur marginal präsenten Plot. Die als Videokünstlerin bekannte Regisseurin bezeichnet sich gerne als "digitaler Nomade" und betont stets das Verhältnis von Technik zur Körperlichkeit in ihrem Film. Darüber hinaus gehe es um Sexualität. Da passt das nachfolgende Zitat doch super: "I didn't make this film for masturbation. I made this film for collective orgasm". Bleibt noch jeden, der sich mit den furiosen Bildern anfreunden kann, viel Spaß zu wünschen. Wer Plot bevorzugt, wird eben an "I.K.U. - This is not Love - This is Sex" diesen Spaß nicht haben...
DVD Aufarbeitung: Dem visuellen Happening steht bei dieser DVD-Umsetzung nichts im Wege. Die Bilder sind klar, scharf und weisen ordentliche Kontrastwerte auf. Bildrauschen und andere Negativeinflüsse sind nicht auszumachen. Den japanischen Ton gibt es im Dolby-Digital-2.0-Format zu hören, eine deutsche Bearbeitung ist nicht erfolgt, weshalb Menschen ohne japanische Sprachkenntnisse die deutschen Untertitel freuen dürften. Leider sind diese Untertitel stellenweise nur schwer lesbar. Zu rasch schnellen sie vorbei, allem dann, wenn die häufig vorkommenden Texttafeln Sachverhalte erklären, stört einfach, wenn man mit dem Lesen nicht nachkommt. Dafür bietet sich die Auswahl optimierter Untertitel, je nachdem ob 16:9 oder 4:3 TV-Gerät.
In den Extras findet sich ein 5-minütiges Making of und vier Bonusszenen. Darüber hinaus gibt es den Trailer in drei verschiedenen Härtegraden der sexuellen Bilder. Texttafeln runden diese Sektion ab.
Fazit: "I.K.U. - This is not Love - This is Sex" ist ein sehr eigenwilliger, weniger auf inhaltlicher Ebene funktionierender, sondern als visuelles Happening auffassbarer Kunst-Porno. Freude außergewöhnlicher Seherfahrungen und schriller (Farb-)Ästhetik werden an dem Streifen von Videokünstlerin Shu Lea Cheang sicher Freude haben, Menschen mit Affinität zu narrativen Stoffen eher weniger. Die DVD gefällt aufgrund der guten Bildqualität und der umfangreichen Extras.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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74:12 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Japanisch:  Dolby Digital 2.0
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Untertitel:
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Deutsch
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Bonusmaterial:
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- Bonusszenen
- Trailer
- Making of
- Texttafeln
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 I.K.U. - This is not Love - This is Sex
I.K.U.
Cyber-Kunst-Porno mit flashig, verrückter Bebilderung
Autor der Besprechung: Marcus Offermanns Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 2000 Regie:
Shu Lea Cheang Drehbuch:
Shu Lea Cheang Darsteller:
Aja, Miho Ariga, Myuu Asô, Yumeko Sasaki, Ayumu Tokitô, Tsousie, Etsuyo Tsuchida, Maria Yumeno Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart :
06.08.2010 DVD-Verkaufsstart :
06.08.2010 Vertrieb :
Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart :
Kein Termin bekannt DVD-Verkaufsstart :
Kein Termin bekannt |