Ichi - Die blinde Schwertkämpferin
Story: Als Wandermusikerin durchzieht die blinde Ichi (Haruka Ayase) das Land, stets allein ist sie den lauernden Gefahren zu jeder Zeit ausgesetzt. Ichi ist zurückhaltend, hat jedoch vor nichts und niemandem Angst, denn ihre Schwertkunst ist einmalig und jeder, der ihr mit falschen Absichten zu nahe kommt, kann klagend ein Liedchen davon singen. Als sie Toma (Takao Ôsawa), einem kampfesunfähigen Samurai begegnet, gerät sie in eine wilde Auseinandersetzung, an deren Ende Ichi sein Leben rettet. Fortan gehen sie gemeinsam ihren Weg und erreichen ein kleines Dörfchen, dass von eine rauen Bande terrorisiert wird. Ichi schlägt sich auf die Seite der unschuldigen Dorfbewohner und tritt entschlossen den Feinden gegenüber. Als sie auf den Anführer Banki (Shidô Nakamura) trifft, offenbart sich ein unbekanntes Geheimnis, welches Ichi und ihre Herkunft betrifft...
Meinung und Hintergründe zum Film: "Ichi - Die blinde Schwertkämpferin" folgt einem klassischen Mythos des japanischen Kinos, den Geschichten des blinden Samurai Zatoichi, einer fiktionalen Figur, die in Fernsehserien und vielen Kinofilmen auftrat. War es in den früheren Formaten noch der männliche Schwertkämpfer Zatoichi, lässt Regisseur Sori ("To") einen Wandel ins Moderne zu, der zumindest in dieser Version durch einen Wechsel des Geschlechts eine weibliche Hauptfigur präsentiert: Ichi. Die von Haruka Ayase ("Hotaru no hikari") verkörperte Schwertkämpferin folgt jedoch einem festen Regelwerk, bzw. einem Katalog an Verweisen auf das Original, welches mittlerweile im asiatischen Raum Kultstatus besitzt und das auch in anderen Teilen der Welt Relevanz erlangt hat. Bereits der Name Ichi, der ein Teil des originalen Männernamens ist, ist gilt als Verweis auf die umfangreiche Historie des Stoffes.
Aktrice Haruka Ayase zieht von Filmbeginn an den Zuschauer in ihren Bann. Die 1985 in Hiroshima geborene Japanerin spielt die Ichi mit einer anmutenden Hingabe, die zwischen Unsicherheit und Zurückhaltung bis hin zu gnadenlosem Agieren gegen ihre Gegner eine interessante Wesenskombination darstellt. Ichi ist weniger als Prügeltochter unterwegs, viel mehr sucht sie ihren Platz in der Welt und auch einen Teil ihrer Vergangenheit. Diese Vergangenheit erneuert Sori vehement, bezieht sich jedoch erfürchtig auf sie: Ichis Mentor soll die Figur Zatoichi sein. Zwar ist dieser nur marginal zu sehen, dennoch schwebt sein "Geist" natürlich über allem Inhaltlichem und auch dem kompletten Film selber. Grundidee ist, dass Ichi ihren Mentor, von dem sie lange nichts hörte, sucht. Daher ist die auf dem Fußweg durch das Land, verdient sich als Musikerin das nötige Kleingeld. Als sie Toma trifft und in den Kleinstadt-Konflikt hineingezogen wird, ergreift sie nicht nur Partei für die Gerechtigkeit, sondern kommt auch ihrem Ziel einen Schritt näher. Denn Bösewicht Banki ist Ichis Mentor kein Unbekannter und so gelingt es dem Regisseur, die eine mit der anderen Geschichte geschickt zu verknüpfen.
"Ichi - Die blinde Schwertkämpferin" zeichnet sich optisch durch seine beeindruckende Art der Inszenierung aus. Während die Protagonistin als ruhig und besinnlich definiert wird, weshalb auch die meisten Sequenzen eher ruhig ausgefallen sind, kommen die Bilder gerade bei den Fights ordentlich in Schwung. Besonders erwähnenswert ist, dass "Ichi - Die blinde Schwertkämpferin" nie in blutige Exzesse verfällt, sondern die Martial-Arts-Sequenzen kunstvoll und zudem brachial umgesetzt wurden. Ein Stil, der zum anspruchsvollen Rest des Films bestens passt und auch die Hauptfigur gewissermaßen unterstützend charakterisiert: Ichi ist keine "Haudrauf-Amazone mit einer wilden Schwertklinge" sondern greift lediglich zur Waffe, wenn sie von Außen dazu gezwungen wird. Dann muss jedoch die Gegnerschaft erkennen, über welch kunstvolle Technik die blinde Schwert-Choreographin verfügt. "Ichi - Die blinde Schwertkämpferin" wird sowohl Freunden des anspruchsvollen asiatischen Films wie auch Martial-Arts-Fans gefallen. Ein Kunststück, beide Genre so stimmig miteinander zu verbinden.
DVD Aufarbeitung: Die Bildqualität bei "Ichi - Die blinde Schwertkämpferin" ist mit den besseren Aufarbeitungen dieser Edition vergleichbar. Einzig stellenweise nicht zu übersehendes Bildrauschen stört den guten Eindruck, der durch ordentliche Schärfewerte und Kontraste, welche die Farben wirken lassen, an Bedeutung gewinnt. Auch im Tonbereich gibt es nichts auszusetzen: Sowohl das japanische Original als auch die deutsche Synchro sind als 5.1-Spuren enthalten, die durch deutsche Untertitel erweitert werden können.
Mit 25 Minuten für Sfx- und Musik-Making ofs nimmt man sich auf Herstellerseite umfassend Zeit, die Produktion dieses Streifens zu beleuchten. Dazu gibt es deleted scenes und den Trailer, ein insgesamt gesehen ordentlicher Special-Umfang für den interessierten Filmfreund. Fazit: "Ichi - Die blinde Schwertkämpferin" ist als moderne Fortführung des Zatoichi-Mythos eine sehenswerte Produktion. Haruka Ayase überzeugt in der Rolle der blinden Ichi, wie auch die generelle außergewöhnliche Inszenierung von üblichen Martial-Arts-Schemen abweicht und deswegen überrascht. Die DVD ist technisch in Ordnung und bringt auch in der Extra-Sektion erfreulich umfangreiches Material ins Heimkino der Asia-Fans.
Daten zur DVD:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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114:28 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Japanisch:  Dolby Digital 5.1
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Deutsch: 
Dolby Digital 5.1
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Untertitel:
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| Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making of Music
- Making of SFX
- Deleted Scenes
- Kinotrailer
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 Ichi - Die blinde Schwertkämpferin
Ichi
Frische, beeindruckende Weiterführung eines asiatischen Kult-Mythos Autor der Besprechung: Marcus Offermanns
Filmdaten: Produktionsland,-jahr: Japan, 2008 Regie: Fumihiko Sori Drehbuch: Kan Shimosawa
Darsteller: Haruka Ayase, Shidô Nakamura, Yôsuke Kubozuka, Takao Ôsawa
Label : rapid eye movies DVD-Verleihstart : 05.11.2010 DVD-Verkaufsstart : 05.11.2010
Vertrieb : Kein Vertrieb bekannt DVD-Verleihstart : Kein Termin bekannt
DVD-Verkaufsstart : Kein Termin bekannt
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